Die Bayern verlieren bei ihrem Comeback in Athen

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Der Auftakt nach ewiger Abstinenz fiel wie erwartet schwer und endete doch in einer vermeidbaren Niederlage: In ihrem ersten EuroLeague-Spiel seit Anfang März unterlagen die Bayern-Basketballer am Dienstagabend bei Panathinaikos Athen 67:80 (35:42) und liegen nun in der aktualisierten Tabelle (ohne russische Teams) bei 12:11 Siegen. „Wir hätten besser kämpfen können“, sagte Coach Andrea Trinchieri enttäuscht nach einer unrhythmischen Partie.

ZUR TABELLE

In der tristen Atmosphäre der kühlen, eigentlich menschenleeren 18.000-Mann-Arena Oaka taten sich die Bayern über 40 Minuten schwer. Ohne Konnektivität vor allem in der Defense begannen die Bayern ein Spiel, das im Grunde nach dem Athener Abschlusstraining am Montag erst die zweite Einheit nach zwei Wochen Corona-Pause war. 20:30 (11. Spielminute) lagen die Gäste hinten, Pana traf sehr gut von außen. Hilliard führte die Bayern auf 27:30 (15.) heran, doch die Gastgeber scorten fortwährend hochprozentig.

Beim 40:53 (25.) war’s der höchste Rückstand, auch der Spurt durch Dreier von Sisko und Thomas zum 51:53 (29.) war nur ein Intermezzo. Münchner Ballverluste, zahlreiche Freiwürfe für Athen und Lucics noch nicht definierte Verletzung verhinderten nach dem zwischenzeitlichen 63:64-Anschluss ein enges Spiel, in dem die Gäste Walden und Weiler-Babb schmerzlich vermissten.    

Panathinaikos Athen – FC Bayern Basketball: 80:67 (42:35)

  • FCBB:Darrun Hilliard (15 Punkte), Augustine Rubit (13/ 8 Rebounds), Deshaun Thomas (12), Leon Radosevic (8/ 5 Rebounds), Ognjen Jaramaz (8), Zan Mark Sisko (5/ 5 Assists), Vladimir Lucic (4/ 3 Steals), Othello Hunter (2), Paul Zipser, Nihad Djedovic, Andreas Obst und Jason George
  • Topscorer Panathinaikos:Daryl Macon (18 Punkte)
  • SchiedsrichterDaniel Hierrezuelo, Milos Koljensic, Marcin Kowalski

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 16:26, 19:16, 17:13, 15:25

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 48% (FCBB) // 49% (Panathinaikos); Dreier-Quote: 29% // 37%; Freiwurf-Quote: 62% // 96%; Rebounds: 34 // 38; Assists: 12 // 15; Ballverluste: 9 // 10

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri, Chefcoach FCBB: „Gratulation an Panathinaikos, sie waren besser. Das erste und letzte Viertel hat uns schwer geschadet, dazwischen kamen wir heran und haben es zu einem One-Possession-Spiel gemacht. Aber danach hatten wir nicht die Energie und die Spieler, um am Ende das Richtige zu machen. Das war das erste Spiel nach 20 Tagen mit Covid, ich hatte so ein schlechtes Spiel erwartet. Doch zumindest etwas mehr Einsatz hätte ich schon gern gesehen von einigen meiner Spieler. (…) Zum ersten Mal in meiner Karriere habe ich die Dinge nicht unter Kontrolle nach der dritten Corona-Weile, im Oktober, im Januar und jetzt wieder. Normalerweise weißt du Ende März, wie dein Team ausschaut, aber jetzt müssen wir einfach zusammenstehen. Wir hatten mit Lucic und Hunter zwei Verletzungen im letzten Viertel, wir hatten kein Training. (…) Es ist sehr schwer, aber wir haben immer noch alle Chancen, es zu einer erfolgreichen Saison zu drehen. Wir müssen aber jeden Tag zusammenbleiben und über das Limit gehen. (…) Der Krieg in der Ukraine ist eine Tragödie, deswegen will ich an die neue Tabelle nicht denken. Es sterben gerade Menschen und zugleich gehen meine Gedanken an schuldlose Spieler und Coaches in den russischen Teams. Ich hatte Covid und etwas Zeit, über die Prioritäten des Lebens nachzudenken. Deswegen interessiert mich das Ranking gerade nicht. Ich weiß nur, dass wir besser Spielen müssen, um Spiele zu gewinnen. Alle meine Gedanken und Gebete gehen an die Menschen in der Ukraine, dort und auch auf der anderen Seite leiden Menschen.“

Nihad Djedovic, FCBB: „Wir haben bis zum Ende gekämpft. Wir hatten, wie wir wissen, Probleme vor dem Spiel. Viele Spieler waren in Quarantäne und mit nur ein paar Trainingseinheiten war es auch ein bisschen unrealistisch, hier mehr zu erwarten. Aber wir haben gehofft, aber das Spiel ist am Ende so gelaufen, dass wir keine Kraft mehr hatten. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass wir in der nächsten Zeit zusammen trainieren können und uns bestmöglich auf die nächsten Spiele vorbereiten. Damit wir es noch schaffen mit den Playoffs.“

Dimitris Priftis, Chefcoach Panathinaikos: „Ich bin sehr glücklich, dass wir heute bestanden haben. Die Jungs haben es verdient nach so vielen Problemen, die wir haben, zu gewinnen. Wir haben den Sieg heute dringend gebraucht.“

Das Spiel:

Der ersten Fünf, bestehend aus Ognjen Jaramaz, Zan Mark Sisko, Vladimir Lucic, Augustine Rubit und Leon Radosevic, war der verständlicherweise fehlende Rhythmus direkt anzumerken. Mit guter Ballbewegung fanden sich zwar meist die freien Schützen, die jedoch Probleme hatten, den Ball im Korb unterzukriegen. Die Griechen nutzten diese Startschwierigkeiten und kamen über ihren Lenker Nemanja Nedovic gut ins Spiel – Auszeit Trinchieri (11:18 a. Sicht des FCBB/7.). Jaramaz war der erste, der die Zwangspause mit seinem starken Zug zum Korb aus den Gliedern schüttelte. Acht der 16 Punkte aus dem ersten Viertel gingen auf das Konto des Bayern-Guards (16:26).

Schon zu Beginn des zweiten Viertels zeigten die Münchner die passende Reaktion. In weniger als einer Minute initiierte Darrun Hilliard einen 7:0-Lauf, der die Gäste endgültig in der kaum gefüllten Oaka-Arena ankommen ließ (27:30/13.). Auch der Einsatz am offensiven Brett stimmte und brachte dem Trinchieri-Team alleine in der ersten Halbzeit zehn Wurfchancen mehr ein. In dieser Phase, fast schon unbemerkt, gab Paul Zipser sein EuroLeague-Comeback und bestritt seine ersten Minuten seit der historischen Viertelfinalserie gegen Mailand in der letzten Saison. Davon unbeeindruckt verstand es Panathinaikos, vermehrt an die Freiwurflinie zu kommen. Eine Quote von 100 Prozent bewahrte den Griechen die Halbzeitführung (35:42).

Die Bayern kämpfen sich heran – Lucic muss kurz vor Schluss raus

Auch in der zweiten Hälfte waren die Bayern bemüht, in ihr Spiel zu finden. Gerade von der Dreierlinie (3 von 18) blieb die Suche jedoch zunächst vergebens. Stattdessen sah man sich mit dem gut aufgelegten Guard Daryl Macon konfrontiert, der auch die schwersten Würfe unterbrachte (40:53/25.). Doch der aktuell Tabellensechste gab sich noch lange nicht geschlagen. Wieder bedurfte es nur zwei Minuten für einen 9:0-Lauf, der das dritte Viertel trotz aller Widrigkeiten zugunsten der Gäste entschied (52:55).  

Den besseren Start in das Schlussviertel erwischten die Athener über leichte Punkte von Howard Sant-Roos. Eine kurze Ansprache von Trinchieri reichte jedoch aus, um seine Mannschaft wieder in die Spur zurück und auf einen Zähler heranzubringen (64:65/35.). Als wären die Umstände nicht schon schwierig genug, musste Leader Lucic zu allem Überfluss nach einem Schlag gegen den Oberschenkel das Parkett verlassen. Das Team von Dimitris Priftis nutzte den Umstand und entfernte sich erneut mit Hilfe der Freiwurflinie (64:71/17.). Zwar stemmten sich die Bayern nochmals mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage, doch ein schwerer Dreier von Nemanja Nedovic nahm schließlich die Hoffnung auf ein Comeback (67:80).

ZUM SPIELPLAN

Quelle: FC Bayern Basketball, 22. März 2022

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