Löwen verlieren Krimi gegen Heidelberg an der Freiwurflinie

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Unseren Löwen ist die Revanche für die bittere Hinrunden-Niederlage nach Verlängerung gegen die MLP Academics Heidelberg nicht geglückt: Sie haben ihre insgesamt ausgeglichene Auswärtspartie mit 20 Führungswechseln und neun Gleichständen mit 78:81 (46:44) verloren, was in der engen Schlussphase maßgeblich der Schwäche von der Freiwurflinie geschuldet war. Beim Spielstand von 69:72 aus Löwensicht und drei verbleibenden Spielminuten traf die Mannschaft von Headcoach Jesús Ramírez in dieser Zeit bis zum Ende lediglich vier von elf Freiwürfen, während die Gastgeber vor heimischem Publikum im SNP dome in der letzten Minute sieben von zehn Mal erfolgreich waren. Zwar brachte der unermüdlich kämpfende David Krämer sein Team in der Schlussminute nach einem 71:78-Rückstand binnen 43 Sekunden auf 78:80 heran, allerdings gelang es den Löwen in den restlichen neun Sekunden nicht mehr, das Spiel noch zu drehen. Krämer, der nach einer Verletzung im zweiten Viertel auf die Zähne biss, avancierte mit 23 Punkten zum Topscorer. Auf Heidelberger Seite machte Kelvin Martin mit 23 Punkten und neun Rebounds ebenfalls ein starkes Spiel.


Die Löwen traten ohne den weiterhin angeschlagenen Tookie Brown an, dafür war Arturs Zagars nach langer Verletzungspause endlich dabei. Er sah zunächst von der Bank aus, dass beide Teams nach der Spielpause wenig Rhythmus hatten. Das spiegelten anfangs niedrige Trefferquoten und viele Ballverluste gnadenlos wider. Nachdem Luc van Slooten noch das 5:6 mit einem Dunk erzielt hatte, verloren die Löwen vier Mal in Folge das Spielgerät, weshalb die Heidelberger um den starken Kelvin Martin über einen 9:0-Lauf auf 5:15 davonzogen (7. Minute). Jesús Ramírez rief seine Mannschaft daraufhin zur Auszeit und die zeigte anschließend eine gute Reaktion. Die Löwen, die zuvor noch keinen Dreier verwandelt hatten, netzten jetzt vier Mal in Folge von „Downtown“ ein und kamen durch ebenfalls gute Defensivsequenzen auf 20:22 nach zehn Minuten heran.

Schreckmoment: David Krämer verletzt sich

Vor allem Luc van Slooten war zum Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Viertels sehr aktiv und holte durch einen Korbleger plus Foul die 23:22-Führung. Die Löwen waren jetzt insgesamt besser im Spiel, allerdings blieb die Partie eng. Das zeigten auch die Trefferquoten: Beide Teams trafen um die 60 Prozent ihrer Zweier, etwas mehr als 40 Prozent von der Dreierlinie und 52 Prozent aus dem Feld. Dennoch konnte sich die Ramírez-Mannschaft kurzzeitig auf fünf Punkte absetzen. Beim Stand von 37:33 für die Löwen war David Krämer weggerutscht, verletzte sich am Fuß und verließ das Spielfeld Richtung Kabine. Nach diesem Schreckmoment verlor seine Mannschaft kurzzeitig den Faden, wodurch den Gastgebern acht Punkte in Folge gelangen (37:41). Doch war es jetzt der früh mit zwei Fouls belastete Owen Klassen, der mit wichtigen Aktionen wie einem Ballgewinn und Punkten zur Stelle war. Er läutete damit einen 9:0-Lauf seines Teams ein, das eine 46:44-Führung mit in die Halbzeit nahm.

Zurück aus der Pause konnten die Löwen erst einmal aufatmen. David Krämer hatte sich nach seiner Verletzung wieder aufgewärmt und stand zum Start ins dritte Viertel auf dem Parkett. Er traf auch gleich einen Dreier, doch sollte die Punkteausbeute insgesamt sehr mager ausfallen. Den Löwen gelangen bei schwindendem Offensiv-Rhythmus und sinkenden Trefferquoten in diesem Abschnitt lediglich zehn Zähler. Zudem kassierte Owen Klassen in der 28. Minute sein viertes Foul. Ohnehin hatten die Löwen früh die Teamfoulgrenze erreicht, weshalb die Gastgeber immer wieder an die Freiwurflinie gingen. Die kamen in diesem Viertel zwar auch nur auf 14 Punkte und waren nach einem starken Start mit drei getroffenen Dreiern in Folge schnell abkühlt. Für die knappe Führung (56:58) nach 30 Minuten reichte es aber dennoch.

Partie kippt ab der 37. Minute – Freiwürfe entscheidend

In den letzten zehn Minuten der Partie war es weiterhin eng, die Führungen wechselten sich bis zur 36. Minute acht Mal ab. So auch, als der von den Heidelbergern aus dem Spiel genommene und bis hierhin punktlos gebliebene Martin Peterka einen Dreier zum 64:63 getroffen hatte. Doch beim Stand von 69:72 aus Löwensicht kippte die Partie in Richtung der Heidelberger. Der Grund dafür waren eigene Fehler, liegen gelassene Chancen, aber vor allem vergebene Freiwürfe. Die Löwen gingen in den letzten drei Minuten elf Mal an die Freiwurflinie und trafen lediglich vier Mal. Anders die Gastgeber: die verwandelten in der letzten Minute sieben von zehn Freiwürfen und hatten sich 52 Sekunden vor dem Ende auf 78:71 abgesetzt. David Krämer hielt zwar stark dagegen und warf sein Team im Alleingang sogar noch auf 78:80 bei neun verbliebenden Sekunden heran. Doch besiegelte ein Ballverlust in den letzten Sekunden die erneut bittere Niederlage gegen den Aufsteiger.

Trainerstimmen zum Spiel:

 Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Herzlichen Glückwunsch an Heidelberg. Es sieht so aus, als ob Corona sie nicht wirklich beeinträchtigt hätte, so dass sie ihren Basketball spielen konnten wie schon die ganze Saison über. Was mein eigenes Team betrifft, haben wir durch diese Pause ein wenig Rhythmus verloren und waren nicht wirklich konzentriert. Vor allem konnten wir das Spiel heute nicht lesen. In Braunschweig haben die Academics körperlicher als wir gespielt, sie hatten mehr Energie als wir. An die Energie konnten wir uns heute anpassen, aber dafür waren wir nicht in der Lage, das Spiel zu lesen. Sie haben einen unserer Scorer aus dem Spiel genommen, Martin Peterka. Wir konnten die Freiräume nicht nutzen, die sie uns dadurch gegeben haben. Als wir das Spiel dann nach der Halbzeit besser verstanden haben, haben wir leider nicht mehr getroffen, besonders aus dem Zweipunkte-Bereich. Über die Freiwurfquote möchte ich gar nicht reden.“

Branislav Ignjatovic (MLP Academics Heidelberg): „Ich habe vor dem Spiel gesagt, in unserer Situation gibt es nur einen Weg, das Spiel zu gewinnen und eine Menge Gründe, die zur Niederlage führen. Ich war nicht glücklich, wir hätten die Pause besser nutzen können. Nach einem tollen Spiel gegen den MBC und einem starken Testspiel in Frankreich konnten wir nur kurz trainieren, aber dann kam Corona. Natürlich hinterlässt es Spuren, 10 Tage nicht zu trainieren, aber umso stolzer bin ich auf meine Mannschaft. Braunschweig ist ein sehr unangenehmer Gegner, der offensiv und defensiv sehr aggressiv spielt. Da haben wir heute gut dagegengehalten, konnten defensiv sehr gut rebounden. Kelvin Martin war natürlich auch überragend. Das ist der Martin, den wir uns schon früher gewünscht hatten. Natürlich haben die Freiwürfe dann auch noch eine Rolle gespielt. Wir haben erstmal nicht nur das Spiel, sondern auch eine Woche Zeit gewonnen. Wir hätten viel mehr Druck gehabt, hätten wir heute nicht gewonnen, wenn wir aus den nächsten Spielen noch eines gewinnen, sind wir absolut im Soll und können mit Braunschweig gleichziehen, die den Klassenerhalt schon so gut wie sicher haben. Es war ein großer Schritt für uns heute, wir haben es bisher geschafft, alle Spiele zu gewinnen, die wir gewinnen mussten.“

 Basketball Löwen: Krämer 23, N. Tischler 4, van Slooten 12 (6 Rebounds, 3 Assists, 2 Ballgewinne), Klassen 5 (2 Ballgewinne), Fru n.e., B. Tischler 5, Peterka 3, Sehnal 11 (3 Assists), Zagars 7 (3 Assists), Turudic 8.

MLP Academics Heidelberg: Watkins n.e., Chapman 13 (9 Rebounds), Würzner, Lowery 13 (8 Assists), Ely 4, Ugrai 10, Martin 23 (9 Rebounds, 3 Ballgewinne), Geist 12, Heyden, Friederici, Kuppe n.e., Anderson 6.

Quelle: Basketball Löwen Braunschweig, 12. März 2022

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