Mit starker Verteidigung zum deutlichen Sieg in Ulm

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Es war eine enorm starke Reaktion, die unsere Löwen am heutigen Dienstagabend auf ihre deutliche Sonntagsniederlage gegen die Telekom Baskets Bonn gezeigt haben. Trotzdem ihnen weiterhin Benedikt Turudic (Corona-Infektion) sowie Arturs Zagars (Fußverletzung) fehlten und Ondrej Sehnal angeschlagen ins Spiel ging, feierten sie einen deutlichen und verdienten Start-Ziel-Sieg beim Tabellendritten ratiopharm ulm. Mit 78:59 (43:33) endete die Partie vor 3000 Zuschauern in der ratiopharm arena, in der die Mannschaft von Löwen-Headcoach Jesús Ramírez von Beginn an über ihre Defensive und gute Reboundarbeit den Ton angab und die sonst so starken Ulmer Scorer um Christon und Blossomgame nicht zur Entfaltung kommen ließ. So kamen die Gastgeber in keinem Viertel über 17 erzielte Punkte hinaus, in den letzten zehn Minuten waren es sogar nur zehn Zähler. „Ich bin sehr glücklich und stolz auf meine Mannschaft, das war ein starker Auftritt meines Teams. Wir haben einige Spieler, die wir nicht stellen können – alle anderen haben heute mit viel Einsatz gespielt, das war schön zu sehen, vor allem auch offensiv“, sagte Ramírez nach der für ihn besonderen Partie an seiner früheren Wirkungsstätte. Das galt auch für David Krämer, der gegen seinen ehemaligen Club 15 Punkte erzielte und damit erfolgreichster Löwe war. Für die Ulmer war der Ex-Löwe Karim Jallow mit 17 Zählern Topscorer.


Unsere Löwen erwischten einen super Start ins Spiel und lagen schnell mit 8:0 vorne. So gut wie die Partie für sie begann, so schlecht lief es für die Ulmer auf der anderen Seite. Gleich in der ersten Aktion war ihr Center Cristiano Felicio umgeknickt und konnte nicht weiterspielen. Ohne seine Präsenz in der Zone stockte das Spiel der Ulmer. Sie trafen im ersten Viertel nur 36 Prozent aus dem Feld, was auch der guten Löwen-Verteidigung geschuldet war. Die Mannschaft von Jesús Ramírez gefiel aber auch offensiv: Sie bewegte den Ball gut, agierte mit viel Zug zum Korb und führte in der 4. Minute nach einem Dunk von David Krämer erstmals zweistellig (13:2). Überhaupt gab es in diesem ersten Viertel gleich mehrere spektakuläre Abschlüsse nach starken Pässen von Tookie Brown und Ondrej Sehnal. So ließen es auch  Brandon Tischler und der 18-jährige Sananda Fru ordentlich krachen. Fru traf zur bis hierhin höchsten Löwen-Führung von 24:11, ehe es mit einem Vorsprung von zehn Punkten ins zweite Viertel ging (26:16).

Dass eine Ulmer Reaktion kommen würde, war zu erwarten. Die fingen jetzt an, defensiv mehr Druck auszuüben und das zeigte Wirkung. Die Löwen verloren gleich 4-mal hintereinander den Ball, weshalb der Tabellendritte auf 29:22 verkürzen konnte. Doch genau in dieser Drangphase traf David Krämer an seiner alten Wirkungsstätte einen wunderbar herausgespielten Dreier und prompt lief das Spiel wieder in die andere Richtung. Ein Löwen-Lauf wechselte sich mit einem weiteren Ulmer-Run ab, woraufhin Jesús Ramírez eine Auszeit nahm und seine Mannschaft sich wieder stabilisierte. Die war ohnehin spielbestimmend. Die Löwen trafen besser, sammelten mehr Rebounds, verteilten mehr Assists und verloren auch seltener den Ball als die Ulmer. So war es nur verdient, dass Krämer & Co. auch nach 20 Minuten mit zehn Punkten vorne lagen.

Löwen sind bissiger und wollen es mehr

Im dritten Viertel hatten die Löwen wie schon zum Spielbeginn den besseren Start. Sie waren wacher und aggressiver als der Tabellendritte. Und noch wichtiger: Die Ulmer Topscorer wie Christon (insgesamt 6 Punkte), Blossomgame (9) oder Thornwell (8) kamen kaum zum Zug, weil das Ramírez-Team sie mit guter Verteidigung nervte und in viele Einzelaktionen zwang. Nach drei Minuten in diesem Abschnitt hatten die Löwen acht und die Ulmer zwei Punkte erzielt (51:35). In dieser Phase hielt auf Seiten der Gastgeber hauptsächlich der wieder genesene Karim Jallow dagegen. Aber die Löwen wollten es insgesamt einfach mehr. Das zeigten auch starke defensive Szenen wie ein Block von Nicholas Tischler und ein anschließend abgefangener Pass von David Krämer auf den Luc van Slooten einen Dreier folgen ließ. Bis auf 17 Punkte zogen die Löwen davon (60:43, 28. Min.), die trotz des Fehlens von Benedikt Turudic mit starker Reboundarbeit überzeugten und nach 30 Minuten nur vier Ulmer Offensiv-Rebounds zugelassen hatten.

Mit 62:49 ging es für die Ramírez-Mannschaft ins letzte Viertel, in dem die Ulmer gleich zwei ihrer insgesamt nur neun Dreier trafen. Dadurch kamen sie noch einmal auf zehn Punkte heran (67:57, 34. Min.), ehe die Löwen nach einer weiteren Auszeit ihres Headcoachs endgültig für klare Verhältnisse sorgten. Vorne punkteten sie angeführt von Tookie Brown und hinten stand die Verteidigung so gut, dass die Ulmer überhaupt nicht mehr an den Löwen Richtung Korb vorbeikamen und erfolglos ihr Glück mit vielfach erzwungenen Abschlüssen von der Dreierlinie suchten. „Wir haben mit unserer Verteidigung den Ton gesetzt“, sagte David Krämer im MagentaSport-Interview nach dem Spiel. Das verdeutlichten auch die letzten sechs Minuten, in denen die Löwen nur noch zwei Ulmer Punkte zuließen und auf 78:59 zum verdienten Sieg davonzogen.

Trainerstimmen zum Spiel:

Jesús Ramírez (Basketball Löwen): „Für mich persönlich war es etwas Besonderes wieder hier zurück in Ulm zu sein. Ich habe hier viele Spiele in der BBL und im EuroCup erlebt – viele Erinnerungen wurden geweckt. Wir hatten einen großen Kampf heute auf dem Feld. Ich bin sehr glücklich und stolz auf meine Mannschaft, das war ein starker Auftritt meines Teams. Wir haben einige Spieler, die wir nicht stellen können – alle anderen haben heute mit viel Einsatz gespielt, das war schön zu sehen, vor allem auch offensiv. Für uns ist es eine spezielle Woche mit dem Pokalspiel in Berlin. Wir wollen uns weiterhin entwickeln und unsere Sache gut machen. Natürlich wussten wir, dass es gegen Bayern, Bonn und Ulm nicht einfach wird. Wir ruhen uns jetzt etwas aus und bereiten uns auf die nächste Aufgabe vor.“

Jaka Lakovic (ratiopharm ulm): „Gratulation an Braunschweig zu diesem verdienten Sieg. Ich denke von der ersten Minute an waren die Gäste aggressiver – sie wollten den Sieg mehr als wir. Wird dachten wir würden aufs Feld kommen und einfach gewinnen. Aber wie wir heute gesehen haben, funktioniert das so nicht. Wenn wir nicht das ganze Spiel über kämpfen, ist es schwer ein solches Spiel zu gewinnen, auch gegen andere Gegner. Die Niederlage heute war für mich persönlich peinlich, ich will mich bei allen Fans entschuldigen, die das Team heute so großartig unterstützt haben. Ich hoffe, wir lernen daraus und kommen hoffentlich zurück auf den Boden. Wir waren zu sehr von uns überzeugt, aber dann wird man wie heute Abend geschlagen – das ist ein Lernprozess für uns.“

Basketball Löwen: Brown 14 (7 Assists), Krämer 15 (3 Ballgewinne), N. Tischler 3, van Slooten 5 (5 Rebounds), Klassen 10 (9 Rebounds), Roosch n.e., Fru 4., B. Tischler 8 (9 Rebounds), Peterka 7, Sehnal 12 (4 Assists).

ratiopharm ulm: Christon 6 (4 Assists), Felicio, Blossomgame 9, Günther, Thornwell 8 (3 Assists), Stoll, Bretzel, Herkenhoff 12 (8 Rebounds), Klepeisz 5 (4 Assists), Krimmer 2, Jallow 17, Zugic.

Quelle: Basketball Löwen Braunschweig, 15. Februar 2022

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