CAMERON HUNT TRIFFT ZUM CRUNCHTIME-DERBYSIEG

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Die Entscheidung fiel 1,8 Sekunden vor dem Ende: Ausgerechnet im Frankenderby gegen Brose Bamberg hat s.Oliver Würzburg am Sonntag seine Negativserie beendet und dank einer starken Teamleistung den ersten Sieg unter dem neuen Headcoach Sasa Filipovski eingefahren. Angetrieben von gut 700 eigenen Fans behielten die Unterfranken in der Schlussphase einer extrem spannenden Partie die Nerven, erzielten die letzten fünf Punkte und gingen nach einem erfolgreichen Freiwurf von Cameron Hunt zum 90:89 als Sieger des Frankenderbys vom Parkett.

„Ohne unsere Fans hätten wir das Spiel nicht gewonnen. Sie gehören zu den besten in Deutschland und haben uns heute in den schwierigen Situationen sehr geholfen“, sagte Filipovski nach dem Spiel. Top-Scorer auf Würzburger Seite waren Craig Moller und Cameron Hunt mit jeweils 21 Punkten.

William Buford mit Kniebeschwerden raus, Desi Rodriguez mit schmerzender Achillessehne nur eingeschränkt einsatzfähig, Kapitän Felix Hoffmann muss wegen einer Fußverletzung seit Wochen auf die Zähne beissen – das war die Situation vor dem Heim-Frankenderby gegen ebenfalls ersatzgeschwächte Bamberger, bei denen neben Kenneth Ogbe und Patrick Heckmann auch Center Akil Mitchell fehlte, der im Hinspiel mit 14 Punkten und 11 Rebounds ein Double-Double aufgelegt hatte. Trotzdem starteten die Bamberger besser ins Spiel, schlossen ihre ersten beiden Angriffe erfolgreich ab und lagen schnell mit 0:4 vorne.

Was dann folgte, brachte die 749 Zuschauer in der tectake ARENA – darunter auch eine Handvoll Bamberger – schnell auf allerhöchste Betriebstemperatur: Die Gastgeber schütttelten sich kurz und gingen dann voll konzentriert und mit viel Intensität an die Arbeit. Desi Rodriguez und Felix Hoffmann glichen mit zwei Korblegern aus und leiteten damit einen 16:2-Lauf ein, bei dem sich s.Oliver Würzburg mit viel Selbstvertrauen und vier Dreiern in Serie eine 16:6-Führung (6. Minute) herauswarf und Bambergs Headcoach Oren Amiel zur Auszeit veranlasste.

Danach konnte das Heimteam den Vorsprung zunächst auf 14 Zähler ausbauen – Nano Parodi und zweimal Filip Stanic trafen zum 22:8 in der 8. Minute – ehe die Oberfranken nach einer elftägigen Spielpause ihren Rhythmus fanden und mit ihren ersten drei Drei-Punkte-Treffern durch Christian Sengfelder, Justin Robinson und Tomas Kyzlink zur Aufholjagd ansetzten – der erste Abschnitt endete beim Spielstand von 26:17.

In Viertel Nummer zwei dauerte es dann nicht lange, bis die Gäste, die in dieser Phase nur von außen und von der Freiwurflinie trafen, weiter verkürzt und schließlich den Ausgleich geschafft hatten (36:36, 17. Minute). Dabei blieb es auch zum Start in die zweite Halbzeit: Mit einem Korbleger kurz vor und mit einem Freiwurf wegen eines technischen Fouls gegen die Bamberger Bank unmittelbar nach dem Seitenwechsel traf Cameron Hunt zum 45:45.

Auch im dritten Viertel sahen die begeisterten Würzburger Fans zunächst eine ausgeglichene und hart umkämpfte Partie mit echtem Derby-Charakter – in der 27. Minute war nach zwei erfolgreichen Freiwürfen von Bambergs Center Martinas Geben zum 58:56 weiter alles offen. Dann traf Craig Moller einen ganz schwierigen Dreier. ließ zusammen mit Alex King drei weitere Distanztreffer folgen – in Kombination mit konzentrierter Verteidigung war das Resultat ein 12:2-Zwischenspurt, der den Unterfranken eine zweistellige Führung nach dem dritten Viertel bescherte.

Beim Stand von 72:62 ging es also in die Crunchtime, die sich zunächst ähnlich entwickelte wie drei Tage zuvor beim Auswärtsspiel in Braunschweig, als s.Oliver Würzburg im letzten Viertel einen Vorsprung verspielte. Die Gäste trafen jetzt wieder sehr sicher von draußen und verkürzten innerhalb von dreieinhalb Minuten auf 77:76. Auch eine Auszeit von Sasa Filipovski konnte die Bamberger Aufholjagd nicht stoppen: Omar Prewitt traf drei Dreier und erzielte elf Punkte in Folge, und nach einem weiteren Distanztreffer von Christian Sengfelder zum 83:87 hatten die Oberfranken die Partie in der 37. Minute erneut gedreht.

Anders als in den letzten beiden Spielen gegen Berlin und in Braunschweig konnten sich die Spieler von s.Oliver Würzburg dieses Mal aber doch noch für ihre starke Leistung und den großen Kampfgeist belohnen und erfolgreich für die Niederlage im Hinspiel revanchieren. Die letzten Bamberger Zähler der Partie erzielte Omar Prewitt mit zwei Freiwürfen zum 85:89. In den dann folgenden 78 Sekunden holte sich s.Oliver Würzburg den zweiten Heimsieg in Folge gegen die Oberfranken, und der „Hunter“ wurde zum Helden des Abends: Erst verkürzte Cameron Hunt mit zwei Freiwürfen auf 87:89, dann verdaddelte Omar Prewitt beim Bamberger Einwurf den Ball, und Nano Parodi fand Craig Moller zum Korbleger – 89:89 stand bei 43,5 noch zu spielenden Sekunden auf der Anzeigetafel.

Nach einer Bamberger Auszeit bekam wieder Prewitt den Ball, wurde beim Korbleger aber von Hunt geblockt. Beim Kampf um den Rebound nach einem vergebenen Kyzlink-Dreier landete der Ball kurz danach im Aus – zuletzt berührt von Christian Sengfelder, so dass die Gastgeber den letzten Angriff der regulären Spielzeit hatten. Cam Hunt übernahm die Verantwortung, wurde von Justin Robinson gefoult, traf den ersten Freiwurf, warf den zweiten absichtlich ans Brett. Ein Verzweiflungswurf von Robinson aus der eigenen Spielfeldhälfte war dann sogar noch relativ nah dran am Ring, aber nicht erfolgreich – Schlusssirene, großer Jubel, Derbysieg! 

s.Oliver Würzburg – Brose Bamberg 90:89 (26:17, 18:28, 28:17, 18:27)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Craig Moller 21 Punkte/3 Dreier (9 Rebounds), Cameron Hunt 21/3 (6 Assists), Luciano Parodi 12/2 (6 Assists/3 Steals), Filip Stanic 12, Desi Rodriguez 11, Alex King 5/1, Felix Hoffmann 5/1, Julian Albus 3/1, Aigars Skele (5 Assists), Julius Böhmer.

Top-Performer Bamberg:
Omar Prewitt 23/4 (6 Assists), Justin Robinson 22/6 (4 Steals), Christian Sengfelder 19/4 (9 Rebounds), Dominic Lockhart 8/2.


Key Stats:
Punkte in der Zone: 
Würzburg 34 – Bamberg 16
Assists: Würzburg 27 – Bamberg 17
Fastbreak-Punkte: Würzburg 14 – Bamberg 6
Zweierquote: Würzburg 61 Prozent (19 von 31) – Bamberg 38 Prozent (9 von 24)



Stimmen zum Spiel


Cameron Hunt, s.Oliver Würzburg:
„Wir hatten dieselbe Situation wie heute schon vor drei Tagen in der Schlussphase in Braunschweig. Dieses Mal haben wir es als Team zusammen gelöst und das Spiel gewonnen. Das müssen wir auch, weil wir so viele angeschlagene Spieler haben. Auf diesen Erfolg können wir aufbauen. Bei den Freiwürfen am Ende habe ich einfach nur versucht, cool zu bleiben. Das war ein ganz wichtiger Moment, und es hat geklappt.“

Sasa Filipovski, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Ich bin sehr glücklich, vor allem für meine Spieler. Sie haben hart gearbeitet und müssen mit vielen Problemen und Verletzungen zurecht kommen. Deswegen ist es nicht einfach, mit viel Herz zu spielen, alles auf dem Spielfeld zu lassen und auf einem hohen Niveau gegen eine sehr starke Mannschaft mit vielen erfahrenen Spielern wie Bamberg zu spielen. Ich bin aber auch sehr glücklich für unsere Fans und möchte ihnen sehr danken. Ohne sie hätten wir dieses Spiel heute nicht gewonnen. Das zeigt die gute Basketball-Identität von Würzburg, die Fans hier gehören zu den besten in Deutschland und sie haben uns heute auch in den schwierigen Momenten des Spiels sehr geholfen.“

Oren Amiel, Headcoach Brose Bamberg:
„Glückwunsch an Coach Filipovski und sein Team. Es war ein Spiel, in dem das Momentum mehrmals gewechselt hat. Sie hatten einen Lauf in der zweiten Halbzeit, dann hatten wir einen Lauf und waren eigentlich in einer guten Situation, um den Sieg zu holen. Dann haben wir aber in den letzten 45 Sekunden kindische Fehler gemacht, die uns das Spiel gekostet haben. Das ist sehr enttäuschend, gehört aber zum Leben eines Basketball-Teams.“ 

Quelle: s.Oliver Würzburg, 6. Februar 2022

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