ALBA AM SONNTAG IN DER BBL GEGEN GÖTTINGEN: WIEDERSEHEN MIT EX-ALBATROS AKEEM VARGAS

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Eigentlich könnten die Albatrosse die beiden EuroLeague-Auswärtsspiele in Belgrad (78:63-Sieg am Freitag) und in Piräus (am kommenden Dienstag) gut zu einer kleinen Tournee verbinden. Aber der Spielplan will es, dass das Team zwischendurch einen Abstecher in die Heimat macht. In der Mercedes-Benz Arena wartet am Sonntag (24. Oktober, 15 Uhr, live ab 14.45 Uhr auf MagentaSport) mit dem vom Ex-Albatros Akeem Vargas angeführten Tabellensiebten BG Göttingen ein Gegner, der in der easyCredit BBL zu den Teams zählt, die schon früh ihren Rhythmus gefunden haben.

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Da die pandemiebedingten Einlasskontrollen zeitaufwändiger sind, werden alle Besucher:innen gebeten, frühzeitig anzureisen, um rechtzeitig zum Spielbeginn in der Arena zu sein. Für den Einlass ist ein 3G-Nachweis erforderlich (geimpft, genesen, PCR-Test nicht älter als 48 Stunden oder tagesaktueller Antigen-Schnelltest). Testmöglichkeiten gibt es auch vor Ort. Das Testzentrum in der East Side Mall ist bis 20 Uhr geöffnet, ein Antigen-Schnelltest kostet 14,90 Euro.

Israel González (ALBA-Headcoach): „Wir haben ein sehr schwieriges Spiel vor uns. Göttingen verteidigt in dieser Saison stark, es wird also sicherlich nicht leicht, uns auf dem Feld in gute Positionen zu bringen. Wir werden sehen, wie gut wir uns in den 42 Stunden nach der sehr intensiven Partie in Belgrad körperlich erholen können.“

Die Göttinger Guards sind noch jung, aber auch pfeilschnell

Siege über Bonn und Ludwigsburg haben in Göttingen die Hoffnung geweckt, dass die traditionell in Lila auflaufenden Veilchen in dieser Saison bei der Vergabe der Playoff-Ränge mitreden können und die neue Spielzeit an der Leine erstmals seit zehn Jahren noch nicht mit dem 34. Spieltag zu Ende geht. Der belgische Trainer Roel Moors, der vor einem Jahr im Tausch mit dem langjährigen Göttinger Trainer Johan Roijakkers etwas überraschend aus Bamberg in die Universitätsstadt wechselte, setzt dort auf viele junge Rookies. Und das Wagnis scheint aufzugehen.

Im Backcourt ist kein Spieler älter als 25 Jahre. Zack Bryant und Jake Toolson spielen sogar ihre erste Saison in Europa. Gemeinsam mti seinen US-Guard-Kollegen Stephen Brown und Kamar Baldwin bildet Bryant das pfeilschnelle Göttinger „3B-Trio“, das den gegnerischen Korb von der ersten Minute an unter Druck setzt. Regie führt dabei Stephen Brown, der vor zwei Jahren schon einmal für Gießen spielte, jetzt nach einer weiteren Saison in Russland aber mit verbesserter Spielkontrolle viel souveräner agiert.

Kamar Baldwin ist mit im Schnitt 23,7 Punkten Liga-Topscorer

Als der gefährlichste Scorer hat sich in den ersten drei Spielen Kamar Baldwin entpuppt, der mit im Schnitt 23,7 Punkten sogar als bester Punktesammler der Liga in die Mercedes-Benz Arena kommt. Das Kraftpaket mit dem schnellen Antritt, das im Vorjahr mit gutem Ballhandling bereits bei seinem Europa-Debüt für Telekom Ankara in der Türkei glänzte, strahlt aber nicht nur aus allen Lagen große Korbgefahr aus, sondern ist mit seiner starken Athletik auch ein exzellenter Verteidiger, der jedem gegnerischen Spielmacher das Leben schwer machen kann.

Wie der vielseitige US-amerikanische College-Rookie Zack Bryant kommt auch Haris Hujic in Göttingen von der Bank. Der junge Combo-Guard hat sich in der vergangenen Saison in Leverkusen mit einer 43-prozentigen Dreierquote in der ProA für die Erste Liga empfohlen. Aber auch der größere Jake Toolson kann als guter Passgeber und Werfer auf allen Guard-Positionen eingesetzt werden. Der Neffe des früheren NBA-Stars Danny Ainge war in den ersten drei Saisonspielen mit einer Quote von 53 Prozent und drei Dreiern pro Spiel sogar Göttingens bester Distanzschütze.

Bissige Defense ganz nach dem Geschmack von Akeem Vargas

Gute Schützen hatte Göttingen allerdings auch schon im Vorjahr. Was das neue Team von früheren Mannschaften vor allem unterscheidet, ist die verbesserte Defense, die manche Fans in Göttingen sogar schon wieder an den „Guard Terror“ erinnert, den Trainer John Patrick seinerzeit in Göttingen einführte. Dass sich alle Spieler mit viel Energie in die Defense reinknien, gefällt wenig überraschend nicht zuletzt Kapitän Akeem Vargas. Göttingen erlaubte seinen Gegnern in den ersten drei Spielen nur eine Wurfquote von 41 Prozent. Das ist in Sachen Defense der BBL-Spitzenwert.

Wie wohl sich Akeem Vargas im neuen Göttinger Team fühlt, kann man auch daran ablesen, dass der Ex-Albatros in dieser Saison auf den Positionen zwei und drei auch in der Offensive im Vergleich zum Vorjahr wieder aufblüht. US-Forward Jeff Roberson, der nach diversen Stationen in der G-League und einer halben Saison in Polen als Profi endlich durchstarten will, ist auf den Positionen drei und vier zu Hause. Trainer Roel Moors hofft, dass der 24-Jährige, der auch den Dreier trifft, mit seiner guten defensiven Einstellung die Rolle des „Glue Guys“ im Team übernimmt.

Langer Philipp Hartwich und athletischer James Dickey

Zwei Dauerbrenner runden bei den Veilchen die Außenpositionen ab. Mathis Mönninghoff und Harper Kamp spielen (mit Unterbrechungen) schon ihre jeweils sechste Saison in Göttingen. Während Mönninghoff als zuverlässiger Distanzschütze zwischen den Positionen drei und vier hin und her pendelt, sah man den kräftigeren Harper Kamp in der vergangenen Saison zuweilen auch als Aushilfscenter unter dem Korb. Gerade für solche unorthodoxen Spezialaufgaben ist der 33-jährige Deutsch-Amerikaner mit seiner großen Erfahrung ein wichtiges Puzzleteil im Göttinger Team.

Unter dem Korb bieten die Göttinger mit dem 2,18 Meter langen Philipp Hartwich den drittgrößten Center der Liga auf. Der gebürtige Kölner, der bereits in der vergangenen Saison beim MBC starke Szenen hatte, trainiert im Sommer immer zusammen mit Tibor Pleiß und guckt sich dabei offenbar viel ab. Ein ganz anderer Centertyp ist der athletische James Dickey, der in der vergangenen Saison der beste Rebounder der ungarischen Liga war und auch in der easyCredit BBL nach den ersten Spieltagen schon auf den vorderen Plätzen der Rebound-Statistik rangiert.

Göttingen bezwingt nach Bonn auch Ludwigsburg

Nach ihrem 90:81-Sieg gegen Bonn vor zwei Wochen setzten die Göttinger am vorigen Spieltag mit einem 78:69 über Ludwigsburg ein sogar noch dickeres Ausrufezeichen. Die „Veilchen“ erwischten die Ludwigsburger mit gut ausgeführtem Pick-and-Roll und einer starken Dreierquote (52 Prozent) auf dem falschen Fuß und bauten die Führung im dritten Viertel mit einem 11:0-Lauf auf 55:36 aus. Gegen die ohne Zielwasser angereisten Schwaben (nur 50 Prozent Freiwürfe) war das schon die vorzeitige Entscheidung. Kamar Baldwin (21) und Jake Toolson (20) waren für mehr als die Hälfte aller Göttinger Punkte verantwortlich.

Die ersten Saisonspiele bestritt Göttingen in folgender Aufstellung:
PG: Stephen Brown (29 min, 9 p, 6 as), Zack Bryant (19 min, 5 p)
SG: Kamar Baldwin (28 min, 24 p, 4 rb, 3 as), Jake Toolson (22 min, 15 p, 3 as)
SF: Akeem Vargas (20 min, 6 p, 3 rb), Jeff Roberson (16 min, 3 p, 3 rb)
PF: Mathis Mönninghoff (27 min, 7 p, 5 rb), Harper Kamp (12 min, 3 p)
C: Philipp Hartwich (13 min, 1 p, 4 rb, 1 bs), James Dickey (21 min, 9 p, 8 rb, 1 bs)

Gut zu wissen:

Akeem Vargas war in der ProA 2012/13 Göttingens Topscorer und wechselte anschließend zu ALBA. Dort wurde er in den folgenden Jahren unter Trainer Saša Obradović zum Berliner „Verteidigungsminister“, der sich hingebungsvoll und mit großer Effektivität der Aufgabe widmete, die Kreise der gegnerischen Führungsspieler einzuengen. Insgesamt spielte er fünf Jahre für ALBA und erzielte dabei in 308 Spielen 1004 Punkte, 481 Rebounds, 254 Assists und 133 Steals. Seit 2020 spielt der mittlerweile 31-jährige Vargas wieder für Göttingen.

Roel Moors hat mit Bamberg und Göttingen als Trainer noch nie gegen ALBA gewonnen, wohl aber in seiner aktiven Zeit als Point Guard. Da stand der belgische Nationalspieler nämlich in der Saison 2004/05 mit Spirou Charleroi im ULEB-Cup gegen ALBA auf dem Parkett. Die Belgier gewannen damals beide Spiele (64:57 in Berlin und 94:89 in Charleroi).

Mathis Mönninghoff spielte von 2012 bis 2015 in der Bundesliga für Trier, das damals von Henrik Rödl und seinem Assistenten Thomas Päch trainiert wurde.

BG Göttingen (Stats easyCredit BBL 2021/22)

Nr.NamePos.AltercmNat.BBLPkt.Rb.As.
2Jake Toolson2/325196USA14,71,72,7
3 Zack Bryant123188USA5,01,02,0
5Jeff Roberson3/425198USA3,32,70,3
8Akeem Vargas2/331192GER10 J.6,32,71,0
10Haris Hujic1/224182GER3 J.3,00,50,5
15Philipp Hartwich526218GER1 J.1,34,30,0
17Mathis Mönninghoff3/429200GER10 J.6,75,31,7
18Harper Kamp433203D/US5 J.3,32,00,7
21James Dickey III4/524208USA9,07,71,0
22Stephen Brown Jr.125180USA1 J.9,32,05,7
32Marios Giotis1/219197D/GR0,00,00,0
44Kamar Baldwin224185USA23,74,32,7

Headcoach: Roel Moors (42, BEL, dritte Bundesliga-Saison, zweite mit Göttingen)

Göttingen: Resultate der letzten drei Wochen
02.10. Braunschweig – Göttingen (BBL-Pokal) 97:77 (N) Bryant 12
09.10. Göttingen – Bonn (easyCredit BBL) 90:81 (S) Brown 19
16.10. Göttingen – Ludwigsburg (easyCredit BBL) 78:69 (S) Baldwin 21

ALBA BERLIN: Resultate der letzten drei Wochen
03.10. ALBA – Bonn (BBL-Pokal) 83:80 (S) Zoosman 20
08.10. ALBA – Villeurbanne (EuroLeague) 67:71 (N) Lô 22
10.10. Ludwigsburg – ALBA (easyCredit BBL) 74:62 (N) Sikma 20
12.10. ALBA – Fenerbahçe (EuroLeague) 84:70 (S) da Silva 22
14.10. ALBA – Baskonia (EuroLeague) 76:80 (N) Sikma 19
17.10. Oldenburg – ALBA (easyCredit BBL) 74:92 (S) da Silva 21
22.10. Roter Stern – ALBA (EuroLeague) 63:78 (S) Lô 17

ALBA-Bilanz gegen Göttingen
21 Siege – 6 Niederlagen (in Berlin 11:1)
Bundesliga: 20:6 / Pokal: 1:0
Höchster Sieg: 91:54 am 22. April 2009 in Berlin
Höchste Niederlage: 65:80 am 13. April 2011 in Göttingen

Quelle: ALBA BERLIN, 23. Oktober 2021

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