Die Bayern unterliegen in Ludwigsburg 98:101

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Die Basketballer des FC Bayern liegen im Playoff-Halbfinale gegen Ludwigsburg 0:1 zurück: Die Mannschaft von Cheftrainer Andrea Trinchieri unterlag bei den heimstarken Riesen zum Auftakt der Best-of-five-Serie trotz einer starken Aufholjagd und eines letzten Wurfs zur möglichen Verlängerung 98:101 (47:55) und benötigt in Spiel zwei am Montag eine Steigerung der Defense. Auf der Guard-Position wurde beim Pokalsieger allerdings neben Nick Weiler-Babb auch der kurzfristig erkrankte Regisseur Zan Mark Sisko schmerzlich vermisst.

Sieben FCBB-Ballverluste (am Ende 15:6) und fünf Dreier der Gastgeber in Serie führten zum 13:29 im ersten Viertel. Insgesamt ließ man vor der Pause neun Distanztreffer zu, kämpfte sich aber bis auf fünf Zähler heran. Nach dem Wechsel mühten sich die Münchner mit sehr viel Einsatz um den Führungswechsel, doch der Hauptrunden-Erste hielt mit ähnlich guten Quoten und am Ende auch etwas Fortune erfolgreich dagegen.

Spiel zwei findet am Montag ab 19 Uhr ebenfalls in Ludwigsburg statt, ehe die Serie, wiederum nur zwei Tage später, am Mittwoch (20.30 Uhr), nach München in den Audi Dome wechselt.  MHP Riesen Ludwigsburg – FC Bayern Basketball 101:98 (55:47)

  • FCBB:Vladimir Lucic (24 Punkte/7 Rebounds), D.J. Seeley (20/5 Assists), Paul Zipser (18/8 Rebounds), Wade Baldwin (14), Jalen Reynolds (11/5 Rebounds), James Gist (4/7 Rebounds), Leon Radosevic (3), Nihad Djedovic (2), Robin Amaize, Sasha Grant und Jason George.
  • Topscorer Ludwigsburg:Jamel McLean (27 Punkte)
  • SchiedsrichterAnne Panther, Christof Madinger, Enrico Streit

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 17:29, 30:26, 19:21, 32:25.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 53 % (FCBB) // 50 % (Ludwigsburg); Dreier-Quote: 56 % // 50 %; Freiwurf-Quote: 83 % // 67 %; Rebounds: 37 // 26; Assists: 16 // 14; Ballverluste: 15 // 6.

Die Stimmen: 

Andrea Trinchieri: „Gratulation an Ludwigsburg, ich denke, am Ende haben sie es verdient zu gewinnen. Wir hatten die bessere Zweier-Quote, die bessere Dreier-Quote, bei den Freiwürfen; wir haben mehr Rebounds geholt, mehr Assists, unser Ranking ist besser – aber wir haben verloren, weil wir den Ball zu oft verloren. Die Ballverluste und dass wir nicht in der Lage waren, McLean zu stoppen, waren die Schlüssel des Spiels. Insgesamt war das eine arme Vorstellung, denn wenn du in eine Playoff-Serie mit der Körpersprache eines regulären Saisonspiels gehst, kostet es dich das Spiel. 29 Punkte im ersten Viertel haben es uns gekostet. Wir haben dann versucht, zurückzukommen und sind es auch, aber wir haben den Job nicht beendet. Im zweiten Spiel müssen wir eine viel bessere Einstellung in der Defense haben. Wir waren in der ersten Halbzeit sehr schlecht und haben Ludwigsburgs Werfer nicht respektiert. (…) Ich bin nicht zufrieden damit, wie wir das Spiel gelesen haben. Wir haben keine Probleme mit der Haltung, sondern mit der Konzentration. Ich glaube, wenn wir ein Spiel gewinnen wollen, dann dürfen wir uns nicht über 100 Punkte einfangen.“

Paul Zipser: „Hinten raus hatten wir zwar die Chance ranzukommen und wir waren eigentlich im Spiel wieder drin. Wir haben es uns aber selbst zu schwer gemacht. Aber wenn man gegen Ludwigsburg mal hinten liegt, muss man viel Energie aufwenden, um wieder zurückzukommen. Wir waren ready im Kopf, haben aber manchmal nicht die richtigen Lösungen gefunden, und dann kommt sowas dabei heraus. Ich weiß nicht, wie viele Turnovers wir am Anfang hatten, doch das gibt Ludwigsburg natürlich sehr viel Selbstvertrauen. Ich denke, in Spiel zwei übermorgen wissen wir, was auf uns zukommt. Ab dem ersten Viertel hätten wir das Spiel gewonnen und mit der Einstellung sollten wir jetzt in das zweite Spiel gehen.“

Das Spiel:

Wade Baldwin, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, James Gist und Leon Radosevic bildeten die Startformation von FCBB-Coach Andrea Trinchieri für den Halbfinal-Auftakt. Die Bayern begannen unglücklich, nämlich mit drei Ballverlusten. Lucic brachte etwas Sicherheit in die Angelegenheit und glich mit zwei Freiwürfen zum 2:2 aus (2.). Trotz des Problems mit den Ballverlusten blieb der FCBB dran, der lang vermisste FCBB-Kapitän Nihad Djedovic nutzte seinen Größenvorteil zur 8:7-Führung (5.). Die Ludwigsburger verteidigten besser und trafen von jenseits der Dreierlinie ausgezeichnet – 11:18 (7.). Die Ludwigsburger Trefferquote war beeindruckend, das Heimteam zog gnadenlos davon (11:24/8.). Reynolds und Zipser gefielen mit spektakulären Einzelaktionen, aber von einer Wende konnte noch keine Rede sein. 17:29 nach dem ersten Viertel.

16 Punkte Rückstand aufzuholen kosten Kraft

Die Bayern suchten nach Spielrhythmus, aber die MHP Riesen waren im Flow setzten sich weiter ab (22:37/12.). München brachte mit wechselnden Optionen mehr Ruhe in den Spielaufbau, zwei wunderbar herausgespielte Dreier von Seeley verkürzten auf 29:39 (14.). Der FCBB war endlich in der Spur und blies mittels einer intensiveren Verteidigung zur Aufholjagd, aber Ludwigsburgs Trefferquote blieb gewaltig gut. Seeley war eine Bank in diesem Viertel, sein Score war mit zehn Punkten schon zweistellig, der Rückstand endlich einstellig (40:48/18.). Die Bayern waren nun voll im Spiel und nahmen den Kampf konzentriert und kontrolliert an, Punkt um Punkt kamen sie heran. Die Gastgeber führten zur Halbzeit nur noch mit acht – 47:55.

Zipser ging voran und haute beherzt den Dreier aus gut und gerne neun Metern Entfernung rein (50:55/21.). Defensive Abstimmungsprobleme der Bayern und diskutable Pfiffe erschwerten das Unterfangen, näher heranzukommen (56:62/25.). Trinchieri beorderte sein Team zur Auszeit, da Ludwigsburg durch Offensivrebounds wiederholte zweite Chancen gestattet wurden (58:65/26.). Fünf Baldwin-Punkte in Folge verkürzten auf 63:67 (27.), doch im Anschluss daran häuften sich wieder die Fehler. Flaccadoris erste Playoff-Punkte waren sehr wichtig, konnten die wieder deutlicher werdende Führung des Bamberg-Bezwingers nicht verhindern – 66:76 nach Viertel drei.

Dramatische Crunchtime

Ein Zipser-Dreier und ein Korbleger von Seeley veranlassten John Patrick zur Auszeit (71:78/32.). Die EuroLeague-gestählten Münchner blieben ruhig und kämpften, aber die Gastgeber eben auch. Fünf Minuten vor dem Ende betrug der Rückstand elf Punkte, Lucic setzte mit zwei Dreiern ein Zeichen (84:89/37.). Ludwigsburg antwortete jedoch trocken mit einem blitzschnellen 8:0-Lauf, Baldwin für Drei (87:97/noch 126 Sekunden). Seeley schickte einen Dreier hinterher, aber es blinkten nur noch 80 Sekunden von der Uhr – 90:97. Ballgewinn Bayern, Baldwin wurde gefoult und traf aber nur einen Freiwurf. Nach einem Monsterblock von Zipser verwandelte Lucic nach einem Foul beide Freiwürfe, und nach einem schnellen Ballgewinn und einem neuerlichen Foul noch einmal zwei Freiwürfe (95:97/noch 34 Sekunden). Ludwigsburg ließ sich Zeit, und Jalen Smith stand frei in der Ecke und versenkte den Dreier zum 100:95. Lucic benötigte aber nur genau eine Sekunde, um den Dreier im Ludwigsburger Korb unterzubringen, noch 8,1 Sekunden Spielzeit. Tremmell Darden wurde von Radosevic gefoult, um ihn an die Linie zu bringen, noch 4,4 Sekunden. Darden verwandelte nur einen, und somit hatten die Münchner tatsächlich noch die Chance auf den Ausgleich und die Verlängerung. Lucic setzt an und kommt in Bedrängnis zum Drei-Punkte-Wurf, der Ball springt aber vom Ring zurück – und landet erneut in den Händen von Lucic, der dadurch noch einen Versuch erhält. Daneben, Ludwigsburg führt 1:0.

Quelle: FC Bayern Basketball, 29. Mai 2021

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