DRAMA IM DOME: 81:82-NIEDERLAGE BESIEGELT ABSTIEG!

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RASTA Vechta hat den Abstieg am 31. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga nicht verhindern können. Der Tabellenletzte unterlag in einer dramatischen Partie Double-Sieger ALBA BERLIN mit 81:82 (42:43). RASTA zeigte gegen den Tabellenzweiten eine der besten Saisonleistungen, kann aber bei nur noch drei ausstehenden Spielen das rettende Ufer, also Platz 16, nicht mehr erreichen.

In Kürze

Für RASTA Vechta ist es nach 2014 und 2017 der dritte Abstieg aus dem Basketball-Oberhaus, immer wieder kam die #alarmstufeorange zurück. Und dass an der Pariser Straße Kampf und Comebacks zur DNA gehören, zeigten die einmal mehr arg dezimierten RASTAner am Freitagabend auch gegen die großen Favoriten aus der Hauptstadt. Ohne Dennis Clifford, Jean Salumu, Tim Hasbargen und Jesse Hunt brachte das Team von Derrick Allen die Gäste an den Rand einer Niederlage. Doch am Ende reichten selbst 14 Dreier, ein gewonnenes Rebrund-Duell, 20 Punkte in der 1. Halbzeit von Robin Christen und 13 von Edgar Sosa in der zweiten nicht, um den neunmaligen Deutschen Meister und zehnmaligen Pokalsieger zu Fall zu bringen.

Fakten

Würfe: RASTA 27/59 (46%) – Berlin 27/61 (4%)
Dreier: RASTA 14/37 (38%) – Berlin 11/31(35%)
Freiwürfe: RASTA 13/20 (65%) – Berlin 17/25 (68%)
Rebounds: RASTA 36 – Berlin 34
Assists: RASTA 19 – Berlin 19
Ballverluste: RASTA 12 – Berlin 7
Steals: RASTA 0 – Berlin 6

1. Viertel

Der in der 1. Halbzeit jeden überragenden Robin Christen schürfte bei RASTAs Fans für das Feuer der Hoffnung. Dreier #33, drin. Dreier #33, wieder drin – 8:5-Führung in der 5. Minute. Beide Teams versuchten es bei fast jedem Angriff von jenseits der 6.75 Meter. Den größeren Erfolg dabei verzeichneten die Gastgeber. Kapitän Josh Young erhöhte per Threeball auf 11:6 (5.) und selbst als ALBAs Tim Schneider, der Robin Christen in nichts nachstand, ebenfalls per Dreier auf 14:16 verkürzte, brachte das die Vechtaer nicht aus der Spur. Nach Traumpass des von den Berlinern ausgeliehenen Stefan Peno stopfte Sham Kennedy ein zum 18:14 (10.) und mit Ablauf des 1. Viertels traf Edgar Sosa noch einen zauberhaften Dreier zum 21:14. Ach, wären doch nur Zuschauer im RASTA Dome gewesen, ein Donnerhall wäre aus der Pariser Straße zu hören gewesen. Stark: 12-7 Rebounds hatten die um jeden Zentimeter kämpfenden Gastgeber geholt, davon fünf am offensiven Brett.

2. Viertel

RASTAs toller Auftritt gegen den Turkish Airlines EuroLeague-Klub setzte sich im 2. Viertel zunächst fort. Aus dem Fastbreak heraus gelang Jordan Barnett per Funk das 23:18 (13.), Christen besorgte per Dreier das 26:22 (14.) und erneut Christen schaffte nach einem Offensiv-Rebound per And-One das 33:27 – Vechta begeisterte! Immer wieder war es die #33, die RASTA in wichtigen Momenten Flügel verlieh und quasi nach Belieben traf. In der 18. Minute versenkte der 30-Jährige seinen schon vierten Dreier zum 36:32 und bei noch 79 Sekunden Spielzeit vor der Halbzeitpause netzte Christen seinen fünften Threeball zum 42:37 ein – der Wahnsinn! Das Problem nur war, dass ALBA BERLIN die noch gut eine  zu spielende Minute nutzte, um den Spieß umzudrehen. Und so traf Peyton Siva mit Ablauf der 20. Minute noch einen Dreier aus 16 Metern zur überhaupt erst zweiten Führung der Gäste – 43:42. Dass ALBA dran geblieben und vorbeigezogen war, lag hauptsächlich an Tim Schneider: Der 23-Jährige hatte 16 Punkte in 9:22 Minuten erzielt.

3. Viertel

Vom Nackenschlag vorm Kabinengang zeigten sich die Vechtaer nach dem Seitenwechsel sehr gut erholt. Edgar Sosa übernahm in der Offense von Robin Christen und sorgte mit elf Punkten in diesem Abschnitt dafür, dass RASTA dem Favoriten weiter tapfer die Stirn bieten konnte. So etwa traf der Guard in der 22. Minute per Dreier zum 45:45-Ausgleich. Mit einem And-One eroberte Will Vorhees RASTA eine Führung zurück (50:48, 24.) und dann segelten wieder die Threeballs über die Hände und Köpfe der Berliner Defense hinweg. Dreier Young zum 56:51 (27.), Dreier Sosa zum 59:54 und schon wieder ein Sosa-Dreier zum 62:56 (beides 28.) – es war eigentlich schon zu schön, um wahr zu sein. RASTA gelang es tatsächlich, dass Aito-Team in Schach zu halten. Nur zwei Ballverluste hatte man sich im 3. Viertel erlaubt und mit nach 30 Minuten 18:12 Fouls auch gezeigt, dass man nicht kampflos würde untergehen.

4. Viertel

Die großen Fragen vor den letzten zehn Minuten lauteten: Würde RASTA Konzentration und Intensität hochalten können? Und würde ALBA gegen den krassen Außenseiter wohl doch noch zu alter Stärke finden? Nach letzterem sah es zunächst einmal aus. Ben Lammers verkürzte per Put-Back-Dunk auf 63:64 (32.), Jayson Granger brachte ALBA per Dreier mit 66:64 nach vorne (33.). Doch RASTA ließ sich nicht entmutigen und fand zurück in die Partie. Mit einem langen Zweier konnte Josh Young sein Team erneut in Führung bringen, die Vechtaer lagen in der 35. Minute mit 69:68 vorne. Auch als das erneute Enteilen der Gäste drohte, schlugen die Hausherren noch einmal zurück: Philipp Herkenhoff traf von jenseits des Perimeter zum 72:74-Anschluss. Die Partie nahm immer weiter an Dramatik zu. 85 Sekunden vor der Schlusssirene war RASTA durch Sosas Treffer zum 76:79 erneut in Schlagdistanz und hätte 15 Sekunden vor dem letzten Buzzer durch einen Herkenhoff-Dreier sogar ausgleichen können. Doch der Spalding fand sein Ziel leider nicht und so konnten die ALBAtrosse den Auswärtssieg schließlich an der Freiwurflinie perfekt machen.

Ausblick

Für RASTA steht der drittletzte Spieltag bereits am Sonntag um 18 Uhr bei den am Freitagabend in Chemnitz siegreichen JobStairs GIESSEN 46ers an. Die Reise nach Mittelhessen starten die Vechtaer morgen Mittag, ehe sie am Abend noch in Gießen trainieren – genauso wie am Sonntagvormittag. Die Hessen stehen mit sieben Siegen auf Platz 17 und müssen auf Patzer des SYNTAINICS MBC und von s.Oliver Würzburg hoffen, um mit drei eigenen Erfolgen noch den Klassenerhalt zu schaffen. Am Mittwoch (19 Uhr, RASTA Dome) empfängt RASTA dann genau jenen MBC reist für den 34. Spieltag noch zu s.Oliver Würzburg (Sonntag, 15 Uhr).

Freitag, 30. April 2021 – 19 Uhr – easyCredit BBL – 31. Spieltag

RASTA Vechta – ALBA BERLIN 81:82 (21:14 / 21:29 / 20:16 / 19:23)

VEC: Sham Kennedy (8 Punkte), Stefan Peno, Josh Young (13), Edgar Sosa (19/5 Assists), Philipp Herkenhoff (7), Jannes Hundt, Jordan Barnett (4), Björn Rohwer, Robin Christen (23/9 Rebounds) und Will Vorhees (7).

BER: Peyton Siva (11 Punkte), Niels Giffey (14), Malte Delow (3), Markus Eriksson (8), Jonas Mattisseck (3/2 Steals), Tim Schneider (18), Louis Olinde, Christ Koumadje (2), Johannes Thiemann (2), Jayson Granger (10/6 Assists/2 Steals), Luke Sikma (1/6 Assists) und Ben Lammers (10/6 Rebounds)

Stimmen zum Spiel

Stefan Niemeyer (Klubchef RASTA Vechta): „Ich finde es toll, wie Derrick Allen unsere Mannschaft eingestellt hat und was sie aus diesem Spiel gemacht haben. Ich glaube, die Berliner waren auch sehr überrascht und hatten nicht mit soviel Gegenwehr gerechnet. Also insgesamt war das heute ein tolles Spiel. Aber mit dem, was heute letztlich eingetreten ist, musste man sich ja schon länger beschäftigen. Jetzt ist es endgültig und man muss mal sehen, wie sich die nächsten Wochen in Sachen Abstieg aus der easyCredit BBL und Aufstieg aus der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA entwickeln. Vielleicht gibt es ja für die Saison 2021-22 sogar noch die Chance auf eine Wildcard – das muss man abwarten. Es kommen jedenfalls spannende Tage auf uns zu. Und ich hoffe darauf, dass unsere Mannschaft bei den kommenden Spielen genauso viel Charakter zeigt wie heute und alles gibt. Ich finde sowieso, dass es immer noch besser ist, 17. zu werden als Letzter.“

Derrick Allen (Head Coach RASTA Vechta): „Zunächst einmal möchte ich Gott dafür danken, dass ich überhaupt hier sitzen darf. Nun Gratulation an Coach Aito und sein Team. Ich bin ein großer Fan des ALBA-Teams, dass effektiven und attraktiven Basketball spielt – mit viel Intensität. Wenn du gegen so ein Team einen Fehler machst, wirst du umgehend bestraft. Das ist ein Grund dafür, dass sie in der Turkish Airlines EuroLeague spielen, auf so einem hohen Level mit einem großartigen Kader. Eine wichtige Lehre für uns heute ist, dass wir bei einer Führung die Konzentration behalten müssen und weitere unseren Basketball spielen müssen – und Defense am Anschlag. Heute Abend haben wir das die meiste Zeit über geschafft, manchmal aber eben sowohl in der Defense als auch in der Offense den Fokus verloren. Jetzt kommt es in den letzten drei Spielen darauf an, dass wir den Klub bestmöglich repräsentieren. Wir wollen weiter jedes Training und jede Partie mit voller Konzentration angehen und mit Siegeswillen in die Spiele gehen.“

Alejandro Garca Reneses (Head Coach ALBA BERLIN): „Wir haben das Spiel nicht fokussiert genug begonnen und RASTA hatte die ganze Zeit über eine gute Einstellung. Wir haben uns in der 2. Halbzeit aber konzentrierter gezeigt und deshalb konnten wir gewinnen.“

Nächstes RASTA-Spiel: am Sonntag, 2. Mai um 18 Uhr bei den JobStairs GIESSEN 46ers (live auf www.magentasport.de/basketball)

RASTA Vechta – 2020/2021 – Der Kader

Jordan Barnett (Forward, 25, USA), Robin Christen (Forward, 30, D), Dennis Clifford (Center, 29, USA), Tim Hasbargen (Guard, 25, D), Philipp Herkenhoff (Forward, 21, D), Jannes Hundt (Guard, 24, D), Jesse Hunt (Forward, 23, AUS), Noah Jänen (Forward, 17, D), Martin Kalu (Forward, 16, D), Sha’Markus Kennedy (Forward, 22, USA), Stefan Peno (Guard, 23, SRB), Björn Rohwer (Center, 25, D), Jean Salumu (Guard, 30, BEL), Edgar Sosa (Guard, 33, DOM), Malte Stenzel (Guard, 23, D), Will Vorhees (Forward, 25, USA), Josh Young (Guard, 33, USA). Head Coach: Derrick Allen (40, USA). Assistant Coaches: Mauricio Parra (48, ESP), Marius Graf (30, D). Athletic Trainer: Andreas Finsinger (30, D).

Quelle: RASTA Vechta, 30. April 2021

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