Historischer Sieg mit bitterem Beigeschmack

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Die MHP RIESEN Ludwigsburg kehren mit zwei Punkten und einer historischen Bestmarke aus Gießen zurück: Die Schwaben gewinnen die Partie des 30. Spieltags 89:80 und feiern den 27. Saisonsieg. Beim geschichtsträchtigen Erfolg, der schon jetzt die beste Hauptrunden-Bilanz der Vereinshistorie mit sich bringt, punkten fünf Schwaben zweistellig. Jaleen Smith muss in der 36. Minute das Parkett vorzeitig verletzungsbedingt verlassen.

Im Anschluss an die knapp 10-tägige Pflichtspielpause rotierte Headcoach John Patrick vor dem Spielbeginn in Gießen in seinem Aufgebot auf drei Positionen: Jamel McLean und Johannes Patrick rückten zurück in den 12er-Kader. Für das Duo setzten, im Vergleich zum vorangegangenen Spiel in Braunschweig, Andrew Warren und Aeneas Jung aus. Lukas Herzog meldete sich zudem rechtzeitig wieder einsatzbereit – sollte aber wie gewohnt von der Bank kommen.

In den Anfangssequenzen erspielten sich beide Teams dann binnen kürzester Zeit offene Würfe, verwandelt wurde aber erst der insgesamt siebte Versuch: Diante Garrett eröffnete in der 2. Spielminute den Punktereigen, dem er selbst weitere Zähler folgen ließ. Patrick sah sich nach korblosen 120 Sekunden zur Auszeit genötigt (4:0). Nach dieser standen Barry Brown (für Yorman Polas Bartolo) und Jamel McLean (für Jonas Wohlfarth-Bottermann) erstmals auf dem Parkett. Für die ersten Gäste-Punkte sorgte Sekunden später Jaleen Smith und McLean, die jeweils beim Korberfolg gefoult wurden und jeweils den Bonuswurf trafen (4:6, 5.). Die Schwaben übernahmen im Verlauf des ersten Spielabschnitts immer mehr die Kontrolle, kamen ins Laufen und setzten sich erfolgreich ab (7:11). Nun war es Rolf Scholz, der zur Ansprache bat. Der 40-Jährige sollte den RIESEN-Lauf stoppen, letztendlich aber nichts am Geschehen ändern: Ludwigsburg blieb defensiv am Drücker, die 46ers reagierten (15:20, 10.).

Identisch sollte sich das Bild zu Beginn des zweiten Viertels darstellen. Nun waren die Schwaben aber endgültig obenauf. Mit einem 7:0-Lauf kamen sie zurück auf das Parkett, setzten sich erstmals zweistellig ab (15:27) – und konsolidierten diesen Vorsprung erfolgreich. Die Hausherren kamen minutenlang nicht zum Korberfolg. Erst in der 16. Spielminute markierte Garrett den ersten Gießener Korb aus dem Feld. Doch auch der Point Guard konnte, im Zusammenspiel mit John Bryant, den größer werdenden Abstand nicht verhindern. Die MHP RIESEN spielten souverän und hätten mit einer besseren Trefferquote ihren Vorsprung noch deutlicher gestalten können. Doch auch so lagen die Barockstädter komfortabel (25:39, 18.) in Front. Sie standen in der Verteidigung exzellent, forcierten in den ersten zwanzig Minuten 10 Ballverluste und hielten die Hessen bei lediglich 27 erzielten Punkten. Offensiv nutzten sie ihre Möglichkeiten exzellent, weshalb sie folgerichtig beim Gang in die Kabinen deutlich führten (27:48, 20.).

27-Punkte-Führung entscheidet das Spiel

Nach dem Seitenwechsel und der 15-minütigen Pause setzte sich das Geschehen abermals nahtlos fort. Garrett, Bryant, Brandon Thomas und Co. versuchten sich im Start einer Aufholjagd, die MHP RIESEN wussten dies jedoch mit all ihrer Klasse zu verhindern. Bis auf wenige Ausnahmen gestatteten sie den Hausherren keine leicht herausgespielten Zähler. Unter anderem Smith und McLean rissen ihre Farben mit und drückten der Partie ihren (offensiven) Stempel auf – die Barockstädter lagen zwischenzeitlich mit 27 Punkten vorne und entschieden die Partie dadurch frühzeitig (47:74 / 52:74, 30.).

Erst im Schlussabschnitt wurde der auf zwanzig Zähler angewachsene Vorsprung kleiner. Unter anderem ein Korberfolg von Jonathan Stark sorgte dabei bei Patrick für Sorgenfalten. Ludwigsburgs Headcoach rotierte personell durch, war mit der lascheren Defensive aber nicht einverstanden (61:78, 33.). Der 53-Jährige justierte neben dem Parkett die richtigen Stellschrauben, auf dem Parkett sorgte sein Team für das souveräne Einfahren des 27. Erfolgserlebnisses, welches in der 36. Spielminute noch einen bitteren Beigeschmack erhielt: Smith verletzte sich bei einer eignen Defensivaktion am rechten Fuß und musste das Spiel vorzeitig verletzungsbedingt beenden. Über die Schwere der Verletzung wird in den kommenden Tagen, nach eingehender Untersuchung, Klarheit herrschen. Von der Seitenlinie aus sah der Ludwigsburger Co-Kapitän ein Auslaufen seiner Teamkameraden, die den Sieg ohne große Mühe und trotz hessischer Ergebniskosmetik ungefährdet über die Ziellinie brachten.

Nach dem 89:80-Erfolg in der Sporthalle Gießen-Ost steht für die Ludwigsburger bereits am Dienstagabend (Tip-Off 19:00 Uhr) das nächste Duell gegen einen hessischen Kontrahenten auf der Agenda. Dann empfängt der Tabellenführer die FRAPORT SKYLINERS zur Nachholpartie des 27. Spieltags.

Stats

Für Gießen spielten: Diante Garrett 22 Punkte / 7 Assists, John Bryant 15 / 6 Rebounds, Jonathan Stark 15, Brandon Thomas 12, Scottie James Jr. 8 / 11, Ferdinand Zylka 3, Isaac Hamilton 2, Alen Pjanic 2, Chad Brown 1, Tim Uhlmann und Tim Köpple.

Für Ludwigsburg spielten: Jaleen Smith 17 Punkte / 11 Assists / 5 Rebounds, Jamel McLean 16 / 6 Rebounds, Desi Rodriguez 14, Yorman Polas Bartolo 14 / 6 Rebounds, Jordan Hulls 11 / 5 Assists, Barry Brown 5, Oscar da Silva 5 / 5 Rebounds, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4, Tremmell Darden 3, Lukas Herzog, Johannes Patrick und Nico Santana Mojica.

Statements

John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg„Es war ein wichtiger Sieg und wir haben auch heute wieder gesehen, dass die Gießener, wenn sie Raum haben, sehr stark sind. Diante Garrett und Jonathan Stark hatten schöne Aktionen und auch John Bryant ist sehr gefährlich, wenn er den Raum bekommt. Wir hatten Phasen, da haben wir sehr gut verteidigt, aber auch Phasen wo wir nicht so konzentriert verteidigt haben. Aber am Ende war es ein wichtiger Sieg und jetzt müssen wir erstmal sehen, was mit Jaleen ist.“
Rolf Scholz | Headcoach JobStairs GIESSEN 46ers„Zunächst Glückwunsch an John und Ludwigsburg für den Auftritt heute. Ich hoffe außerdem, dass sich Jaleen Smith nicht schwer verletzt hat. Wir sind am Anfang solide ins Spiel gekommen, haben leider den einen oder anderen Wurf nicht getroffen und uns somit das Leben schwer gemacht. Dann haben wir zunehmend den Faden verloren und Ludwigsburg hat Druck aufgebaut. Das war keine Überraschung, aber wir haben das nicht vernünftig gematched und konnten unsere Plays nicht mehr durchlaufen wie geplant. Für die zweite Halbzeit kann ich der Mannschaft ein Kompliment machen. Sie haben nicht aufgesteckt und haben gegengehalten. Die Balance zwischen Inside- und Outside-Spiel war deutlich besser. Darauf kann man weiter aufbauen und positiv in die letzten Spiele gehen.“

Quelle: MHP RIESEN Ludwigsburg, 24. April 2021

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