Kangaroos haken herausfordernde Saison ab – und planen für die neue Spielzeit

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Die Saison 2020/21 der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB ist für die Iserlohn Kangaroos Geschichte. Es war eine Saison, die die Korbjäger aus der Waldstadt vor extreme Herausforderungen gestellt hat. Aber auch eine Saison, die gezeigt hat, wie man extreme Herausforderungen meistern kann, wenn im Klub alle an einem Strang ziehen.

Vor allem für die Spieler war die Saison ungewohnt. „Sie mussten ohne Zuschauer spielen und versuchen, auch ohne den Push der eigenen Fans in jedem Spiel ihre beste Leistung abzuliefern“, sagt Kangaroos-Geschäftsführer Michael Dahmen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die meisten Akteure – gerade nach den Heimspielen in der Matthias-Grothe-Halle – immer wieder betonten, wie sehr sie sich auf die Rückkehr der Fans freuen.

Aber auch rein organisatorisch hatten die Kangaroos alle Hände voll zu tun. „Die Organisation war deutlich schwieriger als noch im Sommer angenommen. Dinge, die wir im Vorfeld geplant haben, mussten regelmäßig neu gedacht und ausgearbeitet werden“, erklärt Dahmen. Beispielsweise mussten Budget und Hygienekonzept fortwährend überarbeitet und aktualisiert werden. „Aber gerade beim Hygienekonzept sind wir froh, dass es für alle Beteiligten gegriffen hat“, so der Kangaroos-Geschäftsführer. Gerade im Hinblick auf das junge Durchschnittsalter des Teams (21,9 Jahre) sei das nicht selbstverständlich. „Die Jungs haben sich absolut professionell und extrem diszipliniert verhalten. Seit November werden sie wöchentlich getestet. Mit Glück und dank ihrer Disziplin sind wir ohne positiven Fall und ohne Quarantäne durch die Spielzeit gekommen“, so Dahmen.

Damit all die guten Leistungen überhaupt möglich sind, hebt er auch das Team im Hintergrund mit aufs Treppchen. „Ohne unsere medizinische Abteilung und Hygienebeauftragten Roderich Brenne, Dr. Philipp Tönnies und Dr. Thomas Keienburg wären viele Dinge nicht möglich gewesen. Sie haben wahnsinnig viele Stunden investiert und waren zu jeder Tag- und Nachtzeit erreichbar. Das ist weder selbstverständlich, noch die Regel!“

Quasi aus dem Nichts etablierten die Kangaroos mithilfe von Jonas, Paul und Lars Trettin auf der technischen Seite und mit Lennard Flanz und Dominik Möller als Moderatoren und Kommentatoren ihren Livestream, der in der Resonanz auch von vielen außerhalb Iserlohns, als einer der besten Streams der Liga anerkannt wurde. Es sollte einerseits den Fans die Möglichkeit geboten werden, die Spiele ihres Teams auch fernab der Halle zu verfolgen. Und natürlich auch, um die Sponsoren und Werbepartner entsprechend vernünftig in Szene zu setzen. „Wir sind stolz auf unsere Helfer, ohne die der Spieltag gar nicht laufen konnte. Ob Anschreibetisch, Auf- und Abbau. Als Kangaroos-Familie haben wir die Aufgaben gemeinsam gemeistert“, sagt Dahmen mit stolzem Unterton der Dankbarkeit.

Alles andere als selbstverständlich ist auch, dass der Großteil von Sponsoren und Unterstützern, in dieser für alle schwierigen Zeit, an Bord geblieben ist und den Kangaroos die Treue gehalten hat. „Dafür sind wir ebenfalls unglaublich dankbar“, erklärt Dahmen.

Rein sportlich war die Saison ein wenig kompliziert. Das neue, sehr junge Team, brauchte eine gewisse Anlaufzeit, um sich zu finden. Am Ende stand jedoch das Etappenziel Playoffs. Und nach einer starken zweiten Saisonhälfte sind die Kangaroos verdient in die Runde des besten 16 eingezogen. Doch ein Wermutstropfen bleibt nach dem Aus in der ersten Runde. Mit 2 – 3 Siegen mehr in der Hauptrunde hätten sich die Waldstädter eine komplett andere Ausgangsposition für die Playoffs, deren Modus während der Saison verändert wurde, schaffen können. 

„Ich war kein Befürworter für die Änderungen, die eine Anpassung an die Corona-Zeiten sein sollten. Man sieht nun, dass der jetzige Modus auch hier keine Sicherheit bringt. Ich war deshalb dafür die Playoffs wie immer als Best-of-Three-Serie spielen zu  lassen“, sagt Michael Dahmen. Für die Kangaroos sei die Modus-Optimierung eher nachteilig gewesen. „Wir sind als Tabellenachter in die erste Runde gegangen, haben ausschließlich gegen Teams gespielt, die besser platziert waren als wir. Das aber auch nur, weil ein Spiel (Stahnsdorf-Schwelm) des letzten Spieltages nicht mehr stattfinden konnte.“

Einzig positiv ist, dass die Kangaroos die Playoffs mit einem Erfolgserlebnis gegen die Orange Academy Ulm beschließen konnten. Diese Tatsache gibt Kapitän Joshua Dahmen und seinen Teamkollegen ein gutes Gefühl für die Offseason und die daran anschließende Vorbereitung. 

Die Spielzeit 2020/21 ist nun beendet und die Kangaroos nehmen viele positive Eindrücke und Erlebnisse mit in die Planung für die kommende Saison. Aktuell hat die erste Runde der Personalplanung für 2021/22 begonnen. Gespräche mit Spielern und Trainern sind geführt. Eine zweite Gesprächsrunde folgt. Dahmen sagt, er sei optimistisch, dass es zur neuen Runde keinen erneuten Rebuild geben werde. „Wir möchten aus diesem Team so viele Jungs wie möglich halten“, erklärt der Kangaroos-Chef. Fest steht indes schon jetzt: Point Guard Toni Prostran, der vor der Saison mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet wurde, wird seinen Vertrag definitiv erfüllen und in der kommenden Spielzeit erneut das Trikot der Kangaroos tragen.

Darüber hinaus stehen Termine mit den Sponsoren und die Lizenzierung an. Diese erfolgt in diesem Jahr in zwei Schritten. Die ersten Unterlagen müssen am 15. April eingereicht werden, der zweite Teil folgt zum 1. Juni. 

„Wir planen sehr konservativ, da wir nicht absehen können, inwieweit wir mit Catering- und Ticketeinnahmen kalkulieren können“, so der Kangaroos Geschäftsführer. Wenngleich diese Einnahmen für eine massive Erleichterung bei den Kangaroos sorgen würden. 

Und Dahmen ergänzt: „Wir werden uns über den Sommer neu aufstellen, schauen, was in Zukunft machbar ist, um auch die Nachhaltigkeit unserer Planungen und Ideen zu gewährleisten.“

Quelle: Iserlohn Kangaroos, 8. April 2021

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