Die Bayern treffen in den Playoffs auf Favorit Olimpia Mailand

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Die Basketballer des FC Bayern haben ihre fantastische Reise durch die reguläre Saison der EuroLeague mit einem Triumph bei Tabellenführer FC Barcelona abgeschlossen – sie treffen somit in den Playoffs der Königsklasse auf den viertplatzierten Favoriten Olimpia Mailand, der am Freitag Efes Istanbul klar bezwang. Das 82:72 (43:37) bei Barça war nicht nur der zweite Sieg im zweiten Spiel gegen das Starensemble um Heimkehrer Pau Gasol (neun Punkte beim Debüt), sondern auch der erste überhaupt im altehrwürdigen Palau Blaugrana. Durch den nächsten Überraschungserfolg verbesserte sich der FCBB von Cheftrainer Andrea Trinchieri mit einer unwirklich anmutenden 21:13-Bilanz noch auf Rang fünf; im Falle einer Niederlage wäre als Siebter der Zweite ZSKA Moskau der Gegner in der Best-of-five-Serie gewesen.

Bester Werfer eines hochkonzentrierten Teams, das nicht einmal hinten lag, war Center Jalen Reynolds mit 26 Punkten vor Wade Baldwin (18). Während Barcelona seinen zweiten Topstar Nikola Mirotic sowie Cory Higgins schonte, fehlten bei den Gästen die angeschlagenen Nick Weiler-Babb (Fuß) sowie Nihad Djedovic (Aufbau nach Eingriff im Knie).

Die Playoffs werden diese Saison im Best-of-five-Rhythmus „zwei-zwei-eins“ gespielt: Das heißt, die Bayern spielen ab 20./21. April zunächst zweimal beim Tabellenvierten Mailand, danach zumindest einmal im Audi Dome (ehe die Serie wieder für Spiel fünf nach Mailand ginge).

Die Münchner haben nach ihrer Rückkehr am Samstagnachmittag rund 24 Stunden Zeit, sich auf die nächste Aufgabe vorzubereiten: Am Sonntag steht ab 18 Uhr das BBL-Heimspiel gegen die Löwen aus Braunschweig an. Vor dem Top Four um den deutschen Pokal im Audi Dome am kommenden Wochenende (17./18.4.) muss der FCBB am Dienstagabend noch bei den Telekom Baskets Bonn (18.30 Uhr) antreten.

FC Barcelona – FC Bayern Basketball 72:82 (37:43)

  • FCBB: Jalen Reynolds (26 Punkte), Wade Baldwin (18/6 Assists), Vladimir Lucic (14), Zan Mark Sisko (5/6 Assists), Diego Flaccadori (5), Leon Radosevic (5), Paul Zipser (3), James Gist (2), JaJuan Johnson (2), D.J. Seeley (2), Robin Amaize und David Krämer.
  • Topscorer Barcelona: Leo Westermann und Leandro Bolmaro (jeweils 12 Punkte)
  • Schiedsrichter Christos Christodoulou, Damir Javor, Tomasz Trawicki

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 29:22, 14:15, 17:18, 22:17.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 65% (FCBB) // 45% (Barcelona); Dreier-Quote: 38% // 22%; Freiwurf-Quote: 63% // 76%; Rebounds: 31 // 36; Assists: 19 // 14; Ballverluste: 13 // 11.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Wir sind sehr glücklich. Natürlich fehlten Barça einige Spieler, uns fehlte auch ein Spieler. Es war aber zu wichtig für uns, die reguläre Saison mit 21 Siegen zu gewinnen. Wenn mich jemand im September zur EuroLeague-Saison gefragt hätte, hätte ich so etwas niemals erwartet. Wir wollten die bestmögliche Position für die Playoffs erreichen, dafür haben wir hart gearbeitet und wollten wirklich gewinnen. Am Ende haben wir das Spiel dank einer sehr soliden Verteidigung und großartiger Aktionen in der Offensive speziell von Reynolds und Baldwin verdient gewonnen. Aber ohne die wichtigen Dinge von den anderen wäre es jedoch gar nicht möglich, 21 Siege zu holen, wie heute zum Beispiel von Flaccadori, der die letzten EuroLeague-Spiele nicht spielte; oder ohne die Opferbereitschaft von Lucic, nicht möglich. Es war also wieder ein Sieg des Teams. Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft, wie sie in dieser Saison zusammengefunden hat.“

Jalen Reynolds: „Ich habe heute einfach nur versucht, mein Bestes zu geben, aber das war ohne Frage ein Sieg des Teams. Wir haben auf unsere Weise darauf gesetzt, die Leistung aufrechtzuerhalten und fokussiert zu bleiben. Auf meine persönliche Leistung kommt es nur am Rande an, ich bin ein Teamplayer und will alles dazu beitragen, unsere Mission fortzuführen.“

Vladimir Lucic: „Wir sind hier angetreten, um uns zu messen, obwohl Barcelona einige Spieler nicht eingesetzt hat. Wir haben noch einige Ziele in dieser Saison und wollen mit einer guten Mentalität auftreten, um bereit zu sein für jedes Spiel. Zuerst im deutschen Pokalwettbewerb und dann in den Playoffs. Zum Abschluss der Hauptrunde hier in Barcelona zu spielen und den zweiten Sieg gegen sie zu holen, ist ein großer Erfolg für uns.“

Das Spiel:

Wade Baldwin, D.J. Seeley, Vladimir Lucic, James Gist und Leon Radosevic bildeten die Starting Five. Die Münchner ließen sich auch von der spektakulären Rückkehr von Legende Pau Gasol – sein erstes EuroLeague-Spiel nach 20 Jahren in der NBA – nicht sonderlich beeindrucken und nahmen den Kampf um die Abschlussplatzierung ab der ersten Sekunde couragiert an – zwei Minuten 11:4. Ungenauigkeiten brachten die Spanier heran, aber Baldwin hielt mit sieben Punkten in Serie dagegen (15:13/5.). Reynolds’ Einwechslung machte sich umgehend bezahlt – seine Physis brachte sechs Punkte und eine deutlichere Führung (24:17/9.). Dieser Vorsprung hatte auch nach dem ersten Viertel Bestand – 29:22.

Der FCBB geriet etwas aus dem Rhythmus, aber Lucic-Power hauchte dem Spiel wieder Leben ein (33:26/13.). Reynolds knüpfte an Viertel eins an und punktete mit beeindruckender Effizienz – 37:28 (14.). Die Münchner behaupten. Die Führung, Lucic, Reynolds und Baldwin punkteten zuverlässig (43:34/17.). Die Bayern hatten nur Probleme beim Defensivrebound, führten aber zur Halbzeit 43:37.

Die Bayern crashen die Gasol-Rückkehrparty und liegen nie hinten

Die Katalanen erhöhten Druck und waren – initiiert von Nick Calathes – vor allem in Korbnähe erfolgreich, der Vorsprung schmolz (47:45/24.). Reynolds punktete weiter hochprozentig, vier weitere Zähler taten gut (51:45/26.). Der FCBB war ordentlich bei der Sache und spielte hart, durch gute Defensivaktionen und schnelle Abschlüsse wurde die Führung behauptet. Nach dem dritten Viertel lagen die Münchner 60:55 vorne.

Coach Trinchieri schüttelte mit dem Kopf, weil sein Team die Führung zu vertändeln schien – aber Lucic versenkte den Sprungwurf zum 62:57 (32.). Baldwin war nun gereizt, das ist oft kein gutes Zeichen für den Gegner – ein sagenhafter Dunking von ihm untermauerte dies. Gist entwickelte seine defensive Macht. Die Bayern beeindruckten mit einem 8:0-Lauf und führten zweistellig (68:57/34.). Blitzschnell konterten die Gastgeber und verkürzten auf 70:64 (35.). Ein Zipser-Dreier, sein erster Wurf überhaupt, kam zum richtigen Zeitpunkt (73:64/36.). Von Müdigkeit war nichts zu spüren, dazu war man viel zu fokussiert (und übrigens auch in Kenntnis der aktualisierten Ranking-Konstellation). Reynolds hämmerte den Ball zum 79:67 durch den Korb der Spanier, da waren keine zwei Minuten mehr zu spielen. Der FCBB brachte den feinen Sieg cool und souverän nach Hause.

Quelle: FC Bayern Basketball, 9. April 2021

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