Ein Sieg der Moral! Raubkatzen holen personell geschwächt Rückstand auf und siegen mit 85:79 bei den Artland Dragons

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Die Tigers Tübingen haben das zweite Spiel in Serie gewonnen. Bei den Artland Dragons setzte sich die Mannschaft von Trainer Danny Jansson personell erneut enorm geschwächt mit 85:79 (41:41). Damit vermasselten die Raubkatzen den Niedersachsen den sicheren Einzug in die Playoffs. Trotz dieser Niederlage dürfte dieses Ziel für das Team von Trainer Tina Isler nicht mehr in Gefahr sein. Topscorer der Begegnung war Roland Nyama mit 25 Zählern, 19 davon gelangen dem 27-Jährigen bereits in der ersten Halbzeit. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten kam Elias Valtonen immer besser ins Rollen, am Ende war der 21-Jährige mit 24 Punkten, sechs Rebounds und fünf Assists erneut ein Siegesgarant. Beim Gastgeber traf Adrian Breitlauch mit 22 Zählern am besten, der ehemalige Tübinger Robert Oehle erzielte mit 19 Punkten und 13 Rebounds ein Double Double.

Die Artland Dragons lagen weite Teile der Partie in Führung, doch Schwaben gaben zu keinem Zeitpunkt des Spiels auf. Nach 16 Minuten führten die Niedersachsen beim Stand von 31:31 zweistellig, dies wiederholte sich in Minute 28 beim 62:52. Der Gastgeber verpasste es aber jeweils, die guten Momente besser auszunutzen. Dies sollte noch böse Folgen, der Schlussabschnitt gehörte eindeutig den Gästen. Gegen die Zone hatte der Playoff-Anwärter kein Konzept mehr und gab das Spiel noch aus der Hand. Mit 26:13 ging das vierte Viertel an die Schwaben. Jansson setzte alle neun Spieler ein, jeder trug seinen Teil zum doch unerwarteten Erfolg in Quakenbrück bei. In der Schlussphase behielten die Raubkatzen kühlen Kopf. Daniel Keppeler dunkte den Ball 14 Sekunden vor dem Ende zum 83:79 durch die gegnerische Reuse. Der Kontrahent konnte nicht mehr kontern und musste sich am Ende geschlagen geben. Hier geht’s zur Statistik!

Erstes Viertel (18:14):

Die Tigers starteten mit Gianni Otto, Timo Lanmüller, Roland Nyama, Elias Valtonen und Jekabs Beck in die Partie. Die Anfangsphase gestaltete sich äußerst punktearm. Nach drei Minuten waren erst fünf Zähler gefallen, die Schwaben führten mit 3:2. Eine Minute später netzte der zuletzt knapp zwei Wochen in Quarantäne befindende Besnik Bekteshi den zweiten Tübinger Dreier zum 8:4 durch die Reuse der Artland Dragons. Im weiteren Verlauf spielte jedoch nur noch der Gastgeber. Über fünf Minuten konnte die Schützlinge von Trainer Danny Jansson keinen Punkt erzielen. Die Schlüsselspieler der Raubkatzen, Valtonen und Lanmüller, waren noch nicht in der Begegnung und noch ohne Punkte. Die Folge: Die Niedersachsen legten einen 13:0-Lauf bis zur neunten Minute auf das Feld, Spielstand 17:8 für die Artland Dragons. Vor allem im Abschluss waren die Gäste nicht konsequent genug. In den letzten 70 Sekunden des ersten Abschnitts verkürzten die Tigers noch auf 14:18. Tübingens Roland Nyama war mit sieben Zählern bester Punktesammler im Spiel, beim Gastgeber traf Topscorer Gerel Simmons mit fünf Punkten am häufigsten.

Zweites Viertel (23:27):

Zu Beginn des zweiten Viertels schnappte Lucas Schiebelhut Minuten in der BARMER 2. Basketball Bundesliga, Über vier Minuten stand der 18-Jährige auf dem Feld. Nach 144 Sekunden im zweiten Abschnitt schloss Otto nach einem Steal zum 19:20 ab, Dragons-Trainer Tina Isler nahm seine erste Auszeit. Mit Erfolg: In den folgenden drei Minuten legten die Niedersachen einen 11:2-Lauf zum 31:21 auf das Parkett. Es war gleichzeitig die höchste Führung in der ersten Halbzeit. Valtonen erzielte in Minute 15 seine ersten zwei Punkte zum 21:28, bis dahin erlaubte sich der finnische Nationalspieler zu vielen Fehler in der Offense. Was folgte, war speziell: Nyama erzielte in einem Angriff satte sechs Zähler. Zunächst vier an der Linie nach einem Foul sowie einem unsportlichen Foul von Zachary Ensminger. Dazu verwandelte der 27-Jährige einen Wurf aus der Halbdistanz zum 27:31 nach 16 Minuten. Insgesamt war es das Viertel der Tübinger Nummer 24. Zwölf Zähler sammelte Nyama und war die erste Option im Angriff der Schwaben. Bis zur Halbzeit lieferten sich Robert Oehle sowie Daniel Keppeler packende Duelle unter den Körben. Die Jansson-Schützlinge schlossen immer weiter zum Kontrahenten auf. Valtonen war es, der mit einem Dreipunktspiel 20 Sekunden vor der Pause, den 41:41-Halbzeitstand herbeiführte. Die Dragons waren zuletzt an beiden Enden nicht mehr effektiv genug, nur Adrian Breitlauch streute immer wieder einen Dreier ein. Jener Breitlauch traf bei Quakenbrück mit zwölf Punkten am besten, Mann der ersten Halbzeit war aber Nyama mit 19 Zählern. Bei den Schwaben haperte es vor allem aus der Distanz – nur fünf von 17 Versuchen (29 Prozent) fanden ihr Ziel.

Drittes Viertel (25:18):

Beck eröffnete die zweite Halbzeit per Dreier zum 44:41 nach 21 Minuten. Ein 7:0-Lauf für die Niedersachsen stoppte erst Otto nach 24 Minuten, wieder per Dreier zum zwischenzeitlichen 47:48. Nach fünf weiteren Zählern für den Gastgeber nahm Jansson in Minute 25 beim Stand von 47:53 sein nächstes Timeout. Breitlauch war in dieser Phase richtig heißgelaufen, der Spielmacher war bereits bei 17 Zählern angelangt. Auf der anderen Seite produzierte Keppeler Fehler um Fehler, was auch den Kommentatoren auffiel. “Ein unglücklicher Abend für Keppeler”, übermittelte die Stimme am Mikrophon aus der Artland Arena. In der 26. Minute netzte Lanmüller den nächsten Dreier zum 50:55 durch die gegnerische Reuse ein. Im folgenden Angriff erzielte Otto den erster Zweier aus dem Feld, Spielstand 57:52 nach 26 Minuten. Die Isler-Truppe presste nun offensiver, mit Erfolg. Simmons egalisierte nach 28 Minute den zweistelligen Vorsprung beim 62:52 – der Gastgeber brachte sich so allmählich auf die Siegerstraße. Wenig später gingen die Niedersachsen mit 66:59 in den Schlussabschnitt. Auf Tübinger Seite blieb Nyama im dritten Viertel ohne Zähler. Valtonen war dafür bei 15 Punkten angelangt. Beim Kontrahenten spielten sich Breitlauch (17 Punkte), Oehle (15) und Simmons (13) in den Vordergrund. Das Reboundverhältnis von 29:22 sprach zudem für den Gastgeber.

Viertes Viertel (13:26):

In den vergangenen Wochen sind die Raubkatzen oftmals im letzten Viertel aufgrund der kleinen Rotation auseinander gebrochen. Nicht jedoch am heutigen Abend in der Artland Arena. Das letzte Viertel gehörte den Schwaben, die Jansson-Schützlinge bewiesen Herz und Moral und holten Punkt um Punkt auf. Dank einer guten Zonenverteidigung stellten die Gäste die Hausherren vor nicht zu überwindende Probleme. Ein 7:0-Lauf in den ersten 129 Sekunden führten zum 66:66-Ausgleich, Auszeit Artland Dragons. Das Momentum lag jedoch weiter auf Seiten der Tigers. Dreier Nyama und ein Dunking des ansonsten unglücklich auftretenden Keppeler führten zum 71:68-Vorsprung nach 35 Minuten. Sollten die Schwaben trotz großer Personalsorgen den zweiten Sieg in Serie landen? Bis zwei Minuten vor dem Ende wechselte die Führung noch hin und her. Nach zwei Zählern von Keppeler zum 78:77 120 Sekunden vor Rambo sollten die Jansson-Schützlinge den Vorsprung nicht mehr hergeben. 14 Sekunden vor dem Ende verfehlte ein Dreier von Nyama das Ziel, Bekteshi sicherte sich den Rebound und bediente Keppeler, der per Dunking zum 83:79 abschloss, das war die Entscheidung. Das letzte Play des Gastgebers ging gnadenlos daneben, Keppeler blockte Ensminger – Valtonen legte die letzten zwei Zähler von der Freiwurflinie zum 85:79 in den Korb der Artland Dragons. Erneut wurden die Raubkatzen für einen tollen Fight mit einem Erfolgserlebnis belohnt. Herzlichen Glückwunsch…

Die Stimme zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Es war sicherlich kein hochklassigen und schönes Spiel. Wir haben es heute jedoch geschafft, immer wieder bedeutende Stopps zu setzen. Dies hat uns Selbstvertrauen für die Offense gegeben und war ein wichtiger Garant für den Sieg. Wir hatten einige Up and Downs, am Ende konnten wir jedoch die Oberhand auf das Spiel haben und uns dank eines guten letzten Viertels noch auf die Siegerstraße setzen. Personell freit es mich auch sehr für meine Spieler. Die aktuelle Phase ist nicht einfach und doch gibt jeder seinen Beitrag. Das war heute ein Sieg einer geschlossenen Teamleistung.”

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Bekteshi und Schiebelhut ergänzten Team: Die zuletzt sieben wackeren Kämpfer der Raubkatzen im Spiel gegen Trier erhielten beim Auswärtsspiel bei den Artland Dragons wieder Unterstützung. Besnik Bekteshi durfte nach Rücksprache mit dem Tübinger Ordnungsamt seine Quarantäne nach vollständiger Ableitung und mehreren Negativtests am Karfreitag beenden, der 28-Jährige stieg wie Lucas Schiebelhut am Freitag in den Bus gen Quakenbrück. Trotz keines Trainings für knapp zwei Wochen, ein weiterer Spieler für das angeschlagene Team der Raubkatzen. Und Bekteshi musste gleich 26 Minuten gehen. Vier Punkte, fünf Rebounds und vier Assists steuerte Bekteshi zum sieg bei. Schiebelhut konnte nach etlichen Wochen mit einem Patellasehnenspitzensyndrom wieder ins Training einsteigen und stand der Mannschaft in dieser schweren Zeit zur Verfügung. Auch die Tübinger Nummer 16 erhielt Spielzeit, blieb aber ohne Zähler. Herzlichen Dank an beide Akteure! Vor der Abfahrt wurde der gesamte Tross nochmals per Schnelltest, alle Proben waren negativ, genauso wie am Spieltag.

Danke für die Gastfreundschaft!: Die Artland Dragons und die Tigers Tübingen verbindet seine einigen Jahren eine enge Freundschaft unter Mitstreitern in der BARMER 2. Basketball Bundesliga sowie in vielen gemeinsamen Zeiten in der ersten Liga. Die beiden Vereine tauschen sich mehrfach intensiv aus, bei den Heimspielen wird die Gastfreundschaft groß geschrieben. So auch dieses Mal in Quakenbrück. Bei den Trainingszeiten spricht man sich gegenzeitig ab und hilft dem jeweiligen Gast. Um das Spiel zu gewährleisten, testeten beide Mannschaft schon am Vortag der Begegnung, sodass eine Anreise der Schwaben nicht im Vorfeld umsonst gewesen wäre. Am Spieltag erhielten die Raubkatzen erneut Unterstützung in Form der Durchführung der Schnelltests im Hotel in Dinklage. Wir bedanken uns bei Geschäftsführer Marius Kröger und seinem Team für die Unterstützung vor Ort und wünschen den Artland Dragons viel Glück in den Playoffs!

Ex-Tigers-Duo bei RASTA Vechta aktiv: Bei Erstligist RASTA Vechta drehte sich in dieser Woche das Personalkarussell. Der glücklose Trainer Thomas Päch wurde nach nur vier Siegen aus 25 Partien freigestellt. Die Niedersachsen stehen kurz vor dem Abstieg aus der easyCredit Basketball Bundesliga. Die Mannschaft von Kapitän und Ex-Tigers-Akteur Josh Young wird bis zum Saisonende von Co-Trainer Derrick Allen sowie Mauricio “Mauro” Parra betreut, der in dieser Woche verpflichtet wurde. Damit sind zwei ehemalige Tübinger an der “Mission Impossible” bei RASTA beteiligt. Vor allem mit Young gab es bei den letzten zwei Gastspielen der Schwaben in Quakenbrück regelmäßige Treffen. Dieses Mal kam jedoch das Auswärtsspiel von RASTA Vechta bei medi bayreuth dazwischen. Auch unter dem neuen Trainerduo gab es für die Niedersachsen aber nichts zu holen. Gegen die Franken setzte es eine 79:95-Niederlage. Es war die dritte Niederlage in Folge. Bei noch acht verbleibenden Partien und sechs Punkten Rückstand auf die SYNTAINICS MBC aus Weißenfels rückt der Abstieg nach drei Jahren im Basketball-Oberhaus immer näher.

Quelle: Tigers Tübingen, 3. April 2021

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