Nürnberg Falcons landen Überraschungscoup gegen Heidelberg, bestehen nächsten Zweitversuch

Nürnberg – Den Nürnberg Falcons ist am Freitagabend in der 2. Basketball-Bundesliga ProA der dritte Heimsieg in Folge gelungen. Gegen die MLP Academcis Heidelberg drehte die Mannschaft von Coach Ralph Junge in der zweiten Hälfte auf und im Schlussviertel die Partie. Nach einem zwischenzeitlichen 14 Punkte-Rückstand gewannen die Falcons am Ende mit 78:72 (33:43). Es war der zweite erfolgreiche Zweitversuch im neuen Jahr und ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Warum am Freitag lediglich 710 Zuschauer in die Halle am Berliner Platz kamen, vermag niemand so recht zu sagen, diejenigen, die anwesend waren haben, es aber auf jeden Fall nicht bereut – im Gegenteil. Nach den Siegen gegen Hanau und Paderborn wollten sich die Mittelfranken auch gegen starke Kurpfälzer teuer verkaufen und die Schmach aus dem Hinspiel vergessen machen. So ganz wollte das im ersten Viertel jedoch nicht klappen. Das lag zum einen an der mangelnden Intensität in der Verteidigung, zum anderen aber auch an sehr fokussierten und treffsicheren Gästen. Heidelberg gab früh den Ton an und ging durch einen 8:0-Lauf nach knapp drei Minuten 5:12 in Führung. Gegenwehr kam in dieser frühen Phase der Begegnung vor allem von Moritz Sanders und Sebastian Schröder. Ein Dreier des Kapitäns brachte Nürnberg in Spielminute 7 wieder näher an die dominanten Academics heran (18:26), diese schlugen jedoch umgehend zurück und führten nach zehn Minuten wieder zweistellig (20:32). Für die Gäste lief alles nach Plan – die Falcons waren um Antworten bemüht.

Nürnberg Falcons ab Viertel 2 im Spiel

Im zweiten Viertel konnte Heidelberg das hohe Tempo nicht aufrechterhalten, während die Hausherren immer besser in die Partie kamen. Der Schlüssel dafür lag einmal mehr in der Verteidigung. Hier stand Nürnberg jetzt besser, ließ weniger zu und konnte gleichzeitig Akzente in der Offensive setzen. Zwar gelang es nicht, den Rückstand zur Pause unter zehn Punkte zu drücken (33:43), die Stimmung in der Halle war jedoch im zweiten Viertel eine ganz andere als zu Beginn der Partie. Die Fans merkten, dass da heute was gehen könnte. Den Beweis dafür traten die Falcons dann zu einem frühen Zeitpunkt im dritten Viertel an, indem sie dieses mit einem 7:2-Lauf begannen (40:45). Heidelbergs Coach, Frenki Ignjatovic entschied sich folgerichtig für eine Auszeit. Diese brachte jedoch wenig ein und die Nürnberg Falcons konnten kurze Zeit später durch Mardracus Wade zum 45:45 ausgeleichen. Die Halle stand Kopf, wurde aber von Evan McGaugheys Dreier und der neuerlichen Führung der Academis (45:48) nach 25 Minuten wieder unsanft geerdet. In der Folgezeit zeigten beide Mannschaften dann viel Licht und Schatten, die Falcons brachen es jedoch fertig, nach 30 Spielminuten auf drei Zähler heranzukommen – sehr zur Freude der Fans am Berliner Platz (54:57).

Partie gedreht – Zweitversuch bestanden

Die Hausherren waren jetzt oben auf und erhielten wichtige Impulse von ihren Youngstern Nils Haßfurther und Moritz Sanders. Auch Dan Oppland tat, was Dan Oppland so tut und erzielte siebeneinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit den erneuten Ausgleich (59:59). Beide Mannschaften gingen jetzt ein extrem hohes Tempo und setzten alles daran, für die Entscheidung zu sorgen. Dem starken Virgil Matthews war es dann vorbehalten, Nürnberg mit seinem Dreier zum 66:60 auf die Siegerstraße zu bringen und für eines von vielen emotionalen Highlights der packenden Schlussphase zu sorgen. Heidelberg gab dennoch nicht auf, stemmte sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage und kam durch Eric Palm eine Minute vor dem Ende noch einmal auf drei Punkte heran (72:69). Doch die Falcons würden sich dieses Spiel nicht mehr nehmen lassen. Erneut war Virgil Matthews zur Stelle, traf von jenseits der Dreierlinie und sorgte dafür, dass es bei den Fans im BBZ kein Halten mehr gab. Schlussendlich gewannen die Nürnberg Falcons mit 78:72 und holten damit den zweiten Sieg im Kalenderjahr 2018 und den dritten (Heim-) Sieg in Serie. Der nächste Zweitversuch war bestanden gegen eine starke Heidelberger Mannschaft, die trotz der Niederlage auf Tabellenplatz 5 bleibt. Die Mittelfranken können sich derweil auf Rang 11 verbessern und sind auf dem besten Wege, sich bald aller Abstiegssorgen zu entledigen.

Ralph Junge sparte nach der Partie nicht mit Lob und für seine Mannschaft und hob dabei vor allem die Youngster Nils Haßfurther und Moritz Sanders sowie Routinier Virgil Matthews hervor: „Moritz hat das gesamte Spiel über sehr stark gespielt. Nils hat uns in Halbzeit 2 wichtige Impulse gegeben und Virgil die nötige Stabilität, um dieses Spiel nach Hause zu fahren. Es war eine tolle Teamleistung nach einem sehr schlechten Start im ersten Viertel. Unterm Strich bleibt ein fantastischer Sieg vor einer lauten Kulisse, die sicher ihren Teil dazu beigetragen hat, das wir den nächsten Big Point eingefahren haben.“

Weiter geht es für die Nürnberg Falcons bereits am Dienstag mit dem Auswärtsspiel beim Team Ehingen Urspring. Für Nils Haßfurther und Matthew Meredith und Markus Lempetzeder geht es am heutigen Samstag jedoch zunächst nach Göttingen zum easyCredit BBL ALLSTAR Day, in dessen Rahmen das NBBL ALLSTAR Game ausgetragen wird. Tip-off ist um 17.00 Uhr. Die Partie wird auf www.nbbl-basketball.de live im Internet übertragen und von den Nürnberg Falcons medial auf Facebook, Twitter und Instagram live vor Ort begleitet.

Punkteverteilung Nürnberg Falcons BC vs. Heidelberg: Sanders 21 Pts., Oppland 18 Pts., Matthews 11 Pts., Schröder 9 Pts., Haßfurther 7 Pts., Wade 6 Pts, Maier 4 Pts., Omuvwie 2 Pts., Dallier, Girard, Valérien je 0 Pts., Gahlert DNP

Key-Stats Nürnberg Falcons vs. Heidelberg: Offensiv-Rebounds 8 (+2), Defensiv-Rebounds 30 (+8), Assists 21 (+2), Steals 6 (-4), Turnover 14 (+1), Blocks 2 (-2), Fouls 17 (-4)

Quelle: Nürnberg Falcons, 13. Januar 2018

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