Die Bayern kämpfen in Berlin um die Tabellenspitze

Den Basketballern des FC Bayern München steht das dritte Topspiel innerhalb einer Woche bevor: Nach den Erfolgen über den damals punktgleichen BBL-Konkurrenten Frankfurt (72:60) und im EuroCup beim bis dahin gleichfalls noch unbesiegten Rekordmeister Montenegros in Podgorica (76:60) geht es am Sonntag in der Hauptstadt um die Bundesliga-Tabellenführung: Gastgeber Alba Berlin (12:2 Punkte, ein Spiel mehr) empfängt das Team von Trainer Sasa Djordjevic (10:2) ab 15 Uhr vor rund 14.000 Fans in der Halle am Ostbahnhof.

Der junge BBL-Klassiker wird am Sonntag (5.11.) von Telekom Sport, Sport1 sowie FC Bayern.tv live übertragen. Ausschnitte zeigen u.a. die ARD-Sportschau (ab 18 Uhr) und die ZDF-SPORTreportage (ab 17.10 Uhr).

„Ihre Entwicklung überrascht mich nicht, denn sie haben gute Spieler geholt, an erster Stelle Sikma. Dazu ist Siva jetzt wieder der richtige Siva, er dominiert ihr Spiel“, sagt Bayern-Coach Sasa Djordjevic. „Berlin spielt exzellentes Pick-and-Roll, einen exzellenten Basketball. Wir haben letzte Saison sechs von sieben Spielen gegen Berlin gewonnen, aber das zählt heute nichts mehr. Sie werden aufs Gas drücken: Viele Fast Breaks, schnelle Transition, das ist ihr Spiel. Wir müssen der Partie unseren Stempel aufdrücken, unsere Stärken und individuelle Klasse ausspielen. Wir gehen natürlich auf Sieg. Die Halle wird voll sein, ich freue mich sehr auf das Duell.“

Die Berliner sind ohne Frage die positive Überraschung im bisherigen Saisonverlauf. Nachdem im Sommer eine Budgeterhöhung um ein Viertel kommuniziert worden war, übertrifft der rasche sportliche Ertrag dieses Investments bis jetzt sicherlich die Erwartungen. Das neu zusammengestellte Team beeindruckte zuletzt mit einer abgeklärten Spielweise und entriss am vergangenen Sonntag sogar Titelverteidiger Bamberg den Heimsieg (75:77). Nach der Auftaktniederlage zuhause gegen Bremerhaven folgten somit sechs Siege in Serie – erstmals seit Jahren grüßt der frühere Serienmeister wieder von der Tabellenspitze.

Im EuroCup befinden sich die Berliner mit 3:1-Siegen ebenfalls auf gutem Weg in die Top16-Runde (wo sie wie vor zwei Jahren auf die Bayern treffen könnten). Am Mittwoch wurde Vilnius aus Litauen 93:86 bezwungen.

Das Gros an der Entwicklung wird dem neuen Cheftrainer Aíto García Reneses zugesprochen. Der 70-jährige Madrilene übernahm von Interimscoach Thomas Päch (wieder Assistent) und führt die junge Gruppe aus internationalen Zugängen und einigen Talenten mit seiner Erfahrung. Aíto verbrachte allein 15 Jahre beim FC Barcelona – wo er übrigens mit dem Spieler Djordjevic 1997 und 1999 die spanische Meisterschaft und den Korac-Cup 1999 holte. Spaniens früherer Nationaltrainer (Silber bei Olympia 2008) gewann insgesamt neun Meisterschaften, fünfmal die Copa del Rey und eine Handvoll Europapokale.

„Er ist ein Maestro, ich habe damals viel von ihm gelernt“, sagt Djordjevic über den Berliner Coach, der erstmals im Ausland arbeitet.

Topscorer einer ausgeglichenen Mannschaft ist aktuell Center Dennis Clifford (12,6 PpS, 4,3 RpS), der aus der D-League kam, vor Distanzschütze Spencer Butterfield (Nanterre/11,8 PpS) und Forward Luke Sikma (Valencia/10,1 PpS); auch Spielmacher Peyton Siva (10,1 PpS, 6 ApS), der an Bord geblieben ist, und der litauische Nationalspieler Marius Gregonis (Teneriffa/9,8 PpS) punkten regelmäßig zweistellig. Von den einheimischen Youngstern erhält bis dato Tim Schneider (20) mit knapp 18 Minuten Spielzeit viel Vertrauen von Coach Aíto.

Den Bayern fehlt Vladimir Lucic (Bruch eines Mittelfußknochens) noch mehrere Wochen. „Wir müssen jetzt gemeinsam den Ausfall von Vladimir auffangen, aber das werden wir hinkriegen, genau wie in Podgorica“, sagt FCBB-Center Maik Zirbes. Davon ist auch Djordjevic überzeugt: „Luca ist natürlich wichtig für uns, wir vermissen ihn schmerzlich. Andere Spieler müssen nun über sich hinauswachsen und versuchen, den Ausfall zu kompensieren. Vor allem in der Defense und beim Rebound müssen wir uns nun stiegern. Ansonsten sind wir physisch auf einem guten Level.“

Der frühere Albatros Alex King sagt schließlich: „Ich freue mich auf einige alte Bekannte. Auf die Tabelle zu schauen, macht zu diesem Zeitpunkt noch keinen Sinn. Wir werden uns bestmöglich vorbereiten und fahren natürlich nach Berlin, um zu gewinnen. Wir sind in guter Verfassung. Alba ist als Tabellenführer und in eigener Halle leichter Favorit, aber ich erwarte ein offenes Spiel.“
In der Vorsaison konnte sich der FCBB sowohl in der Hauptrunde, im umkämpften Playoff-Viertelfinale (3:1) als auch im Berliner Pokal-Halbfinale durchsetzen.

Die nächsten Termine:

• SO., 5.11., 15 Uhr: Berlin – FCBB (easyCredit BBL)
• MI., 8.11., 20.30 Uhr: FCBB – Reggio Emilia (EuroCup)
• SO., 12.11., 17.30 Uhr: FCBB – Tübingen (easyCredit BBL)
• MI., 15.11, 20.30 Uhr: FCBB – Galatasaray Istanbul (EuroCup)
• SO., 19.11., 17.30 Uhr: FCBB – Bamberg (easyCredit BBL)

Quelle: FC Bayern Basketball, 3. November 2017

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes

Das könnte dir auch gefallen Mehr vom Autor

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.