Head Coach Raoul Korner auf dem Weg in die Vereinigten Staaten

Spielersuche bei der NBA Summer League in Las Vegas
Bei medi bayreuth ist heute großer Reisetag! Während sich Geschäftsstellenleiter Uwe Miersch auf den Weg nach Mies in der Schweiz zur Auslosung der Gruppenphase in der Basketball Champions League aufgemacht hat, geht es für medi bayreuth Geschäftsführer Philipp Galewski und Head Coach Raoul Korner in die Vereinigten Staaten. Genauer gesagt geht es zur NBA Summer League nach Las Vegas, wo sich der medi Head Coach auf die Suche nach den beiden noch fehlenden Heroes Of Tomorrow für die kommende Saison machen wird.

RAOUL, WIE LANG IST DIE LISTE POTENTIELLER KANDIDATEN, DIE DU IN DIE USA MITNIMMST?
Zu lang, fürchte ich, aber die Hausaufgaben sind gemacht. Das heißt, ich habe eine konkrete Vorstellung, wen ich mir in Las Vegas alles anschauen möchte. Meistens ist es dann so, dass auch durchaus der ein oder andere Name noch dazu kommt, aber unvorbereitet nach Las Vegas zu fahren ist ein Fehler, den ich beim ersten Mal gemacht habe, aber nie wieder. Wie gesagt, die Liste ist lang und sie wird sicherlich in der Woche in den Staaten auch noch länger. Letztendlich brauchen wir zwei Spieler und die müssen passen. Da spielt es eigentlich keine Rolle, wie lang die Liste vorher war, sondern nur, wie genau die beiden passen.

ZUM WIEVIELTEN MAL GEHT ES FÜR DICH JETZT SCHON ZUR NBA SUMMER LEAGUE?
Ich habe vorhin einmal nachgedacht und es müsste das fünfte oder sechste Mal sein. Mittlerweile ist es schon zur Routine geworden. Ich war das erste Mal in Las Vegas, da habe ich noch in Österreich gecoacht, dann ein- oder zweimal während meiner Zeit in Holland und dann eigentlich fast jedes Jahr in Deutschland.

DU SAGST, ES IST SCHON ZUR ROUTINE GEWORDEN. WIE SIEHT DANN SO EIN TAG IN LAS VEGAS AUS?
Am Vormittag ist meistens irgendein Free-Agent-Camp dran, da die Summer League erst so gegen Mittag los geht. Das heißt, man sucht sich eine Agentur aus, die interessante Spieler hat und irgendwo in einer versteckten Halle in Las Vegas in irgendeinem High School Gym ihr Showcase abhält. Dort wird man mit Spielern praktisch bombardiert. Da sind dann so zwischen 80 und 120 Spieler und natürlich auch deren Agenten, die dir dann versuchen weiß zu machen, dass ihr Spieler genau der Richtige ist für dich. Ab 13 Uhr geht es dann zur NBA Summer League, die in zwei Hallen gespielt wird. In die große Halle passen so 18.000 Zuschauer rein und in die kleine “nur” so circa 6.500. Hier finden dann parallel die Spiele statt, so dass man bis circa 20 oder 21 Uhr zwischen den beiden Hallen hin und her tingelt. Dabei kämpft man sich dann da durch die Zuschauermassen und versucht möglichst wenigen Agenten über den Weg zu laufen, mit denen man nicht reden möchte.

DU WIRST UNSEREN ERSTEN NEUZUGANG JAMES ROBINSON IN LAS VEGAS TREFFEN. HABT IHR EUCH SCHON ZUM ABENDESSEN VERABREDET?
Konkret haben wir uns noch nicht verabredet, aber wir haben auf jeden Fall gesagt, dass wir uns treffen werden. James hatte einen Cut erlitten und deshalb nicht gespielt, da er noch die Fäden drin hatte. Die sind jetzt wieder rausgekommen und ich bin gespannt, ob er zum Einsatz kommt. Natürlich freue ich mich, ihn zum einen live zu sehen und zum anderen beim Abendessen noch ausführlicher mit ihm sprechen zu können, als wir das ohnehin schon getan haben und das war schon relativ ausführlich.

FÜR DICH SIND DIE SPIELERISCHEN QUALITÄTEN DAS EINE, WIE DER MENSCH SO ALLGEMEIN TICKT DAS ANDERE. WIE WICHTIG IST ES FÜR DICH, DIE SPIELER VOR ORT AUCH ETWAS BESSER KENNEN ZU LERNEN, UM SAGEN ZU KÖNNEN, OB DER TYP LETZTLICH PASST?
Das ist extrem wichtig! Ich würde keinen Spieler verpflichten, mit dem ich mich nicht wohlfühle. Also wenn ich zehn Minuten mit ihm zusammensitze und ich merke, da kommt nichts, da ist überhaupt keine Chemie da, dann würde ich diesen Spieler nicht unter Vertrag nehmen. Das spielt bei mir schon eine große Rolle und ich glaube, das hat man auch an der Mannschaft in der letzten Saison gesehen, dass das alles Typen waren, die durchaus zugänglich waren und auch den notwendigen Humor hatten. Wichtig ist jetzt natürlich, dass die Neuen in die bestehende Mannschaft hinein passen, die ja schon sehr konkret ist, und das sowohl spielerisch als auch charakterlich. Das hat für mich die gleiche Gewichtung.

WAS DÜRFEN WIR DIR ABSCHLIESSEND WÜNSCHEN FÜR LAS VEGAS?
Ja zunächst einmal einen Flug ohne Turbulenzen, dass wir unseren Anschlussflieger in Zürich nicht verpassen und in Las Vegas, glaube ich, wünscht man am besten Viel Glück!

IN DIESEM SINNE: VIEL GLÜCK, RAOUL!

Quelle: medi bayreuth, 10. Juli 2017

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