Matchball: Team und 6.000 Fans fighten gemeinsam für das Finale

Die EWE Baskets Oldenburg trennt nur noch ein Schritt von der dritten Final-Teilnahme in der Vereinsgeschichte. Den Matchball wollen die Oldenburger am Dienstag (19 Uhr) in der ausverkauften Großen EWE Arena verwandeln.

Ausgangsposition: Eine ganze Stadt fiebert dem Sprungball am Dienstag entgegen und träumt vom Einzug ins Endspiel. Die vierte Partie war innerhalb von 45 Minuten ausverkauft, Restkontingente aus Ulm waren binnen weniger Augenblicke vergriffen. Der letztlich souveräne Erfolg im dritten Spiel hat den Glauben an das Weiterkommen noch einmal gestärkt: 87 Prozent der Oldenburger Fans glauben laut unserem Twitter-Voting (Stand: Montag, 16 Uhr) an den Einzug ins Finale.

Der Verlauf der Serie hat dabei eine märchenhafte Wandlung genommen, die auch den Saisonverlauf der Oldenburger widerspiegelt. Zur Halbzeit des zweiten Spiels schien das Saisonende für die Mannschaft von Headcoach Mladen Drijencic zu nahen, nur drei Halbzeiten und eine Verlängerung später ist der dritte Finaleinzug nach 2009 und 2013 greifbar.

Neben einer schier unbezwingbaren Moral ist es vor allem die deutlich stärkere gewordene Verteidigung der EWE Baskets, die der Serie eine Wende gegeben hat. Nur 61 Punkte erlaubten die Oldenburger den Ulmern im dritten Spiel, rangen den Gastgebern die schwächste Ausbeute der Saison ab. Die Oldenburger lieferten die beste Defensivleistung zum optimalen Zeitpunkt. Die Wurfquote der Ulmer sank im dritten Spiel auf 37,5 Prozent.

Zudem hat Oldenburg mit Rickey Paulding den überragenden Mann der bisherigen Spiele in den eigenen Reihen. 23,7 Punkte bei 52,7 Prozent Wurfquote legt Paulding auf und verteilt zusätzlich 4,3 Assists im Schnitt. Der Oldenburger Kapitän übernimmt in den entscheidenden Momenten Verantwortung, erzielt im letzten Viertel 7,3 Punkte bei 61 Prozent Wurfquote. Doch auch Brian Qvale und Chris Kramer spielen ein starkes Halbfinale. Brian Qvale dominiert in der Zone mit 16,7 Punkten und acht Rebounds im Schnitt, während Chris Kramer mit 10,3 Punkten, fünf Rebounds, sieben Assists und 2,7 Steals aufwartet.

Für die Partie am Dienstag ist allerdings noch einmal ein ganz heißer Fight zu erwarten. Die Mannschaft wird über die eigene Schmerzgrenze gehen und schwere Situationen meistern müssen. Dabei sollen am Dienstag auch wieder die Fans in der großen EWE Arena zu einem wichtigen Faktor werden. Beim unglaublichen Comeback vor einer Woche hatte sich bereits gezeigt, welchen Druck und welche Energie Mannschaft und Fans gemeinsam entfachen können. Morgen müssen alle gemeinsam noch einige Prozent zulegen, um den letzten Schritt ins Finale zu gehen.

Der Gegner: Die Situation ist für Gästetrainer Thorsten Leibenath vor der Reise nach Oldenburg problematisch. Statt des nahezu sicheren Final-Einzugs könnte eine über weite Strecken sensationelle Saison in einer großen Enttäuschung enden. Ein Gefühl, das die Mannschaft im dritten Spiel zu hemmen schien.

Am Dienstag ist allerdings ein Gegner zu erwarten, der mit dem Rücken zur Wand bis zur letzten Sekunden fighten wird. Karsten Tadda hatte bereits im Interview nach Spielende angekündigt, dass die Ulmer mit Schaum vor dem Mund an der Hunte antreten werden.

Möglich scheint dabei, dass Gästecoach Thorsten Leibenath vor dem vierten Spiel noch Veränderungen am Kader vornehmen wird. Der seit mehreren Wochen fehlende Da’Sean Butler wäre eine Option, um die Oldenburger vor neue Aufgaben zu stellen. Sollte Butler in das Team rücken, müsste ein anderer Akteur aussetzen. Auch Tim Ohlbrecht wird mit an die Hunte reisen.

Zahlen zum Spiel: In seinem 400. BBL-Einsatz kletterte Rickey Paulding mit 5.373 Punkten auf den dritten Platz der All-Time Scoring-Liste der BBL. Mit dem Einzug ins Finale wäre sogar ein Sprung auf den zweiten oder ersten Platz möglich. Ein Blick in die Vergangenheit darf den EWE Baskets zudem zusätzlichen Mut geben: In sechs Playoff-Serien hatten die Oldenburger bisher den Matchball in eigener Halle und gingen jedes Mal als Sieger vom Parkett.

Stimme zum Spiel:
Headcoach Mladen Drijencic: „Morgen wartet ein ganz harter Fight auf uns. Die Verteidigung war im dritten Spiel auf dem höchsten Level und ist sicher auch ein Schlüssel für das vierte Spiel. Wir müssen von Beginn an Fokus, Intensität und Verteidigung auf höchstem Niveau zeigen. Dazu wollen wir in der Offensive wieder sehr konzentriert agieren. Der Start in die Partie wird sehr wichtig sein. Natürlich müssen wir dann aber bis zum Ende durchziehen. Wir werden über die Schmerzgrenze gehen müssen und dann werden auch unsere Fans wieder zum entscheidenden Faktor. Auf dem Parkett wird sich ein Team in gelben Trikots über 40 Minuten zerreißen, die gleiche Intensität und Leidenschaft brauchen wir von 6.000 Fans in gelben Shirts auf den Rängen.“

Quelle: EWE Baskets Oldenburg, 29. Mai 2017

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