67:76: Die Reise endet im dritten Halbfinale

Die Basketballer des FC Bayern München haben das dritte Halbfinale bei Brose Bamberg 67:76 (45:40) verloren und sind damit im Playoff-Halbfinale ausgeschieden. Vor 6.150 Zuschauern lag der FCBB lange vorn und hatte bis in die Schlussminuten die Chance, die Partie für sich zu entscheiden. Eine erneut unzureichende Dreier- (3/21) und eine schwächere Freiwurf-Quote (70 % FCB, 93 % Bamberg) waren mit entscheidend in einem immens umkämpften und engen Spiel. In der zweiten Hälfte fand der FCBB offensiv nicht mehr in den Rhythmus, durch den er noch vor dem Seitenwechsel die Partie kontrolliert hatte. Erfolgreichster Werfer im Team war Vladimir Lucic mit 19 Punkten.

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 17:17, 28:23, 11:14, 11:20.

Für den FC Bayern Basketball spielten: Vladimir Lucic (19 Punkte), Devin Booker (13/6 Rebounds), Reggie Redding (12/5 Assists), Dru Joyce (6), Danilo Barthel (6), Maxi Kleber (5), Bryce Taylor (4), Nihad Djedovic (2), Anton Gavel, Maik Zirbes, Alex King (dnp), Nick Johnson (dnp).

Die Stimmen zum Spiel:

Sasa Djordjevic, Cheftrainer des FCBB: „Gratulation an Andrea und seine Coaches. Wenn ich etwas ändern hätte können, dann Bonns Sieg im ersten Playoff-Spiel hier. Denn das hat Bamberg anders in unsere Serie starten lassen und sie aufgeweckt. Wir haben nach dem ersten klaren Spiel hier gut reagiert. Das Spiel in München hätten wir anders beenden müssen. Ich bin aber sehr stolz auf mein Team, den Staff und den Klub. Für uns wird das heute ein Neustart sein. Wir hätten den Sieg verdient gehabt, aber dann haben sie sehr schwere Würfe getroffen, vor allem Zisis mit Brett. Wir haben dagegen unsere offenen Würfe einfach nicht getroffen und auch sechs Freiwürfe in der entscheidenden Phase. Bambergs Spieler hat in solchen großen Momenten einfach Tonnen mehr an Erfahrung. Aber wir gehen erhobenen Hauptes, die beiden letzten Spiele waren sehr gut von uns.“

Danilo Barthel: „Wir haben gekämpft und alles gegeben. Natürlich schmerzt so ein Saisonende sehr. Wir sind sehr enttäuscht. Ich glaube, es war in den letzten zwei Spielen ein Duell auf Augenhöhe. Vielleicht war es Erfahrung, vielleicht auch Glück, so wie bei dem Dreier mit Brett am Ende. Wir können trotzdem stolz sein, denn wir haben nie aufgegeben und waren in Spiel zwei und auch heute phasenweise die bessere Mannschaft.“

1. Viertel

Mit Anton Gavel, Bryce Taylor, Vladimir Lucic, Maxi Kleber und Devin Booker begann der FCBB das Do-or-Die-Spiel in Bamberg. Anders als im ersten Halbfinale sieben Tage zuvor startete der Gast gut: Bryce Taylor und Devin Booker schlossen gleich die ersten drei Angriffe erfolgreich ab, Bamberg antwortete mit zwei Dreiern (6:6/3. Spielminute). Nach dem offensiven Start nahm das Spiel auch in der Defense an Intensität zu, beide Mannschaften gestatteten dem Gegenüber nur schwierige Abschlüsse, ehe Maxi Kleber per Dunk und Drei-Punkt-Spiel die Bayern wieder in Führung brachte (9:6/5.). Das Spiel wog schon in der Anfangsphase hin und her, viele Fouls und Freiwürfe prägten das Bild (12:11/8.). Nach zehn Minuten war nicht nur der Spielstand ausgeglichen (17:17), auch im Spiel waren keine Vorteile für einen der Kontrahenten auszumachen. Die Bayern passten jedenfalls viel besser auf den Ball auf (2 Turnover) als in Spiel eins.

2. Viertel

Knapp zwei Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, als Coach Sasa Djordjevic zur ersten Auszeit überhaupt bat. Zuvor hatte Bamberg seinen vierten Dreier des Spiels versenkt (19:22/12.). Nur 60 Sekunden später folgte der Heim-Coach mit dem Time-Out, nachdem die Bayern die Führung wieder übernommen hatten (23:22/13.). Die Gäste blieben äußerst konzentriert und schafften es immer wieder, Devin Booker in Korbnähe einzusetzen – einzig ein frühes drittes Foul an Bryce Taylor war in dieser Phase aus Bayern-Sicht überflüssig (25:22/15.). Vladimir Lucic übernahm nun das Münchner Spiel, zog immer wieder erfolgreich zum Korb und brachte durch acht Punkte in Serie die Bayern erstmals etwas weiter nach vorn (36:30/17.). Immer wieder schnupperte Bamberg am Führungswechsel, doch München antwortete stets selbstbewusst und sehenswert: Maxi Kleber schloss den Fastbreak per Alley-Oop ab (41:35/19.). Nach 20 durchweg überzeugenden Minuten ging der FCBB mit einer verdienten Führung in die Halbzeit (45:40/20.).

3. Viertel

Es dauerte zweieinhalb Minuten, bis die Gäste den ersten Korb nach der Pause erzielten: Vladimir Lucic traf aus der Mitteldistanz (47:42/23.). Da aber die Verteidigung der Münchner gleich wieder auf Betriebstemperatur lief, hatte der Vorsprung vorerst weiter Bestand, obwohl der FCBB in diesen Minuten einige gute Abschlussmöglichkeiten ungenutzt ließen. So dauerte es knapp sechs Minuten, ehe Lucic von der Freiwurflinie weitere Münchner Punkte folgen ließ (49:47/26.). Das Spiel stand nun auf des Messers Schneide, Bayern wehrte den Bamberger Sturmlauf trotz offensiver Schwierigkeiten im dritten Viertel vorerst ab (51:51/28.). Dass die Bayern mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung (56:54) ins Schlussviertel gingen, lag vor allem an einem stark aufgelegten Vladimir Lucic (19 Punkte).

4. Viertel

Bamberg eröffnete das Schlussviertel mit einem 6:0-Lauf (viertelübergreifend 9:0) und gingen erstmals seit dem zweiten Viertel in Führung (56:60/32.). München vergab dagegen weitere gute Möglichkeiten unter dem Korb und von der Freiwurflinie. Dru Joyce beendete die offensive Flaute der Bayern, die Gäste mussten in dieser Phase aber aufpassen, nicht vorentscheidend an Boden zu verlieren (58:62/34.). Die Münchner kämpften verbissen um die erneute Wende und war knapp vier Minuten vor dem Ende wieder dran (62:64/37.), und das obwohl der FCBB nur noch selten unter den Korb zu spielen vermochte und von der Dreierlinie wie schon in Spiel eins nicht traf (3/20). Das Spiel steuerte nun erneut in eine dramatische Crunchtime: Während Bayern von außen weiter glücklos agierte, traf Bambergs Nikos Zisis mit Ablauf der Wurfuhr einen glücklichen Dreier über Brett (66:71/39.) – es sollte der entscheidende Nackenschlag für die Münchner gewesen sein.

Quelle: FC Bayern Basketball, 28. Mai 2017

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