Ein „Local Player“ für die Panthers

Die Wiha Panthers VS treiben die Personalplanungen für die Pro B-Saison 2017/18 weiter voran. Die zweite Vertragsverlängerung betrifft einen sogenannten „Local Player“: Kapitän Edin Alispahic, vor Jahresfrist wertvollster Spieler der Regionalliga und Seele des Teams, bleibt den Raubkatzen erhalten.

Local Player? Was sich nach Kneipe und Traditionsultra anhört, ist in Wahrheit eine Konstruktion der 2. Basketball-Bundesliga, die zur Ausgrenzung nicht in Deutschland aufgewachsener Spieler, also im Wesentlichen zur Ausgrenzung von „Ausländern“, jüngst beschlossen wurde.

Da trifft es sich gut, dass der Panthers-Kapitän zwar die slowenische Staatsbürgerschaft besitzt, als Kind jedoch mit seiner Familie vor dem Jugoslawien-Krieg nach Deutschland floh und im tiefen Niederbayern eine Bleibe fand. Der junge Edin spielte drei Jahre lang beim ESV Mühldorf Fußball und gilt nach der Definition der Basketballliga damit als „Local Player“.

Nachdem sich die Lage auf dem Balkan beruhigt hatte, kehrte Alispahics Familie nach Bosnien zurück und wurde dort basketballerisch ausgebildet. An Deutschland behielt er gute Erinnerungen und folgte dem Ruf in den Schwarzwald, wo er inzwischen eine sportliche wie private Heimat gefunden hat. „Edin ist allen voran ein feiner Mensch“, weiß Panthers-Trainer Alen Velcic zu berichten. „Er ist ein hochklassiger Basketballer, der seine Trainer und Spielerkollegen in besonderem Maße mit Respekt behandelt“.

Sportlich ist Alispahic ein großer Leader. Er drehte auf, wenn seine Scoringfähigkeiten gefragt waren, nahm sich aber zum Wohle des Teams zurück und wusste besonders gut, wie er für seine Mitspieler Räume schaffen kann. Auch in der Defensive ist er ein Anker. „Wir werden auch eine Liga höher viel Freude an ihm haben, da er sich sehr gut in das Teamgefüge einpasst“, so Velcic.

Sportlich geht es für Alispahic nun in die deutsche Profiliga und auch privat steht ein wichtiger Schritt an: im Sommer wird der 29-Jährige heiraten. Auch beruflich hat er sein Glück gefunden, er arbeitet Vollzeit bei der Firma Sport Müller und baut so an seiner weiteren beruflichen Laufbahn.

„Für die Panthers ist Edin ein Glücksfall und eine Identifikationsfigur. Es war uns wichtig, ihn weiterzuverpflichten, nicht nur wegen der Local Player-Regelung“, so Panthers-Sprecher Matthias Busse, der anfügt: „Dass er als Local Player gilt, zeigt die Unsinnigkeit des Ligakonstruktes. Hätte er in Deutschland nicht Fußball gespielt, wäre er für die Verbandsfunktionäre nur irgendein Ausländer, so gehört er zu einer privilegierten Personengruppe, die angeblich zum Zwecke der Nachwuchsförderung besonders geschützt werden soll“.

Die Panthers-Fans machen ohnehin keinen Unterschied. Sie lieben ihre Basketballer für den Einsatz auf dem Feld und ihre Offenheit daneben. Hierfür steht kaum einer so wie Edin Alispahic.

Quelle: Wiha Panthers Schwenningen, 9. Mai 2017

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