medi bayreuth kann starke Oldenburger in eigener Halle nicht überraschen

Heroes Of Tomorrow verlieren mit 90:102 und liegen mit 0:2 in der Serie zurück

Sie haben wahrlich alles gegeben und bis in die letzte Sekunde gekämpft: Am Ende des zweiten Playoff-Viertelfinales stand für die Heroes Of Tomorrow im Gastspiel bei den EWE Baskets Oldenburg jedoch eine 90:102 (43:49) Niederlage auf der Anzeigetafel.

Von Beginn an übernahmen die Niedersachsen in der mit 6.000 Zuschauern ausverkauften EWE-Arena das Kommando. Insgesamt dreimal lagen die Oldenburger sogar deutlich in Führung, doch Trey Lewis & Co. zeigten ihr großes Herz und kämpften sich leidenschaftlich immer wieder heran.

Die Gastgeber hatten neben der erneuten Treffsicherheit von jenseits der Dreierlinie in der zweiten Viertelfinalpartie diesmal auch deutliche Vorteile beim Rebounding und zudem stets die passende Antwort auf die vielen Bayreuther Versuche, den Rückstand zu minimieren. Am Ende war es abermals die enorme Qualität, Tiefe und Erfahrung im Team der Donnervögel, die ihnen den verdienten Sieg und somit am Sonntag in Spiel 3 in Bayreuth den erste Matchball zum Einzug ins Halbfinale bescherte.
Das sagt Philipp Galewski

“Natürlich sind wir im Augenblick alle etwas enttäuscht, denn wir wollten heute hier gewinnen und die Serie ausgleichen. Nichts desto trotz ist die Serie noch nicht zu Ende. Von Raoul Korner habe ich gelernt, dass sich an unserer Situation nichts geändert hat. Wir brauchen drei Siege um ins Halbfinale aufzusteigen und deshalb gilt der Fokus nun voll unserem Heimspiel am Sonntag. Die Mannschaft wird dann, wie schon die gesamte Saison über, wieder alles geben und mit unseren tollen Fans im Rücken wird uns ein Heimsieg gelingen.”
Die Partie kurz zusammengefasst

Mit dem Sieg aus Spiel 1 und den eigenen Fans im Rücken begannen die EWE Baskets von Beginn an druckvoll und erspielten sich nach einem Paulding-Dreier eine schnelle 7:1 (3.) Führung. Die Hausherren blieben am Drücker und bauten den Vorsprung durch ihre hohe Wurfquote aus: 14:6 (6.), Auszeit Bayreuth. Nach der lauten Ansprache lief es für die Heroes of Tomorrow besser. Binnen fünf Sekunden (!) gelangen Bastian Doreth und Trey Lewis zwei Dreier, nur noch 14:17 (8.). Auch wenn die Dreier nun auf beiden Seiten fielen, kippte das Momentum. Trey Lewis und Robin Amaize nahmen von jenseits des Perimeters Maß und sorgten kurz vor der Pause für das auf dem Herzogkeller beim Public Viewing umjubelte 23:23.

Nach der ersten – und einzigen – Bayreuther Führung zum 25:23, erzielt durch Robin Amaize, hatten die Oberfranken eine weitere kleine Durststrecke, die Oldenburg schamlos ausnutzte. Dominic Lockhart setzte mit seinen Punkten zum 36:25 (15.) das Ausrufezeichen hinter einen 13:0 Lauf. medi konterte durch fünf Anderson-Punkte und kam durch De’Mon Brooks beim 37:45 (18.) wieder auf unter zehn Punkte heran. Die Anstrengung der Heroes Of Tomorrow wurde weiter belohnt. In der letzten Minute verkürzte Nate Linhart auf vier Zähler Rückstand, ehe Rickey Paulding zum 49:43 Pausenstand einnetzte.

Im dritten Abschnitt hielten die Donnervögel medi bayreuth clever auf Distanz. Was medi auch immer versuchte, Oldenburg wusste die Antwort. Der Rückstand der Heroes of Tomorrow pendelte sich bei um die zehn Punkte ein, ehe Oldenburg ab der 28. Minute nochmals davonziehen konnte. Nach einem Massenat-Dreier legte Vaughn Duggins nach. 77:61 hieß es kurz vor dem letzten Wechsel.

Trotz des mittlerweile deutlichen Rückstands gab das Team von Head Coach Raoul Korner nicht auf und wurden belohnt! Nach einem 3-Punkt-Spiel von Kyan Anderson zappelte ein Linhart-Dreier im Netz: 70:83 (34.). Nach einer Oldenburger Auszeit legte Assem Marei fünf Punkte nach und sorgte nach einem 11:0 Lauf für das 75:83. Näher sollten die Burschen von Raoul Korner an diesem Abend aber nicht mehr herankommen. Foulprobleme bei Robin Amaize, De’Mon Brooks und Assem Marei verhinderten eine größere Intensität in der Defensive und sorgten für Freiräume, die diesmal vor allem Frantz Massenat mit wichtigen Dreiern nutzte. Er war es auch, der mit einem Distanzwurf für den Endstand von 102:90 sorgte.

Drei Fakten zum Spiel

Frantz Massenat: Der Point Guard der EWE Baskets war in Spiel 2 einer der Schlüssel zum zweiten Oldenburger Sieg. Der 25-Jährige traf zwar keinen Wurf aus der Nahdistanz, dafür aber mehrere ganz wichtige Dreier. Vor allem dann, wenn medi die Möglichkeit hatte, den Rückstand zu minimieren, fanden die Oldenburger den US-Amerikaner. Nur sieben Versuche brauchte Massenat für fünf Treffer von Downtown. Sieben erfolgreich verwandelte Freiwürfe ergeben in Summe 22 Punkte für den Matchwinner in Reihen der Niedersachsen.

Rebounds: Im ersten Playoff-Spiel hatten die Heroes of Tomorrow bei den Rebounds noch die Nase vorne (34:29). In der zweiten Partie waren die Donnervögel besser. Vor allem Brian Qvale, der am Freitag noch fast vollständig aus dem Spiel genommen wurde, konnte sich diesmal unter beiden Brettern besser in Szene setzen. Neun Rebounds, darunter vier offensive, gelangen dem früheren Bayreuther. Neun Rebounds waren es auch, die Oldenburg am Ende mehr auf dem Konto hatte. Während medi nur auf 24 abgegriffene Bälle kam, waren es bei den Hausherren 33 – davon zwölf in der Offensive.

Kampfgeist: Neun Zähler Rückstand im ersten Viertel, 14 im zweiten, 16 im dritten und gar 19 Punkte Rückstand im letzten Viertel – Oldenburg lag fast die gesamte Spielzeit über deutlich vorne. Aber: Aufgegeben haben die Heroes Of Tomorrow im zweiten Viertelfinalspiel zu keinem Zeitpunkt! So konnte der Rückstand aus dem ersten Abschnitt sogar in eine Führung verwandelt werden, im zweiten Viertel kam man wieder auf vier Zähler heran. Auch nach dem mit 19 Zählern größten Rückstand gaben die Burschen von Head Coach Raoul Korner nicht auf und verkürzten noch einmal auf acht Zähler.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): “Das war ein deutlicher und verdienter Sieg für die Oldenburger im zweiten Spiel. Wir mussten relativ früh einem Rückstand nachlaufen. Erschwerend kam hinzu, dass unsere Big Men in Foulprobleme gekommen sind. Wir mussten dann auf eine kleine Lineup umstellen, das hat uns Rebounds gekostet. Wir haben es nicht hinbekommen, die Trefferquote der Oldenburger von der Dreierlinie gering zu halten, es waren wieder einmal 52 Prozent. Was man aber auch gesehen hat: Wir haben gefightet, wir haben uns niemals aufgegeben. Und das wird auch in den verbleibenden drei Spielen so bleiben.”

Mladen Drijencic (EWE Baskets Oldenburg): “Es war so, wie wir es erwartet haben: 40 Minuten intensiver Fight. Für diese Energie und Spielweise kann man Bayreuth nur loben. Obwohl sie fünf Minuten vor Ende mit 15 hinten liegen, geben sie nicht auf. Es ist sehr schwer, gegen Bayreuth den eigenen Spielrhythmus zu finden. Wir haben aber heute die Ruhe im Pick-and-Roll bewahrt. Die Trefferquote insbesondere von Frantz Massenat hat uns geholfen, als Sieger vom Platz zu gehen. Dazu haben wir den Rebound kontrolliert und nur vier Offensiv-Rebound zugelassen. Wir sind jetzt einen Schritt weiter Richtung nächste Runde, aber wir müssen aufpassen, dass bei uns nicht die Konzentration runtergeht. Es geht um Feinarbeit und volle Konzentration über 40 Minuten.”
EWE Baskets Oldenburg vs. medi bayreuth 102:90 ( 23:23 – 26:20 – 28:19 – 25:28 )

EWE Baskets Oldenburg: MASSENAT 22, QVALE 19 (9 Rebounds), DE ZEEUW 14, Schwethelm 13, PAULDING 13, Duggins 10, C. Kramer 9 (12 Assists), LOCKHART 2, Freese 0, Mädrich 0, D. Kramer, Wimberg.

Dreier: Massenat 5, Paulding 3, De Zeeuw 2, Schwethelm 2, C. Kramer 1.

medi bayreuth: LEWIS 25, MAREI 14 (7 Rebounds), Amaize 13, ANDERSON 12, LINHART 7 (4 Assists), Doreth 6, BROOKS 6, Wachalski 5, GONZALVEZ 2, Trieb, Adler.

Dreier: Lewis 7, Amaize 1, Anderson 1, Linhart 1, Doreth 1.

Schiedsrichter: Rodriguez, Panther, Straube.

Alle Statistiken unter www.easycredit-bbl.de/de/n/spielberichte/2016-17/nachbericht/2017-05-09-old-bay/

Quelle: medi bayreuth, 9. Mai 2017

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