Heimspiel am Donnerstag: Albatrosse kämpfen um Ausgleich

Am Donnerstag bestreiten unsere Albatrosse in der Mercedes-Benz Arena das zweite Spiel im Viertelfinale gegen Bayern München. So deutlich die Niederlage im ersten Duell auch war und so stark der Gegner auch aufgetreten ist, für Thomas Päch und sein Team gibt es dabei natürlich trotzdem nur ein Ziel: die Serie vor den eigenen Fans wieder auszugleichen. Am Dienstag waren für die Partie schon 10.000 Tickets vergriffen.

Je mehr den letztjährigen Finalisten und diesjährigen Punktrunden-Besten Ulm und Bamberg auf der Saison-Zielgeraden die Luft auszugehen scheint, desto stärker rückt der FC Bayern München als lachender dritter Favorit auf den Meistertitel ins Rampenlicht. Seit Dezember haben die Münchener nur ein Spiel in der easyCredit BBL verloren und sind damit das beste Team der Rückrunde. ALBA hat im Playoff-Viertelfinale anscheinend den schwersten Gegner erwischt.

Star-Ensemble agiert kompromisslos teamorientiert

Der im Sommer als Nachfolger für den aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Svetislav Pesic nach München gekommene serbische Nationaltrainer Aleksandar Djordjevic hat das Bayern-Team nicht nur verstärkt, sondern hat es auch geschafft, das hochkarätige Star-Ensemble auf eine kompromisslos teamorientierte Linie einzuschwören. Die Münchener weisen die mit Abstand beste Wurfquote in der Liga auf (53 Prozent) und teilen den Ball mit 22,5 Assists pro Spiel besser als jeder andere Bundesligist. Kein Bayern-Spieler punktet dabei im Schnitt zweistellig, aber gleich für acht Münchener stehen in der Statistik mehr als neun Punkte pro Spiel zu Buche.

Dank dieser Ausgeglichenheit fällt es auch kaum negativ ins Gewicht, dass die auf der Position eins eingesetzten Guards Anton Gavel und Nick Johnson keine gelernten Spielmacher sind. So wie der Deutsch-Slowake seine größten Stärken als exzellenter Verteidiger auf der Position zwei entwickelt, tut das der US-Guard als extrem gefährlicher Schütze. Dass die Bayern sich im März trotzdem noch mit Dru Joyce einen echten Point Guard ins Team geholt haben, unterstreicht den Ehrgeiz, mit dem die Bayern jetzt die Gunst der Stunde zum Gewinn der Meisterschaft nutzen wollen. Am Samstag in Spiel eins gegen ALBA glänzte Joyce mit acht Assists in nur zwölf Minuten.

Redding und Lucic sind die verlängerten Arme des Trainers

Die gefährlichsten Dreierschützen im Team sind die beiden Ex-Albatrosse Bryce Taylor und Nihad Djedovic, die mit ihren schnellen Beinen und flinken Fingern auch maßgeblichen Anteil an der aggressiven Verteidigung haben, mit der die Bayern ihre Gegner enorm unter Druck setzen. Auch mit ihren 8,6 Ballgewinnen pro Spiel führen die Münchener nämlich die Liga an. Dass ALBA am Samstag in München so deutlich unter die Räder kam, lag nicht zuletzt an den 20 eigenen Ballverlusten bzw. den 13 Münchener Steals, aus denen die gefährlichen Schnellangriffe resultieren, die bevorzugt von Taylor und Djedovic abgeschlossen werden.

Als Anführer haben sich bei den Münchenern indes die Forwards Reggie Redding und Vladimir Lucic herauskristallisiert, die mit großer Spielintelligenz und Vielseitigkeit als verlängerte Arme von Trainer Djordjevic fungieren und die das Heft in kritischen Situationen in ihre Hände nehmen. Auch am Samstag waren es diese beiden Spieler, die ALBA mit vier Dreiern innerhalb von nur zwei Minuten aus der Bahn warfen. Während der Ex-Albatros dabei quasi als „Point Forward“ das Spiel in der Offensive organisiert, bildet der für seine 2,04 Meter sehr bewegliche serbische Nationalspieler das Rückgrat der Münchener Verteidigung.

Im Frontcourt ein US-Center und vier Nationalspieler

In einer Mannschaft, in der jede Position hochkarätig doppelt besetzt ist, tummeln sich auf der Position vier mit Maxi Kleber, dem aktuell mit einem geschwollenen Knöchel angeschlagenen Danilo Barthel und dem im Sommer aus Berlin zu seinem Jugendclub zurückgekehrten Alex King nicht weniger als drei Nationalspieler. Die größte Aufmerksamkeit zieht dabei Kleber mit seinen spektakulären Blocks auf sich, mit denen er seine Gegner demoralisiert. Der in Würzburg aufgewachsene (und deshalb zuweilen mit Dirk Nowitzki verglichene) talentierte wie lange Power Forward ist aber auch ein exzellenter Dreierschütze.

Unter dem Korb sind die Münchener mit dem letztjährigen MVP der französischen Liga, Devin Booker, und dem im Februar von Maccabi Tel Aviv ausgeliehenen Maik Zirbes sehr physisch und reboundstark aufgestellt. Während man dem deutschen Nationalcenter dabei seine große Kraft auf den ersten Blick ansieht, muss man beim US-Center etwas genauer hinschauen, denn die enorme Explosivität und Athletik, die Booker in die Lage versetzt, bei Bedarf auch den Schnellangriff zu laufen, täuscht etwas darüber hinweg, dass auch er ein echtes Kraftpaket ist.

Quelle: ALBA BERLIN, 9. Mai 2017

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