Starkem Playoff-Auftakt der Heroes Of Tomorrow fehlte nur das Happy End

medi bayreuth verliert tolles Spiel 1 im Viertelfinale gegen Oldenburg 83:85

Nach 21 langen Jahren haben die Heroes Of Tomorrow der Sportstadt Bayreuth einmal wieder ein Playoffspiel in der Basketball Bundesliga beschert. Und es war ein hochklassiges, das erste Spiel der Viertelfinal-Serie in der easyCredit BBL zwischen medi bayreuth und den EWE Baskets Oldenburg. Während die Bayreuther auf den verletzten Andreas Seiferth verzichten mussten, konnten die Niedersachsen in Bestbesetzung antreten und entschieden das hart umkämpfte Auftaktmatch der best-of-five-Serie in der mit 3.300 Zuschauern ausverkauften Oberfrankenhalle mit 85:83 (40:48) knapp für sich.

Dabei hatten die Heroes Of Tomorrow extrem gut begonnen: Hervorragend von Head Coach Raoul Korner und seinem Assistenten Lars Masell eingestellt, beherrschten Assem Marei & Co. in der ersten Halbzeit ganz klar das Geschehen und führten 92 Sekunden vor dem Seitenwechsel sogar schon mit 16 Zähler. Doch noch vor der Halbzeitsirene zeigten die Gäste aus Niedersachsen ihre große Klasse und verkürzten die medi-Führung auf 48:40.

In der zweiten Halbzeit lieferten sich beide Teams einen tollen Kampf. Keine Mannschaft konnte sich dabei entscheidend absetzen und so war klar, dass letztlich Kleinigkeiten den Ausschlag in dieser Partei geben würden. Hier zahlte sich die Erfahrung der Oldenburg einmal mehr aus, die in der Crunchtime einfach weniger Fehler machten und den Sieg aus der Oberfrankenhalle entführen konnten.

Spiel zwei im Viertelfinale steigt am kommenden Dienstag nun in Oldenburg. Ab 18:30 Uhr haben die Heroes Of Tomorrow dann nur ein Ziel: den Ausgleich der Serie!

Das sagt Steve Wachalski

“Zu Beginn haben wir das Spiel klar dominiert. In der zweiten Halbzeit hat Oldenburg wirklich gut von Außen getroffen und wir hatten mit der Pick and Roll Defensive Probleme. Ihre Schützen standen oft zu offen. Aber wir haben heute ein gutes Spiel gemacht und am Ende hätten beide Mannschaften das Spiel gewinnen können. Jetzt fahren wir nach Oldenburg. Natürlich ist es schwer, dort zu gewinnen, aber wenn wir wie heute spielen und wieder die Energie bringen, dann haben wir gute Karten. Die Stimmung in der Halle war heute wieder grandios und ich denke man hat gemerkt, wie uns die Fans tragen, wie viel uns die Unterstützung bringt, auch wenn wir am Ende stehend k.o. waren. Jetzt haben wir einen Tag frei, dann fahren wir nach Oldenburg und dann schauen wir mal!”
Die Partie kurz zusammengefasst

Playoffs in Bayreuth – und die Stimmung in der Oberfrankenhalle war noch etwas besonderer als zuvor. Nervös begannen die Heroes Of Tomorrow mit einer Durstrecke bis zur dritten Minute, in der die Gäste schon mit 5:0 führten. Assem Marei verkürzte, Nate Linhart glich per Dreier aus und das Team war voll im Spiel. Durch einen weiteren Dreier, diesmal von Kyan Anderson, ging medi mit 14:11 (7.) in Führung – und blieb am Drücker. Der Vorsprung wuchs bis auf 18:11 (9.), erst dann holte Oldenburg etwas auf.

Mit 22:17 ging es in den zweiten Abschnitt. De’Mon Brooks und Robin Amaize erhöhten und nach einem Dreier von Steve Wachalski führten die Heroes Of Tomorrow beim 29:19 (14.) erstmals zweistellig. medi verteidigte nun nicht nur gut, sondern dominierte den starken Gegner. 92 Sekunden vor dem Ende wurde Trey Lewis beim Dreier gefoult und traf alle drei Freiwürfe – das 48:32 war die höchste Führung des Abends. Durch zwei Dreier von Maxime De Zeeuw und Frantz Massenat kam Oldenburg aber noch einmal heran und ging mit einem 40:48 Rückstand in die Kabine.

Im dritten Abschnitt wurde es immer enger. Oldenburg traf von der Dreierlinie und Vaughn Duggins wurde zum Energizer für sein Team. Bis zur 28. Minute hielten die Heroes Of Tomorrow ihre Führung, dann drehte Rickey Paulding nach einem Schwethelm-Dreier die Partie zum 61:60 – Auszeit Bayreuth. Nun war es eine richtig gute Playoff-Partie, in der die Führung mehrmals wechselte. Auch nach 30 Minuten lag medi bayreuth vorne, Steve Wachalski traf mit der Sirene einen Dreier von weit außen zum 67:65.

Dass das Momentum nicht auf Bayreuther Seite blieb, lag an Vaughn Duggins, der die ersten sieben Oldenburger Punkte des letzten Viertels erzielte. Mit einem seiner seltenen Treffer brachte Brian Qvale sein Team dann wieder in Führung, medi legte aber nach. Nach einem Dreier von Chris Kamer zum 80:76 (37.) sorgten Anderson-Freiwürfe sowie der starke Assem Marei für den 80:80 Ausgleich. In den folgenden zweieinhalb Minuten wurde die Partie zur Defensivschlacht, die durch Kleinigkeiten zu Gunsten der Gäste entschieden wurde. Nach einem Korb von Vaughn Duggins sowie einem Kramer-Freiwurf führten die Gäste mit 85:82, ehe Nate Linhart zwei freiwüfe bekam. Den ersten Freiwurf traf er, beim zweiten vergab er den Wurf absichtlich, um sich den Rebound zu holen. Dabei lief er jedoch zu früh von der Linie los, so dass der Korb nicht gegeben wurde.
Drei Fakten zum Spiel

Assem Marei: Der medi-Center bot einmal mehr eine ganz starke Partie. Der Ägypter erarbeitete sich unter beiden Brettern viel Freiräume und hatte seinen Gegenspieler Brian Qvale fast immer unter Kontrolle. In den entscheidenden Momenten wurde Marei oft sehenswert von seinen Mitspielern bedient und dankte es mit 20 Punkten. Seine Freiheiten drückten sich darüber hinaus in zwölf Rebounds aus, die Marei zu seinem nächsten Double Double brachten.

Dreier: Im Saisonverlauf trafen die EWE Baskets knapp 40 Prozent ihrer Dreier – in der ersten Playoff-Begegnung waren es starke 52 Prozent. Stark auch deswegen, weil insgesamt 13 Distanzwürfe im Bayreuther Ring zappelten. Auf der Gegenseite fielen lediglich acht von 24 Dreiern, was eine Quote von 33 Prozent bedeutete. Vor allem von den je drei Dreiern von Maxime De Zeeuw (6 Versuche) und Chris Kramer (ohne Fehlwurf) profitierten die Donnervögel zu Beginn bzw. am Ende der Partie.

Vaughn Duggins: Nach einer Sprunggelenksverletzung im November dauerte es bis Anfang April, ehe Vaughn Duggins sein Comeback für die EWE Baskets gegeben hat. Wie wichtig der Shooting Guard für sein Team ist, bewies er in der zweiten Halbzeit. Standen nach 20 Minuten noch keine Punkte hinter seinem Namen auf dem Spielberichtsbogen, waren es am Ende der Partie 18 Zähler. Damit half der 29-Jährige den Niedersachsen maßgeblich, nicht nur aufzuholen, sondern die Partie zu ihren Gunsten zu drehen.
Trainerstimmen

Mladen Drijencic (EWE Baskets Oldenburg): “Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir hier gewonnen haben – besonders nach einer sehr schwierigen ersten Halbzeit, in der wir nach 15 Minuten nur 23 Punkte hatten. In den folgenden fünf Minuten hatten wir dann im Vergleich 17 Punkte. Das sagt, wie schwer es für uns war, hier zu spielen und uns an die Pick and Roll Defense und die defensive Taktik von Bayreuth anzupassen. Die Jungs haben es in der zweiten Halbzeit viel besser und sicherer gemacht. Die Schlüsselspieler wie Rickey Paulding, Vaughn Duggins, Chris Kramer oder Brian Qvale haben dann ins Spiel gefunden. Das war am Ende eine sehr gute Leistung in der zweiten Halbzeit, die wir in das nächste Spiel mitnehmen müssen.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Glückwunsch zum Auftaktsieg in der Serie. Wir haben eine umkämpfte Serie, ein umkämpftes Spiel erwartet und wir haben ein umkämpftes Spiel bekommen. Wir haben viele Dinge gut gemacht um unseren größenmäßigen Nachteil unter dem Korb zu kompensieren. Wenn man sich das Scoresheet ansieht und sieht, dass Qvale fünf Punkte gemacht hat, dann kann man das als Erfolg werten. Dass das zu Lasten des Verteidigens der 3-Punkte-Linie geht, haben wir leider zu spüren bekommen. Ich denke, dass letztendlich unter dem Strich die Mannschaft gewonnen hat, die das sicherere Händchen von der 3-Punkte-Linie gehabt hat – und das war definitiv mit 52% Oldenburg. Da waren aus unserer Sicht ein paar vermeidbare Würfe dabei, die wir im nächsten Spiel durch kleinere Anpassungen vermeiden werden. Aber ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, wie sie ihr erstes Playoff-Spiel bestritten hat. Sie hat nicht nur gezeigt, dass sie playofftauglich ist, sondern dass sie in der Lage ist, einem Gegner wie Oldenburg Paroli zu bieten – und definitiv auch ein Spiel zu gewinnen. Oldenburg hat uns den Heimvorteil genommen, wir haben am Dienstag die Chance, uns diesen zurück zu holen. Daran wollen wir auch alles setzen. Vielen Dank an die Fans, es war großartig, es hat Spaß gemacht! Ich freue mich schon auf das nächste Heimspiel.

medi bayreuth vs. EWE Baskets Oldenburg 83:85 ( 22:17 – 26:23 – 19:25 – 16:20 )

medi bayreuth: MAREI 20 (12 Rebounds), LEWIS 17, Amaize 13, BROOKS 10, LINHART 8 (6 Assists), Wachalski 6, ANDERSON 5, Doreth 4, Gonzalvez 0, Trieb, Adler.

Dreier: Wachalski 2, Amaize 2, Lewis 2, Linhart 1, Anderson 1.

EWE Baskets Oldenburg: DE ZEEUW 19, Duggins 18, C. KRAMER 12 (6 Rebounds), PAULDING 12, MASSENAT 10 (6 Assists), Schwethelm 9, QVALE 5 (6 Rebounds), Lockhart 0, D. Kramer 0, Freese 0, Wimberg, Mädrich.

Dreier: C. Kramer 3, De Zeeuw 3, Duggins 2, Paulding 2, Schwethelm 2, Massenat 1.

Schiedsrichter: Matip, Fritz, Madinger

Alle Statistiken unter www.easycredit-bbl.de/de/n/spielberichte/2016-17/nachbericht/2017-05-05-bay-old

Quelle: medi bayreuth, 5. Mai 2017

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