GIESSEN 46ers unterliegen bei medi bayreuth mit 79:89

Am Samstagabend stand für die GIESSEN 46ers um 20.30 Uhr das drittletzte Spiel der Hauptrunde der easyCredit BBL-Saison 2016/17 an. Dabei gastierten die Mittelhessen beim Tabellenvierten medi bayreuth, die angesichts ihrer lediglich zwei Niederlagen als besonders heimstark gelten. In der Oberfrankenhalle mussten die Gäste neben den beiden Langzeitverletzten Thomas Scrubb und Bazoumana Koné auch noch kurzfristig auf Forward Dwayne Evans verzichten. Die 3.228 Zuschauer in Bayreuth sahen ein vor allem durch die Offensive bestimmtes Spiel mit hohen Trefferquoten von jenseits der Dreipunktelinie von den Hausherren (42%). Bei der Gießener 79:89-Niederlage war Justin Sears mit 20 Zählern, fünf Rebounds und drei Assists bester Akteur.

Für die 46ers starteten neben Kapitän Cameron Wells auch Skyler Bowlin, Joshiko Saibou, Marco Völler und Justin Sears. Bei den Gastgebern begannen Kyan Anderson, Nate Linhart, Trey Lewis, De‘Mon Brooks und Assem Marai.

Die ersten Gießener Punkte erzielte Saibou per Dreier, um die erste Führung seiner Mannschaft auf die Anzeigetafel zu bringen (3:2, 2. Minute). Einige Unkonzentriertheiten im Angriffsspiel ließen medi bayreuth in den ersten Minuten jedoch besser ins Spiel starten. Nach Block von Völler leitet ebenjener den Fastbreak auf Saibou ein, der den heraneilenden Sears zum Dunking bediente (7:7, 5. Minute). Auch die darauffolgenden zwei Angriffe sollten allesamt erfolgreich abgeschlossen werden (12:9, 7. Minute). Doch die Oberfranken blieben dran und kamen im direkten Gegenzug durch Linhart und Marei zu Punkten unter dem Korb. Ähnlich unglückliche Situationen im Abschluss wie schon in den ersten Minuten blieben den 46ers in der Folge nicht erspart. Anders sah es beim Gastgeber aus, die durch Lewis wenige Sekunden vor Viertelende per Dreier ihre Führung auf 21:16 ausbauen konnten.

Ebenso wie der Impuls-Dreier zum Ende des ersten Viertels starteten die Oberfranken furios in das zweite Viertel. Zwei erfolgreiche Dreier von Steve Wachalski ließen den Vorsprung auf 27:16 wachsen (11. Minute). Im direkten Gegenzug sind Bowlin per Layup und Sears per Tip-In-Dunk erfolgreich, um nicht den Faden im Spiel zu verlieren (20:27, 12. Minute). Insgesamt waren es in dieser Phase dennoch die Gastgeber, die den Ton angaben: Nach Dreier von Linhart nahm 46ers-Cheftrainer Denis Wucherer beim Stand von 24:36 die erste Auszeit der Partie (14. Minute). Die Reaktion seiner Mannschaft folgte dann nur wenig später – sechs Zähler in Folge durch Völler, Wells und Bowlin ließen den Rückstand auf sechs Zähler schrumpfen (30:36, 16. Minute). Diesmal reagierte Wucherers Gegenpart an der Seitenlinie Raoul Korner mit einer Auszeit. 1:14 Minute vor der Halbzeitpause war dann die alte Führung von elf Punkten schon wieder hergestellt und Gießen sah sich zur nächsten Auszeit gezwungen (33:44). Der letzte erfolgreiche Angriff vor der Halbzeit war dann 46ers-Kapitän Wells vorbehalten, welcher durch starken Zug zum Korb den Halbzeitstand von 35:44 besiegelte.

In der zweiten Spielhälfte erwischte Bayreuth den deutlich besseren Start: Erst konnte Marei nur per Foul gestoppt werden, dann stand der starke Linhart (20 Punkte) nach einer langen Passsequenz frei an der Dreierlinie (48:34, 22. Minute). Bei medi schien nun jeder Angriff ein Treffer zu sein, doch die 46ers kämpften weiter, das Wurfglück lag am heutigen Tag aber nicht bei den Hessen. Den Bayreuther Lauf auf eine 18-Punkte-Führung stoppte dann Wucherer mit einer Auszeit (42:60, 26. Minute). An dem dominanten dritten Bayreuther Viertel änderte sich auch in den nächsten Minuten wenig. In das entscheidende vierte Viertel ging es mit einem 48:64-Rückstand.

Die ersten Zähler des letzten Viertels besorgte Andreas Obst von der Dreierlinie – wenig später ist auch Benjamin Lischka aus ebenjener Distanz treffsicher (53:66, 32. Minute). Was sich schon im gesamten Spiel abzeichnete, setzte sich jedoch auch im Schlussviertel fort: So war Gießen zwischenzeitlich auf dem besten Weg, sich dem einstelligen Rückstand anzunähern. Doch Aktionen wie beispielhaft der schwere Dreier von Lewis aus der Bedrängnis heraus ließen das Spiel wieder in die Bayreuther Richtung kippen – Auszeit Gießen (56:75, 34. Minute). Wells & Co. versuchten beständig – mit allem in ihrer Macht stehenden Mitteln – den Rückstand nochmals zu verkürzen. So war es Wells selbst, der zum 71:82 aus der Mitteldistanz traf (39. Minute). Ohne den angeschlagenen Dwayne Evans reichte es unter dem Strich aber nicht, den Tabellenvierten ins Wanken zu bringen. Am Ende müssen die 46ers die Heimreise mit einer 79:89-Auswärtsniederlage in Bayreuth antreten.

Denis Wucherer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Glückwunsch an den Coach und die Bayreuther für den verdienten Sieg und ich gratuliere zu einer bislang starken Saison. Ich wünsche in den Playoffs mit Heimrecht alles Gute. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass der Unterschied nicht so groß war. Andererseits hatten wir keinen Steve Wachalski, der von der Bank kommt, vier Dreier rein wirft und aussieht wie ein Allstar. Wir waren zu naiv, ihm das wegzunehmen, was er kann. Wenn man mit acht oder zehn Punkten führt, dann spielt es sich deutlich einfacher und dann fallen auch Würfe rein, von der Mittellinie oder mit Brett. Wenn man es schafft, lange dran zu bleiben und das Spiel eng zu halten. Wir waren nicht nah genug dran und sind somit immer einem Rückstand hinterher gelaufen. Im Endeffekt hatten wir keine Chance mehr, das Spiel noch zu drehen.”

Raoul Korner (Cheftrainer medi bayreuth): „Danke für die Glückwünsche. Ein riesen Kompliment an Gießen, es ist immer sehr beeindruckend, was Denis mit seinen Mitteln aus der Mannschaft holt. Zum Spiel: Es war ein sehr solider Sieg von unserer Seite. Wir haben überall eine gute Wurfquote, die daraus resultiert, dass wir den Ball bis zuletzt bewegt haben. Wir haben das Spiel ganz gut kontrolliert. Im letzten Viertel war es auf beiden Seiten dann ein Preisschießen. Ich glaube, wir haben heute einen Schritt nach vorne gemacht und ich gratuliere meinem Team zum vierten Platz. Das ist für uns eine tolle Sache, die nur dann etwas wert ist, wenn wir den Heimvorteil auch nutzen. Darauf zielt unser Fokus jetzt in den Trainings und den letzten beiden Spielen. Wir wollen einen Playoff-Rhythmus aufbauen und zur wichtigsten Zeit des Jahres unseren besten Basketball spielen.”

medi bayreuth – GIESSEN 46ers 89:79 (44:35)

Viertelergebnisse: 21:16, 23:19, 20:13, 25:31

medi bayreuth: David Gonzalvez, Kyan Anderson (15 Punkte), Nate Linhart (20), Bastian Doreth (3), Andreas Seiferth, Trey Lewis (10), Steve Wachalski (14), Robin Amaize (4), Moritz Trieb, De‘Mon Brooks (8), Marius Adler, Assem Marai (15, 14 Rebounds)

GIESSEN 46ers: Joshiko Saibou (3 Punkte), Justin Sears (20), Skyler Bowlin (14), Benjamin Lischka (2), Andreas Obst (9), Jahenns Manigat (9), Cameron Wells (15, 8 Rebounds), Maurice Pluskota (4), Marco Völler (3)

Zuschauer: 3.228

Nächstes Spiel: Freitag, 28.04.2017, 20.30 Uhr: GIESSEN 46ers vs. Telekom Baskets Bonn

Quelle: GIESSEN 46ers, 22. April 2017

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