Kraftakt gegen Frankfurt bringt medi bayreuth die sichere Playoff-Teilnahme

Heroes Of Tomorrow kämpfen SKYLINERS mit 99:98 nach Verlängerung nieder

Nach exakt 21 Jahren steht eine Bayreuther Basketballmannschaft wieder in den Playoffs um die deutsche Meisterschaft! Mit einem 99:98 (38:49, 81:81) Heimsieg nach Verlängerung über die FRAPORT SKYLINERS beseitigte medi bayreuth am 30. Spieltag in der easyCredit BBL alle noch rechnerisch möglichen Zweifel und löste nun endgültig das Ticket für die alles entscheidende Saisonphase.

Im Match gegen die Hessen taten sich die Heroes Of Tomorrow jedoch unerwartet schwer. Gegen die nur mit drei Ausländern angetretenen Frankfurter fehlte es in der ersten Halbzeit vor allem an Stabilität in der Verteidigung, was die Gäste zu einer über 70-prozentigen Trefferquote aus dem Feld und einer komfortablen elf-Punkte-Führung zur Pause nutzten.

Im zweiten Durchgang begann die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner dann sich Schritt für Schritt in die Partie zurück zu arbeiten. Punkt um Punkt kämpfte man sich heran, doch es waren fünf Extra-Minuten notwendig, um an diesem Abend vor 3.098 Zuschauern in der Oberfrankenhalle einen Sieger zu ermitteln. In dieser Verlängerung erwies sich medi bayreuth letztlich als das glücklichere Team und konnte so das Dutzend an Heimsiegen in dieser Saison voll machen. Gleichzeitig war es der 20. Saisonerfolg, der den Heroes Of Tomorrow – bei noch vier ausstehenden Partien – in der Tabelle wieder drei Siege Vorsprung auf die Verfolger aus Bonn und Berlin bescherte.

Das sagt Steve Wachalski

“Aus meiner Sicht war ich mit dem Spiel heute gar nicht zufrieden. Wir haben sehr fahrig angefangen und liefen rum, als ob wir keine Lust haben. Frankfurt hat uns zu Beginn überlaufen. Aber wir haben es wieder geschafft, das Spiel zu drehen. Das ist eine unserer absoluten Stärken! Über den Sieg bin ich am Ende natürlich trotzdem froh.”
Die Partie kurz zusammengefasst

Das Spiel, präsentiert von CAPTAIN SORB, dem Geruchskiller von helsa Functional Coating, begann für medi mit einem Dreier von Trey Lewis nach Maß. Dann allerdings drehten die Gäste auf und kamen durch zwei Dreier (Ilzhöfer, English) sowie Morrison-Freiwürfe zum 10:5 (4.). Die SKYLINERS blieben am Drücker, trafen weiter hochprozentig und lagen nach dem 20:12 (8.) nach zehn Minuten mit 23:18 in Führung.

Auch im kompletten zweiten Abschnitt führten die Hessen. Als es beim 25:27 (12.) von Kyan Anderson eng wurde, legten die Gäste nach und zogen innerhalb einer Minute auf 34:25 wieder davon. Diesen Vorsprung hielten sie bis in die letzte Minute der ersten Halbzeit, in der Nachwuchstalent Isaac Bonga per Dunking beim 49:36 die höchste Frankfurter-Führung des Abends in den medi-Korb stopfte.

Nach einer deutlichen Kabinenpredigt kamen die Heroes Of Tomorrow ganz anders aus der Kabine. Assem Marei schloss einen Viertel übergreifenden 10:1 Lauf mit dem 46:50 (23.) ab, doch Max Merz versenkte im direkten Gegenzug einen weiteren Dreier im Bayreuther Korb. In der Folge waren es Freiwürfe, die medi bayreuth ins Spiel zurückbrachten: Assem Marei und Trey Lewis verwandelten trocken zum 53:57 (27.). In der letzten Minute schmolz der Rückstand nach einem Anderson-Dreier auf 60:62, ehe Quantez Robertson ebenfalls von jenseits der 6,75 Meter-Linie traf.

Mit einem Wachalski-Dreier blies medi im letzten Viertel zum Angriff und nach zwei erfolgreichen Distanzwürfen von Trey Lewis hieß es in der 34. Minute 71:71. Für die erste Führung nach über 30 Minuten sorgte dann Robin Amaize, der im Fast Break das umjubelte 76:75 erzielte. Die Partie war nun vollkommen offen, Frankfurt konnte jedoch immer wieder vorlegen. Ohne Nerven zu zeigen, antworteten die Heroes Of Tomorrow aber jederzeit passend und kamen neun Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit nach einem spektakulären Steal von Kyan Andersons zum 81:81, was die Verlängerung bedeutete.

Nichts für schwache Nerven waren die zusätzlichen fünf Minuten, in denen sich beide Teams auch weiterhin nichts schenkten. Aber: Nach einem weiteren Lewis-Dreier zum 86:83 (42.) hatte medi erstmals die Nase etwas deutlicher vorne. Frankfurt war nun in der Verfolgerrolle, konnte die Partie aber nicht mehr herum reißen. Clever verwaltete das Team von Head Coach Raoul Korner in der punktereichen Verlängerung (35 Zähler) seine Führung – dagegen war auch SKYLINERS-Energizer Quantez Robertson, der 13 der 17 Punkte seines Teams in der Overtime erzielte, machtlos.

Drei Fakten zum Spiel

Robin Amaize: Nur zwei Punkte erzielte der 23-Jährige gegen die SKYLINERS – damit aber riss er in der 37. Minute die Partie durch das 76:75 erstmals seit dem ersten Korb der Partie herum. Wichtiger jedoch waren die Aktionen, die nicht auf dem Scouting stehen. Stand Amaize auf dem Feld, so machte er es vor allem AJ English durch seine harte Defensivarbeit schwer. Dreimal stahl er den Spielern der Hessen den Ball und kam in knapp 18 Minuten, die er auf dem Parkett stand, auf den besten Plus-Minus-Wert aller Akteure: +13. Dafür erhielt der leicht angeschlagene Shooting Guard von Head Coach Raoul Korner in der Pressekonferenz ein verdientes Sonderlob.

Dreier: Hochprozentig trafen beide Mannschaften in dieser Partie von der Dreierlinie. In der ersten Halbzeit waren es vor allem die Gäste, bei denen gefühlt jeder Wurf von außerhalb des Perimeters im medi-Korb landete. Mit 98 erzielten Punkten stellten die SKYLINERS eine Saisonbestmarke auf. Aber auch auf Seiten der Heroes Of Tomorrow waren die Dreier wichtig. Zunächst von Steve Wachalski, der mit seinen Treffen von jenseits der 6,75 Meter sein Team im Spiel hielt. In der zweiten Halbzeit war es Trey Lewis, der mit teils unglaublichen Dreiern erfolgreich war und am Ende auf sechs erfolgreiche Dreier kam.

Quantez Robertson: Über 41 Minuten stand der mittlerweile 32-Jährige in seinem 282. Spiel für die Frankfurter auf dem Parkett und war dabei omnipräsent. Egal, wo sich der Ball auf dem Spielfeld befand, Robertson war in der Nähe. Der Shooting Guard traf hochprozentig (78%) und war in der Verlängerung Zugpferd seiner Mannschaft. Hier erzielte er 13 seiner 22 Punkte. Dazu sammelte er acht Rebounds, fünf Assists und fünf Steals sowie drei Blocks. Effektiv gesehen ergibt dies einen Wert von 38 – Karriere-Bestleistung!

Trainerstimmen

Gordon Herbert (FRAPORT SKYLINERS): “Gratulation an Raoul und sein Team. Es war ein gutes Spiel, es ging hin und her. Beide Teams haben sehr gut getroffen. Ich bin stolz darauf, wie wir gekämpft und gespielt haben. Trey Lewis hat im vierten Viertel einige unglaubliche Würfe getroffen, als wir die Chance hatten, uns wieder etwas abzusetzen. Tez Robertson hat an beiden Enden des Platzes sehr hart und gut gespielt. Es ist wahnsinnig, wie er über 40 Minuten so spielen kann. Ich wünsche Bayreuth, dass sie so weiterspielen.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Danke für die Glückwünsche. Ein riesen Kompliment geht auch an Frankfurt, sie haben uns alles abverlangt und waren über weite Strecken die bessere Mannschaft. Wir sind nicht mit dem Fokus ins Spiel gegangen, den wir uns vorgenommen haben. Wir haben 72% Field Goal Percentage zur Halbzeit zugelassen, da waren zu viele offen Würfe dabei. Es ist schwierig, dem offensiv etwas entgegen zu setzen. Die einzige Möglichkeit war, in der zweiten Halbzeit defensiv und über den Kampf ins Spiel zu kommen. Für mich hat ein Spieler den Unterschied gemacht, der statistisch nicht so auf dem Blatt steht, und zwar Robin Amaize. Er hat defensiv das vorgelebt, was wir uns vorgenommen hatten. Er war so aggressiv im Spiel, dass die anderen Spieler mitkommen mussten. Er hat nicht umsonst den besten Plus-Minus-Wert, obwohl er nicht ganz fit ist und ich ihn wie Kyan Anderson eigentlich schonen wollte. Es ist wichtig, Siege wie diesen gegen ein exzellent spielendes Frankfurter Team mitzunehmen! Wir steigen in 12 Stunden in den Bus und gehen die nächste Aufgabe in Oldenburg an.”

medi bayreuth vs. FRAPORT SKYLINERS 99:98 n.V. ( 18:23 – 18:24 – 22:16 – 21:16 – 18:17 )

medi bayreuth: LEWIS 30, Anderson 24 (8 Assists), MAREI 14 (9 Rebounds, 3 Blocks), Wachalski 12, BROOKS 7, DORETH 5, LINHART 5, Amaize 2, Seiferth 0, Gonzalvez 0, Trieb, Adler.

Dreier: Lewis 6, Wachalski 4, Anderson 2, Brooks 1, Doreth 1, Linhart 1.

FRAPORT SKYLINERS: MORRISON 25, ENGLISH 22, ROBERTSON 22 (8 Rebounds, 3 Blocks), MERZ 14 (8 Assists), ILZHÖFER 6, Agva 4, Kiel 3, Bonga 2, Zeeb, Trtovac.

Dreier: English 5, Robertson 4, Merz 2, Ilzhöfer 2.

Schiedsrichter: Rodriguez, Hack, Arik.

Alle Statistiken unter www.easycredit-bbl.de/de/n/spielberichte/2016-17/nachbericht/2017-04-13-bay-fra

Quelle: medi bayreuth, 14. April 2017

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