Der ewig junge Klassiker: medi bayreuth gastiert am Sonntag bei Brose Bamberg

Heroes Of Tomorrow gehen selbstbewusst ins Oberfrankenderby beim Meister

Eine schon jetzt aus Sicht der Heroes Of Tomorrow überragende Saison biegt so langsam auf die Zielgerade ein. Wie im positivsten Sinne verrückt diese Serie bislang gewesen ist, zeigt wohl am besten die Tatsache, dass die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner seit Wochen einmal wieder als klarer Außenseiter in eine Partie geht. Im Vorfeld des mittlerweile 74. Oberfrankenderbys zwischen medi bayreuth und Brose Bamberg am Sonntag um 18 Uhr in der Brose Arena lief im Lager der Bamberger zwar nicht alles rund, aber auf eigenem Parkett ist der amtierende deutsche Meister ohne Frage ein Schwergewicht. Die Domstädter mussten am letzten Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga zwar in eigener Halle einen Rückschlag im Kampf um die Tabellenführung in Form einer 79:84 Niederlage gegen ratiopharm ulm quittieren, es war jedoch die erste Niederlage nach einer zuvor einzigartigen Serie von sage und schreibe 37 Bundesliga-Heimsiegen in Folge.

Auch wenn die Favoritenrolle somit klar an die Gastgeber vergeben ist, sind die Heroes Of Tomorrow im mittlerweile vierten Aufeinandertreffen mit dem Meister in dieser Saison (Vorbereitung, Liga, Pokalquali) keineswegs chancenlos. Mit viel Energie, Leidenschaft und Intensität wird man auch diesmal die Aufgabe in Angriff nehmen und mit der Unterstützung vieler, den Katzensprung nach Bamberg nicht scheuender Fans das Unternehmen “Überraschungssieg” in Angriff nehmen.

Das sagt Raoul Korner

“Man hat gesehen zu welcher Leistungssteigerung Bamberg im Stande ist, wenn sie gewinnen müssen. Im Pokal haben sie das sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Dementsprechend fokussiert und intensiv wird es auch diesmal zu Werke gehen. Sie kämpfen um Platz zwei, wir um Platz vier – somit ist es für beide Teams eine wichtige Ausgangssituation. Es wird für uns daher ein ausgezeichneter Gradmesser sein, wenn es darum geht zu sehen, wie weit wir von der absoluten Spitze entfernt sind.

Generell bewegen sie den Ball exzellent und sind auf beiden Seiten des Feldes ein sehr gutes Kollektiv, gespickt mit qualitativ hochwertigen Einzelspielern. Sobald die enorme Doppelbelastung für sie wegfällt bin ich überzeugt, dass sie noch einmal auf einem ganz anderen Level spielen können.

In dieser Phase der Saison sind wir in diesem Spiel vorwiegend auf uns fokussiert. Natürlich gibt es gewisse Dinge, die man gegen Bamberg nicht machen darf beziehungsweise extrem gut machen muss und genau das werden wir auch entsprechend vorbereiten.”

Die Stützen im Team von Brose Bamberg

Die Verpflichtung von Fabien Causeur ist nach wie vor ein Glücksgriff für die Bamberger. Der 29-jährige Franzose hat in der EuroLeague wie auch in der easyCredit BBL bewiesen, dass er ein absoluter Leader im Team ist. 11,1 Punkte, je 3,2 Rebounds sowie Assists und nur 1,5 Fouls pro Spiel machen ihn hinter Daniel Theis zu einem der effektivsten Spieler der Mannschaft.

Mit drei Blocks in einem Spielzug hat Daniel Theis im EuroLeague-Spiel gegen Darussafaka Dogus Istanbul in der vergangenen Woche für eine der spektakulärsten Szenen der Saison gesorgt. Auch in der Liga ist der 25-Jährige mit 9,3 Punkten und 5,3 Rebounds einer der auffälligsten Akteure und das, obwohl er bislang nur einmal in der Starting Five stand und im Schnitt nicht einmal 19 Minuten steht. Verständlicherweise gerät er damit immer weiter ins Visier europäischer Top-Clubs und NBA-Scouts.

Seit der Partie gegen die BG Göttingen ist auch Janis Strelnieks wieder für den Meister auf dem Parkett aktiv. Der seit 2014 in der Domstadt spielende Lette fiel zuletzt wegen eines Bänderrisses in der Schulter aus, den er sich im Februar beim Final Four um den BBL-Pokal zugezogen hatte. Das Fehlen des besten Bamberger Vorlagengebers (9,8 Punkte, 3,6 Assists) machte sich in den Topspielen durchaus bemerkbar. Auch in der Plus-Minus-Wertung ist der 27-Jährige ein ganz wichtiger Faktor: Steht Strelnieks auf dem Feld, erzielen die Bamberger 10,9 Punkte mehr, als sie kassieren.

Volle Konzentration auf der Mission Titelverteidigung

Die Doppelbelastung aus Bundesliga und EuroLeague ist für das Team von Andrea Trinchieri endlich vorbei. Am 30. und letzten Spieltag in der Königsklasse gab es zum Abschluss nochmals eine knappe Niederlage für die Bamberger. Mit 79:84 unterlag man in eigener Halle gegen Galatasaray Istanbul und beendete eine kräftezehrende EuroLeague-Saison auf Position 13. Jetzt können sich Melli & Co. also voll und ganz auf die Bundesliga und die Mission Titelverteidigung konzentrieren.

Dabei wird der Ligaendspurt bei den Domstädtern ganz darauf ausgerichtet sein, den FC Bayern Basketball auf Distanz zu halten und Platz zwei vor dem Start der Playoffs zu sichern. Die Tabellenspitze scheint den Ulmern nicht mehr zu nehmen.

Die letzten Wochen in der easyCredit BBL waren nicht gerade nach dem Geschmack von Head Coach Andrea Trinchieri. Nach den Niederlagen in München (59:67) und gegen Ulm (79:84) holten sich die Bamberger am letzten Spieltag zwar wieder einen Sieg, doch das 71:70 im Gastspiel bei der BG Göttingen war wenig überzeugend. Mit dem Spiel am Sonntag gegen medi bayreuth bleiben dem italienischen Cheftrainer jetzt noch fünf Spiele, um seine Truppe vor dem Playoffstart wieder in Topform zu bringen.
Das Hinspiel

Am zweiten Weihnachtsfeiertag trafen beide Teams bereits schon einmal aufeinander. In der ausverkauften Oberfrankenhalle erlebten 3.300 Zuschauer dabei einen wahren Krimi. 40 Minuten genügten nicht, um einen Sieger im Oberfrankenderby zu ermitteln und so musste die Verlängerung eine Entscheidung bringen. Hier unterlagen die Heroes Of Tomorrow letztlich unglücklich mit 88:92 (41:40, 83:83). Jeweils fünf Akteure auf beiden Seiten punkteten zweistellig: auf Bamberger Seite Nicolo Melli 21, Fabien Causeur 16, Janis Strelnieks 15, Darius Miller 15 und Daniel Theis 11, bei medi bayreuth Trey Lewis 23, Nate Linhart 13, Andreas Seiferth 13, De’Mon Brooks 12 und Assem Marei 11.

Ewige Bundesliga-Bilanz

73 Spiele – 28 Siege / 45 Niederlagen

in Bayreuth: 16-20 / in Bamberg: 12-25

Letzter Auswärtssieg: 14. Februar 1998

TTL Universa Bamberg – Basket Bayreuth 65:75 (39:34)
Das Oberfrankenderby live im Stream und im Radio

Auch das 74. Oberfrankenderby gegen Bamberg wird in voller Länge im HD-Stream bei Telekom Basketball sowie im Radio bei Radio Mainwelle und Radio Galaxy Bayreuth live und in voller Länge übertragen.

Quelle: medi bayreuth, 7. April 2017

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