Ab in die Hauptstadt! Am Samstag zu Gast bei ALBA BERLIN

Am Samstag (18 Uhr, Mercedes-Benz-Arena) steht den WALTER Tigers Tübingen bei ALBA BERLIN die nächste Aufgabe bevor. Die Hauptstädter sind in dieser Spielzeit recht schwierig einzuordnen, zumal die Mannschaft von Trainer Ahmet Caki ihre volle Leistungsfähigkeit wohl noch nicht ausgeschöpft hat. Momentan mit 16 Erfolgen und elf Niederlagen auf dem sechsten Rang stehend, wollen sich die Hauptstädter in den verbleibenden fünf regulären Saisonspielen unbedingt noch auf Rang fünf vorarbeiten, um den absoluten Spitzenteams aus Ulm, Bamberg und München im Viertelfinale der Playoffs aus dem Weg zu gehen. Dabei soll ALBA auch Bogdan Radosavljevic behilflich sein, der seit Sommer das neongelbe Trikot trägt und davor drei Jahre lang für die Raubkatzen auflief. Telekom Basketball überträgt die Partie des 29. Spieltags live und in HD ab 17:45 Uhr.

Die Ausgangslage:

Aktuell präsentieren sich die Albatrosse recht inkonstant. Seit dem Pokalwochenende Mitte Februar in eigener Halle, als man im Halbfinale Bayern München unterlag (70:78), konnten zwei Begegnungen gewonnen werden, dreimal ging man als Verlierer vom Parkett. Besonders die Niederlagen in Göttingen (76:81) und zuletzt in Oldenburg (81:93) dürften Coach Caki überhaupt nicht gepasst haben, zumal die Verteidigungsleistung in beiden Spielen verbesserungswürdig war. Dass die Berliner auch anders können, bewiesen sie bei der 76:82-Niederlage in Ulm vor knapp drei Wochen: Zwar durfte kein Sieg gefeiert werden, doch man hielt den Tabellenführer rund zehn Zähler unter seinem Saisonschnitt und agierte in der Defensive sehr intensiv. Auch wenn die Caki-Schützlinge mit 80,6 zugelassen Punkten pro Spiel nicht gerade durch eine verlässliche Verteidigung auffallen, gestatten sie dem Gegner nur eine 32,1-prozentige Trefferquote von jenseits der Dreierlinie – ein sehr guter Wert. Offensiv machen dem Hauptstadt-Club ohnehin nicht viele Teams etwas vor: Durchschnittlich 81,5 Punkte und 20,4 Assists beweisen, dass das Angriffsspiel Hand und Fuß hat und der Ball gut läuft. Aus Tübinger Sicht machen besonders zwei Fakten Hoffnung auf einen Auswärtscoup: Im Hinspiel hatten die Tigers, die nach fünf Niederlagen in Folge endlich wieder punkten wollen, ALBA am Rande einer Niederlage. Rund sechs Minuten vor Schluss führten die Schwaben mit neun Punkten, was nach einem starken Schlussspurt der Gäste leider nicht reichen sollte (77:82). Auch die Tatsache, dass auch kleinere Teams wie Science City Jena (74:73-Auswärtserfolg) in der Mercedes Benz-Arena nicht chancenlos sind, sollte der Mannschaft von Tyron McCoy einen zusätzlichen Motivationsschub verleihen. Um bestmöglichst vorbereitet zu sein, reisen die Raubkatzen am Freitagnachmittag mit dem Flieger in die Bundeshauptstadt.

Der Trainer:

Trotz seiner erst 41 Jahre hat Ahmet Caki schon einige Station als Chef- und Assistenz-Trainer hinter sich. Seine erste Erfahrung als Head Coach machte Caki 2004 bei Darussafaka Istanbul, damals jedoch im Gegensatz zu heute noch kein Club von EuroLeague-Format. Nachdem der Türke ab 2006 seinen Wehrdienst beim türkischen Militär absolvierte, kehrte er 2007 zum Profi-Basketball zurück. Einem Engagement beim Club aus seiner Heimatstadt, Mersin Büyüksehir, folgte eine Tätigkeit als Co-Trainer der türkischen Nationalmannschaft. So empfahl sich Caki für den Aufsteiger Erdemir Zonguldak, den er bis 2012 zweimal sensationell in die Playoffs und einmal ins Pokalfinale führte. Danach heuerte der erfahrene Coach bei der türkischen A2-Nationalmannschaft an, gefolgt von zwei soliden Jahren bei Tofas Bursa. Von 2014 bis April 2016 assistierte er Dusan Ivkovic bei Anadolu Efes Istanbul. Als die serbische Trainerlegende ihr Amt niederlegte, trat der Neu-Berliner auf die große Bühne und übernahm als Cheftrainer. Unter ihm verlor das EuroLeague-Team vom Bosporus kein einziges Spiel mehr in der Hauptrunde und kam bis ins Finale der türkischen Meisterschaft (2:4 gegen den Stadtrivalen Fenerbahce).

Die Schlüsselspieler:

Elmedin Kikanovic (17,1 ppg, 4,8 rpg) ist der drittbeste Scorer der easyCredit BBL. Der Bosnier verfügt über ein vielfältiges Arsenal aus brandgefährlichem Mitteldistanzwurf und zahlreichen, extrem schwierig zu verteidigenden Post-Moves und ist für einen Mann von 2,11 Metern Körpergröße sehr schnell auf den Beinen. Insgesamt gehört der 28-Jährige zu den besten Big Men der Liga, auch wenn er in der Defensive sicherlich noch reichlich Luft nach oben hat. Mit Dragan Milosavljevic haben die Berliner einen großen, sehr vielseitigen Guard in ihren Reihen, der schon oft durch seine Kaltschnäuzigkeit aufgefallen ist. Der 1,98 Meter große Serbe verzeichnet pro Spiel 12,8 Punkte, 4,0 Assists und 3,2 Rebounds und trifft über 55 Prozent seiner Zweierversuche sowie mehr als 40 Prozent der Dreier. Für den momentan verletzten Point Guard Peyton Siva wurde zuletzt Landsmann Gerald Robinson verpflichtet, der davor im Iran sein Geld verdiente. Gegen Oldenburg feierte der 28-Jährige trotz Niederlage mit neun Zählern, drei Abprallern und zwei Vorlagen in zwölf Minuten einen gelungenen Einstand. Der während der Spielzeit hinzu gestoßene Carl English (8,5 ppg, 2,3 apg) ist 36 Jahre alt und verfügt über unglaublich große Erfahrung im europäischen Basketball. 2012/2013 wurde der Kanadier im Trikot von Estudiantes Madrid sogar Topscorer (17,2 ppg) der extrem stark besetzten spanischen ACB. Mittlerweile nimmt English weit mehr Distanzwürfe, die er mit einer Erfolgsquote von 46,9 Prozent äußerst gut trifft, als Zweier. Eine sehr erfreuliche Entwicklung nimmt Niels Giffey (8,0 ppg, 3,9 rpg, 1,4 apg). Der deutsche Nationalspieler spielt im System von Caki eine wichtige Rolle und agiert auf dem Court immer selbstbewusster. Die ehemaligen Tübinger Bogdan Radosavljevic (5,3 ppg, 1,8 rpg) und Akeem Vargas (3,1 ppg) setzen von der Bank Akzente.

Stimme zum Spiel:

„Kikanovic und Milosavljevic sind die zweifelsohne Schlüsselspieler von ALBA. Ihre Kreise müssen wir auf jeden Fall einengen. In Berlin zu spielen ist für einen Spieler immer eine tolle Sache. Da spreche ich aus eigener Erfahrung. Von daher freuen wir uns alle auf diese Partie und wollen ein gutes Spiel abliefern. Wir sind hoch motiviert für das Duell gegen ALBA BERLIN.“ (Aleksandar Nadjfeji, Co-Trainer WALTER Tigers Tübingen)

Die letzten Spiele:

81:93-Niederlage (@ EWE Baskets Oldenburg)
77:76-Sieg (medi bayreuth)
76:82-Niederlage (@ ratiopharm ulm)
99:75-Sieg (s.Oliver Würzburg)
76:81-Niederlage (@ BG Göttingen)

Der Kader:

5 Niels Giffey F 2,00 m 08.06.1991 GER – 8,0 ppg, 3,9 rpg
6 Jonathan Malu F 1,97 m 19.03.1993 GER – 0,7 ppg, 0,3 rpg
7 Peyton Siva G 1,82 m 24.10.1990 USA – 9,9 ppg, 5,4 apg
8 Ismet Akpinar G 1,91 m 22.05.1995 GER – 4,2 ppg, 1,3 rpg
9 Elmedin Kikanovic F/C 2,10 m 02.09.1988 BIH – 17,1 ppg, 4,8 rpg
11 Akeem Vargas G 1,92 m 29.04.1990 GER – 3,1 ppg, 1,0 apg
13 Malcolm Miller F 2,00 m 06.03.1993 USA – 6,4 ppg, 3,6 rpg
14 Engin Atsür G 1,89 m 02.04.1984 GER/TUR – 7,9 ppg, 2,6 apg
15 Bogdan Radosavljevic C 2,13 m 11.07.1993 GER – 5,3 ppg, 1,8 rpg
21 Dragan Milosavljevic G/F 1,96 m 11.05.1989 SRB – 12,8 ppg, 4,0 apg
22 Gerald Robinson G 1,85 m 10.02.1989 USA – 9,0 ppg, 3,0 rpg
23 Carl English G/F 1,96 m 02.02.1981 CAN – 8,5 ppg, 2,3 apg
25 Ferdinand Zylka G 1,90 m 11.04.1998 GER – 2,0 apg
33 Tony Gaffney F 2,06 m 14.11.1984 USA – 6,3 ppg, 4,6 rpg

HC Ahmet Caki TUR 22.06.1975
AC Fatih Emre Gezer TUR 12.06.1978
AC Thomas Päch GER 02.10.1982

Quelle: WALTER TIGERS Tübingen, 6. April 2017

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