Leistungssteigerung in Hälfte zwei reicht nicht zum Sieg

Zum Auftakt in die entscheidende Phase im Kampf um den Klassenerhalt haben die Basketball Löwen Braunschweig am Samstag, den 1. April, mit 74:84 (43:53) gegen die GIESSEN 46ers verloren. 2.106 Zuschauer in der Volkswagen Halle sahen dabei eine Braunschweiger Mannschaft, die mit zu wenig Intensität in das Spiel startete und die Gäste immer wieder zu leicht zu Punkten kommen ließ. Zwar gestaltete das Menz-Team das Spiel bis Mitte des 1. Viertels noch ausgeglichen, doch verlor es dann zunehmend mehr den Anschluss. Bis auf 18 Punkte wuchs der Rückstand der Löwen im zweiten Viertel an, ehe sie sich in der zweiten Halbzeit verbessert präsentierten. Nach einem erneut eher mäßigen Start ins dritte Viertel agierten die Löwen dann offensiv wie defensiv etwas entschlossener. Angetrieben von Topscorer Dyshawn Pierre (21 Punkte) kam das Menz-Team im letzten Spielabschnitt über einen 8:0-Lauf noch einmal bis auf 3 Punkte heran. Aber neben schwindenden Kräften verloren sich die Löwen in Einzelaktionen, weshalb der Sieg gegen die Hessen nicht mehr zu holen war. Bester 46ers-Punktesammler wurde Dwayne Evans mit 22 Zählern.

Das Spiel begann mit guten Offensivaktionen auf beiden Seiten. Fehlwürfe waren zunächst Mangelware, was aber auch einer nicht gerade hohen defensiven Intensität zuzuschreiben war. Das änderte sich nach etwa drei Spielminuten ein wenig. Denn die Löwen wurden etwas bissiger und ließen die Würfe der Gäste jetzt nicht mehr ganz so einfach zu. Ein Manko in dieser Phase: Das Menz-Team ließ selber Punkte liegen und konnte seinen hauchdünnen Vorsprung von 9:8 nicht ausbauen. So verlief die Partie weiterhin ausgeglichen – nach fünf Minuten lagen die Löwen nach einem Dreier von Jamal Boykin noch knapp mit 14:13 vorne. Doch dann kippte das Spiel binnen weniger Sekunden etwas in Richtung der Gäste. Auf ein Foul und technisches Foul gegen die Löwen verwandelten die 46ers drei Freiwürfe und einen Dreier zum 14:19 (6. Minute). Tim Schwartz konterte sofort mit einem Distanzwurf, doch fielen anschließend zu wenig Würfe, während die Gießener im Gegenzug hochprozentig und teils unbedrängt einnetzten.

Mit 19:27 ging es in das zweite Viertel und die Gießener bauten ihren Vorsprung ganz schnell weiter aus. Während die Löwen zunehmend zögerlicher agierten und offensiv nicht richtig in Schwung kamen, fielen die Dreier der Gießener bei hoher Quote. Zudem fanden sie immer wieder zu einfach den direkten Weg zum Korb. Als der Löwen-Rückstand bereits 18 Punkte betrug (23:41, 14. Minute), verwandelten die Braunschweiger zwei Dreier zum 29:41. Und obwohl sie die Offensive des Tabellenneunten weiterhin nicht wirklich in den Griff bekamen, war trotzdem wieder Hoffnung da. Die wurde größer, als das Menz-Team noch näher herankam und bis auf 43:50 verkürzte. Für die Aufholjagd war das heiße Händchen von Tim Schwartz ebenso mitverantwortlich, wie eine allgemein bessere Trefferquote. Die Löwen wirkten in ihren Aktionen jetzt insgesamt entschlossener. Allerdings sorgte ein weiterer 46ers-Dreier (7 von 11) wieder für einen zweistelligen Rückstand (43:53) zur Halbzeit.

Zurück auf dem Parkett hatten die Löwen nach drei Minuten erst zwei Mal den gegnerischen Korb getroffen, währenddessen waren die Gäste auf 46:62 enteilt. Auf eine Auszeit von Frank Menz wurde es etwas besser. Vor allem Carlos Medlock versuchte, das Spiel jetzt mehr in seine Hände zu nehmen. Vier Punkte und ein Assist des Spielmachers später hatten er und sein Team auf 52:64 verkürzt (24. Minute). Kämpferisch konnte man den Löwen jetzt kaum einen Vorwurf machen. Die ackerten und erarbeiteten sich immer wieder zweite Chancen. Allerdings mussten sie hart für ihre Würfe arbeiten und vergaben zudem vermeintlich leichte Korbleger, während die Gäste im Gegenzug oftmals zu frei verwandeln konnten. Dennoch gelang es dem Menz-Team, den Rückstand vor dem letzten Viertel auf zehn Zähler zum 61:71 zu reduzieren.

Zwar gehörte der erste Punkt in den letzten zehn Spielminuten den 46ers, doch hatten die Löwen darauf eine ganz starke Antwort. Angeführt von Dyshawn Pierre holten sie Stück für Stück auf: Auf einen Block von Sid-Marlon Theis ließ Dyshawn Pierre weitere Zähler folgen – davon zwei Punkte nach einem Alley-Oop-Dunk zum 69:72. Insgesamt war es ein 8:0-Lauf, der den Löwen binnen zwei Minuten gelungen war. Doch so schnell die Löwen herangekommen waren, so schnell waren die Gießener auch wieder davongezogen. Der Grund: In den folgenden sechs Minuten erzielten die Braunschweiger nur zwei Punkte und die 46ers derer elf (71:83, 38. Minute). Das war nicht mehr aufzuholen, auch weil die Löwen jetzt sehr müde wirkten und ihre Plays nicht mehr ausspielten.

Viertel im Überblick: 19:27, 24:26, 18:18, 13:13;

Trainerstimmen zum Spiel:

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig): Zunächst mein Glückwunsch an die Gießener, die einen sehr guten Basketball spielen, hinten wie vorne. Aber mit unserer Leistung und dem Start in das Spiel können wir nicht zufrieden sein. Das war enttäuschend. Ich denke, bei uns ist das eine Mischung aus Unerfahrenheit und Nervosität, und wir wirken teilweise wie ein Kaninchen vor der Schlange. Aber Nervosität ist jetzt nicht mehr angebracht. Unterm Strich kann man mit 10 Punkten Differenz gegen Gießen verlieren, aber die Arbeit von unseren Großen an den Brettern war nicht gut. Die Aufgabe wird jetzt darin bestehen, einige Jungs aufzubauen und das ist auch die Arbeit, die ich als Trainer leisten muss. Gegen Bremerhaven müssen wir dann mit allem antreten, was wir zu geben haben.

Denis Wucherer (GIESSEN 46ers): Wir freuen uns natürlich über den Sieg in Braunschweig. Es ist nicht einfach, auf die Körbe in dieser Halle zu spielen, da die Perspektive hier eine andere ist. Dazu war Braunschweig in den letzten Wochen stabil und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder gewinnen. Ich bin zufrieden mit der Mischung in unserer Offensive. Wir haben anfangs oft über Schnellangriffe gepunktet, hatten aber ingesamt eine gute Balance zwischen Inside- und Outside-Spiel. Wir haben nur 17 Mal von außen geworfen, darunter waren aber sehr gute Würfe.

Basketball Löwen Braunschweig: Ebert, Figge, Medlock 11 (8 Assists), Theis, Klepeisz 6 (4 Assists), Hollins 2, Schwartz 12, Pierre 21 (6 Rebounds), Groselle 12 (5 Rebounds), Boykin 10 (8 Rebounds).

GIESSEN 46ers: Saibou 18, Sears 12 (10 Rebounds), Evans 22 (9 Rebounds), Bowlin 4 (6 Assists), Lischka 3, Obst 5, Manigat 3, Wells 9 (4 Assists), Pluskota, Völler 8.

Quelle: Basketball Löwen Braunschweig, 2. April 2017

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes

Das könnte dir auch gefallen Mehr vom Autor

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.