Double-Double von Dwayne Evans bringt den Sieg

GIESSEN 46ers gewinnen intensives Match gegen die Eisbären Bremerhaven mit 88:84

Das Duell, das die 3.394 Zuschauer in der Sporthalle Gießen-Ost zu sehen bekamen, kann vor allem durch die beiden herausragenden Akteure ihrer Teams ausgedrückt werden: Topscorer Jordan Hulls von den Eisbären Bremerhaven (30 Punkte, 8 Rebounds) gegen Man-of-the-match Dwayne Evans von den GIESSEN 46ers (23 Punkte, 16 Rebounds). In einem bis zur letzten Minute spannenden aber fehlerbehafteten Kampf, gelang es den charakterstarken 46ers auch wegen einer starken Leistung von Jahenns Manigat (16 Punkte) den Anschluss an die Playoff-Plätze zu halten.

Seit vergangenem Donnerstag steht fest: Denis Wucherer wird zum Saisonende die GIESSEN 46ers verlassen. In Spiel 1 seiner Abschiedstournee galt es gegen die auf Platz 13 stehenden Eisbären aus Bremerhaven weiterhin die Tür für die Playoffs offen zu halten. Beide Teams spielten dabei auch gegen die eigene Niederlagenserie. Die 46ers hatten zuletzt drei Spiele, die Eisbären sogar fünf Spiele in Folge verloren.

Ohne den verletzten Bazoumana Koné sowie den für die Saison ausfallenden Thomas Scrubb, dafür aber mit Cameron Wells, Joshiko Saibou, Skyler Bowlin, Dwayne Evans und Justin Sears in der Starting Five ging man nach etwa einer Minute erstmals in Führung (3:2) – Saibou versenkte den ersten Dreier des Spiels und legte gleich per Layup nach (5:4, 2.). US-Forward Justin Sears, der sich mit seinen Körpertäuschungen immer wieder geschickt Platz verschaffte, legte nach (9:4, 5.), musste in der Folge jedoch mitansehen, wie die Nordlichter mit einem 9-Punkte-Run die Führung eroberten. Der eingewechselte Andi Obst verkürzte zwar aus der Distanz (12:13, 7.), insgesamt schafften die Gastgeber es im ersten Viertel jedoch noch nicht, den richtigen Rhythmus zu finden, leisteten sich gleich zwei Turnover bei Grundlinieneinwürfen und machten es den Bremerhavenern damit leicht, Punkte zu erzielen (12:17, 9.). Dank Völlers starkem Assist für Manigats Downtown-Shot und Evans’ Treffsicherheit von der Freiwurflinie konnten die GIESSEN 46ers sich mit einem 17:19 ins erste Viertelende retten.

Völler bewies zu Beginn des zweiten Viertels seine Fähigkeiten von der Dreipunktelinie, Dwayne Evans überzeugte mit einem Fadeaway-Jumpshot aus der Mitteldistanz – der Ausgleich war zunächst wieder hergestellt (22:22, 12.). Der US-Forward war jetzt heißgelaufen, sorgte mit einem Dreipunktspiel für weitere Heimpunkte (25:25, 13.). Captain Cameron Wells kam jetzt auch besser ins Spiel – erst per erfolgreichem Floater, dann per Assist auf Evans (29:25, 14.). Eisbären-Coach Sebastian Machowski war zur Auszeit gezwungen, doch die 46ers sorgten durch Evans und nun auch Bowlin weiterhin für die Führung des Playoff-Aspiranten (35:31, 17.). Jordan Hulls war auf Seiten der Gäste aber immer wieder der Spielverderber. Seine 14 Punkte in der ersten Halbzeit machten den 46ers das Leben schwer. Immer wieder wurden die 46ers-Akteure an die Linie geschickt, bewiesen dabei eine deutlich verbesserte Freiwurfquote von 92% zur Halbzeit. In den Schlussminuten der ersten Halbzeit erhöhten sich jetzt auf beiden Seiten die Ballverluste. Beim Stand von 38:39 (19.) rief Wucherer seine Spieler nochmal zusammen, konnte so nach 20 sehr wechselhaften Minuten immerhin noch einen 40:40-Gleichstand erringen.

In die zweite Hälfte starteten die 46ers zunächst fokussierter. Vor allem Wells, der erst für Saibou auflegte und dann selbst fünf Zähler beisteuerte, übernahm jetzt Verantwortung (47:42, 22.). Doch wieder konnten die Eisbären kontern, in erster Linie durch den jetzt starken Quincy Diggs (51:52, 24.). Als Hulls das Momentum für seine Eisbären weiter festigte, reagierte Wucherer erneut mit einer Auszeit (51:56, 25.). Obst punktete in der Folge per Layup, Wells per Jumpshot (55:56, 26.). Dank Manigats Dreipunktspiel konnten die 46ers sich in einem Spiel auf mäßigem Niveau weiter in Schlagdistanz halten (58:61, 27.). Auch die nächsten 46ers-Punkte kamen vom emotionalen Kanadier (60:64, 29.), bevor Bowlin von der Freiwurflinie den Viertelstand von 62:64 besorgte.

Die ersten Gießener Punkte des Schlussviertels holte Benjamin Lischka (64:67, 31.), gefolgt von Bowlins Anschluss zum 66:67 aus der Halbdistanz. Wenn das Niveau des Spiels auch überschaubar war, lebte es von der Spannung und dem engen Ergebnis. Mit Jahenns Manigat hatten die 46ers in der entscheidenden Phase nun einen absoluten Aktivposten auf ihrer Seite. Sein Distanztreffer in der 34. Minute besorgte den 46ers endlich wieder eine Führung (69:67). Sein Gegenüber war der überragende Jordan Hulls, der es immer wieder verstand, die Gießener Defensive auseinanderzunehmen und seine Eisbären im Spiel zu halten (73:74, 36.). Die Führung wechselte nun hin und her, Wells und erneut Hulls punkteten (75:76, 37.). Saibou legte wieder per Dreier vor, Hulls konterte ebenfalls für drei. Dwayne Evans, der bereits durch mehrere Rebounds sein Double-Double komplettierte, wurde nun fast zur tragischen Figur, holte erst selbst die Führung, verlor dann den Ball an Diggs – der Vorteil war wieder dahin (80:81, 38.). Doch der Amerikaner bewies Charakter, ließ sich nicht unterkriegen, sammelte weiter Rebounds und ganz wichtige Punkte für seine 46ers (85:81). Weil Diggs in der Crunchtime beim Stand von 85:83 beide seiner Freiwürfe verlegte, Manigat 11 Sekunden vor dem Ende beide verwandelte (87:83, 39.), konnten die GIESSEN 46ers ein 40 Minuten lang eng umkämpftes Spiel schließlich mit 88:84 für sich entscheiden. Die Turnover-Statistik von 19:20 spricht dabei Bände. Nichtsdestotrotz: Mit dem Rückenwind der beendeten Niederlagenserie dürfen die Lahnstädter trotz schwierigen Restprogramm auch weiterhin von den Playoffs träumen.

Denis Wucherer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Prinzipiell war es ein hartes Stück Arbeit gegen eine Mannschaft, die mit viel Energie gespielt hat. Vor allem Hulls hat uns heute das Leben schwer gemacht, andererseits haben wir uns in manchen Situationen selber in den Fuß geschossen. Was zählt ist, dass wir den Sieg einfahren. Das fühlt sich wieder gut an. Die Tatsache, dass wir dann auch Wege finden, um das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden, insofern sind wir mit diesem Abend heute zufrieden.“

Sebastian Machowski (Cheftrainer Eisbären Bremerhaven): „Wir hatten uns heute sehr viel vorgenommen und wollten diesen Sieg gerne mitnehmen. Es war eine enge Partie mit sehr vielen Führungswechseln, am Ende haben wir nicht die wichtigen Stops bekommen und nicht die wichtigen Rebounds sichern können, die dann zu den Gießener Punkten geführt haben. Außerdem konnten wir nicht die tolle Partie von Hulls nutzen. Auch was die Defensive anbetrifft, bin ich heute nicht zufrieden. Das hat uns am Ende einen Sieg gekostet, der möglich gewesen wäre.“

GIESSEN 46ers – Eisbären Bremerhaven 88:84 (40:40)

Viertelergebnisse: 17:19, 23:21, 22:24, 26:20

GIESSEN 46ers: Joshiko Saibou (12 Punkte), Justin Sears (6), Dwayne Evans (23 Punkte, 19 Rebounds), Skyler Bowlin (6), Benjamin Lischka (2), Andreas Obst (5), Jahenns Manigat (16), Cameron Wells (13), Maurice Pluskota , Marco Völler (5).

Eisbären Bremerhaven: Anderson Karvel (5), Adrian Breitlauch, Fabian Bleck (5), Jordan Hulls (30), Quincy Diggs (16), Ivan Elliott (5), Lars Wendt, Austin Waverly (7), Kamp Harper (4),

David Bremberly , Nemanja Aleksandrov (12)

Zuschauer: 3.394

Nächstes Spiel: Freitag, 17.03.2017, 19.00 Uhr: Science City Jena – GIESSEN 46ers

Quelle: GIESSEN 46ers, 12. März 2017

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