69:74 gegen Malaga: Bayern verpassen EuroCup-Halbfinale

Die Basketballer des FC Bayern München haben den Heimvorteil im entscheidenden dritten Spiel der Do-or-Die-Viertelfinalserie gegen Unicaja Málaga nicht nutzen können und 69:74 (27:34) verloren. 6.014 Zuschauer im Audi Dome trieben die Bayern kontinuierlich an, die jedoch von der ersten Minute an nie in ihren Rhythmus fanden. Zu viele Ballverluste (14, Malaga 9) und schwächere Wurfquoten im Vergleich mit den Spaniern waren am Ende ausschlaggebend für die Niederlage. Damit hat die insgesamt überzeugende EuroCup-Saison der Bayern wie schon in der vergangenen Saison im Viertelfinale ihr Ende gefunden. Reggie Redding war mit 15 Punkten der erfolgreichste Werfer der Münchner.

Am kommenden Sonntag gastieren die Bayern zum Bundesliga-Spiel in Tübingen (12. März, 18 Uhr). Eine Woche später steigt im Audi Dome dann das BBL-Spitzenspiel gegen Bamberg (19. März, 20.15 Uhr).

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 10:17, 17:17, 17:18, 25:22.

Für den FC Bayern Basketball spielten: Reggie Redding (15 Punkte), Vladimir Lucic (13/6 Rebounds), Bryce Taylor (11), Anton Gavel (10), Maxi Kleber (9/10 Reb), Devin Booker (4), Maik Zirbes (4), Nihad Djedovic (3), Alex King, Danilo Barthel, Nick Johnson und Georg Beyschlag (dnp).

Die Stimmen zum Spiel:

Sasa Djordjevic, Cheftrainer des FCBB: „Wir hatten in der ersten Halbzeit offensive Probleme, haben viel zu überhastet agiert. In der zweiten Halbzeit haben wir uns besser in den Griff gekriegt, aber konnten keinen Profit aus den Offensiv-Rebounds schlagen. Es ist uns nicht gelungen, das Pick-and-Roll von Malaga zu unterbinden. Wir hätten insgesamt smarter spielen müssen. Es ist natürlich eine herbe Niederlage, doch wir müssen uns nun zusammenraufen und unser Bestes geben, denn das haben wir heute nicht getan.“

Joan Plaza, Coach Malaga: „Ich freue mich riesig für mein Team, unsere Mitarbeiter und unsere Fans. Unsere Mannschaft hat heute Reife bewiesen. Wir sind in jeder Situation ruhig geblieben, auch in den Momenten, in denen Bayern sich herangekämpft hat. Man muss allerdings sagen, dass Bayern es auch verdient hätte, im Halbfinale zu stehen.“

Maxi Kleber: „Ich glaube nicht, dass wir zu nervös waren. Jeder war fokussiert. Druck ist immer da, wir wussten, was wir können und dass wir Malaga schon dreimal geschlagen haben. Unser Problem war, dass wir offensiv nicht in unseren Rhythmus gefunden haben. Malaga war sehr aggressiv, hat sehr viel Druck gemacht, jeden Pass- und Laufweg schwierig gemacht, dadurch haben wir unsere Würfe nicht getroffen, auch nicht von der Freiwurflinie. Wir haben es nie geschafft, zurückzukommen, auch wenn wir einige Möglichkeiten dazu hatten. Wir haben in den wichtigen Momenten aber auch unsere freien Würfe nicht getroffen. Wir hatten heute eine Riesenchance, das müssen wir jetzt erstmal verdauen.“

1. Viertel

Anton Gavel, Bryce Taylor, Vladimir Lucic, Maxi Kleber und Devin Booker wurden von FCBB-Coach Sasa Djordjevic im dritten und entscheidenden Spiel der EuroCup-Viertelfinal-Serie zur ersten Fünf bestimmt. Beide Teams suchten den Weg ins Halbfinale offensichtlich über eine hochintensive Verteidigung, mit dem Druck kamen zu Beginn allerdings die Spanier besser zurecht und gingen mit fünf Zählern in Führung, ehe Maxi Kleber nach 150 Sekunden per Tipp-Dunk für die ersten Punkte der Bayern sorgte (2:5/3. Spielminute). Die Hausherren fanden jedoch nicht so recht in ihren Rhythmus, trafen vorne schlecht und ließen hinten zu viel zu. In Spielminute sieben kassierten sie den Treffer zum 6:13-Rückstand, Coach Djordjevic griff zur Auszeit. Auch von der Freiwurflinie leisteten sich die Roten Fehlwürfe, so stand es nach zehn Minuten 10:17.

2. Viertel

Für das erste positive Signal im zweiten Spielabschnitt ergriff Reggie Redding die Verantwortung, er wurde beim erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf gefoult und traf auch den Bonusfreiwurf (14:20/11.). Abgesehen davon war das Spiel der Münchner zerfahren, für sie sprach aber, dass sie sich über den Kampf Punkt um Punkt herankämpften (18:22/13. – 22:24/14.). Ein stürmisch bejubelter Dreier von Vladimir Lucic bescherte den Bayern die erste Führung in der Partie (25:24/15.). Málaga wehrte sich natürlich nach Leibeskräften und ging wieder in Führung, Vladimir Lucic zog energisch zum Korb und verkürzte auf 27:29 (17.). Jetzt war die Fehlerquote der Münchner wieder zu hoch, allein in der ersten Halbzeit unterliefen ihnen zehn Ballverluste. Angesichts des 27:32-Rückstandes nahm FCBB-Coach Sasa Djordjevic zwei Minuten vor der Halbzeit erneut eine Auszeit. Die Bayern versuchten es nun mit der Brechstange, leider ohne Erfolg – 27:34 nach zwei Vierteln.

3. Viertel

Der erste Treffer der Münchner ließ wieder etwas auf sich warten, doch der erfolgreiche Dreier von Maxi Kleber nach 86 Sekunden des dritten Viertels wurde umso mehr von den Fans gefeiert (30:34/22.). Vladimir Lucic ergriff einmal mehr die Initiative und hämmerte den Ball über seinen Gegenspieler mit einer Hand in den Korb der Andalusier (34:36/23.). Zwei Dreier in Folge von Málagas Kyle Fogg taten weh, aber jetzt war der Heimvorteil in Form der frenetischen Bayernfans voll da – die Anhänger der Roten riss es von den Sitzen, als Anton Gavel per Korbleger die 42:41-Führung herstellte (27.). Das Oberwasser stellte sich jedoch als kurzes Vergnügen heraus, zwei Dreier der Spanier wendeten das Blatt wieder (44:49/29.). Der Unterschied war, dass die Würfe der Bayern jetzt eben nicht den Weg in den Korb fanden, die Gäste agierten dagegen glücklicher und führten vor der letzten Viertelpause – 44:52.

4. Viertel

Zu Beginn des Schlussviertels wurde Maik Zirbes unter dem Korb gesucht, der prompt zum 46:52 traf. Ein Dreier von Nihad Djedovic stiftete Hoffnung, die jedoch vom starken Nemanja Nedovic umgehend ebenfalls von jenseits der Drei-Punkte-Linie erstickt wurde (51:60/33.). Die Roten bewiesen Charakter, gaben alles und kämpften sich wieder heran, Reggie Redding war zwei Mal in Folge mit per Korbleger erfolgreich (57:62/36.). Doch erneut stellte sich das Hoffen der Fans als vergeblich heraus, Málagas Jamar Smith warf überaus trocken und humorlos zwei Dreier, wodurch sich die Bayern knapp vier Minuten vor dem Ende mit einem zweistelligen Rückstand konfrontiert sahen (57:67/37.). Ein Drei-Punkt-Spiel von Kapitän Bryce Taylor und ein Tipp-In von Vladimir Lucic brachte die Münchner auf 62:69 heran (38.). Den Andalusiern flatterten jetzt doch auch einmal etwas die Nerven – diesen Umstand machten sich die Bayern zu Nutze und kamen mit erfolgreichen Freiwürfen von Bryce Taylor und Reggie Redding weiter heran (66:69/39.). 30 Sekunden vor dem Ende verfehlte Reggie Redding einen Korbleger, die Bayern kamen sogar noch einmal in Ballbesitz, aber der Dreier von Vladimir Lucic fand ebenfalls nicht in den Korb der Spanier. Es sollte nicht sein, die Niederlage und das Ausscheiden aus dem EuroCup waren besiegelt.

Die kommenden Partien der Bayern:

  • Sonntag, 12. März, 18 Uhr: Tübingen – FCBB (BBL)
  • Sonntag, 19. März, 20.15 Uhr: FCBB – Bamberg (BBL)
  • Sonntag, 26. März, 15.30 Uhr: Braunschweig – FCBB (BBL)
  • Sonntag, 2. April, 18 Uhr: FCBB – Jena (BBL)

Quelle: FC Bayern Basketball, 8. März 2017

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