Veilchen überraschen mit Sieg über Berlin

Göttingen, 5. März 2017 • Die BG Göttingen hat einen Überraschungssieg geschafft. Am Sonntagnachmittag gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers gegen den hohen Favoriten ALBA BERLIN 81:76 (43:40). Die 3.447 Zuschauer in der ausverkauften Sparkassen-Arena sahen am 24. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga (easyCredit BBL) ein spannendes Spiel, das bis in die Schlusssekunden offen blieb. Die Veilchen boten dem früheren Serienmeister energisch Paroli und ließen sich auch durch einen Dreier von Dragan Milosvaljevic zum 74:76 rund eine Minute vor dem Ende nicht aus der Ruhe bringen. In der Schlussphase der Partie, die von der Stadtwerke Göttingen AG präsentiert wurde, blieben Benas Veikalas und Topscorer Alex Ruoff (23 Punkte) am Ende sieben Mal hintereinander von der Freiwurflinie erfolgreich und sicherten so den Erfolg. Für die Berliner traf Elmedin Kikanovic am häufigsten (24 Zähler).

Die Veilchen starteten holprig in die Partie und brauchten eine Weile, um ihren Rhythmus zu finden. Zudem musste Roijakkers Jesse Sanders schnell vom Parkett nehmen, weil dieser schon mit zwei Fouls belastet war. Adam Waleskowski erlöste die Göttinger Fans nach fast zweieinhalb Minuten und erzielte die ersten Punkte zum 2:3 (3.). Danach war die BG im Spiel und hielt sehr gut mit dem Favoriten mit. Nach Punkten von Veikalas zum 10:8, ließen die Gäste aus der Hauptstadt einen 0:5-Lauf zum 10:13 folgen, auf den Roijakkers mit einer Auszeit reagierte (6.). Zwar setzte sich ALBA kurz darauf noch einmal auf 13:17 ab, doch die Göttinger blieben ruhig. In der Viertelschlussphase drehte Ruoff auf und brachte die Hausherren 24:21 in Führung.

Der US-Guard legte zu Beginn des zweiten Abschnitts gleich nach und traf zum 26:21. Aber die Roijakkers-Truppe leistete sich gegen die intensive Berliner Verteidigung auch immer wieder Konzentrationsschwächen, die der Gegner bestrafte. Milosavljevic glich in der 13. Minute zum 26:26 aus. Die Partie blieb spannend und eng. Immer wieder erarbeiteten sich die Veilchen einen kleinen Vorsprung, den Berlin aber wieder verringerte. Eine starke Phase hatten die Göttinger kurz vor der Halbzeitpause, als sie auf 41:35 davonzogen, aber die Chance verpassten, sich noch weiter abzusetzen. So ging es mit einer 43:40-Führung in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel besorgten Niels Giffey und Kikanovic die erste Berliner Führung seit der 9. Minute (43:44/22.). Aber Ruoff hatte die Antwort parat und schloss seinen 5:2-Lauf mit einem Dreier zum 48:46 ab (23.). Im Anschluss waren es die Berliner, die immer wieder in Front gingen, aber die Veilchen glichen die Partie immer wieder aus. Nach einem Dreier von Engin Atsür zum 58:61 für Berlin brachte Waleskowski die Gastgeber aus Südniederachsen vor dem Schlussviertel auf 60:61 heran.

Im letzten Abschnitt entwickelte sich die Partie zu einem Nervenkrimi. Nach einem Dreier von Mathis Mönninghoff zum 65:61 nahm ALBA-Headcoach Ahmet Caki eine Auszeit (32.). Danach lief es für sein Team besser, das zum 65:65 ausglich und so Roijakkers zu einer Auszeit bewegte. Im Anschluss daran ging immer eine der beiden Mannschaften mit zwei Punkten in Führung, und die andere glich aus (71:71/37.). In den Schlussminuten wurde es für die Göttinger eng, weil erst Scott Eatherton und dann Waleskowski nach ihrem jeweils fünften Foul das Parkett verlassen mussten. 53 Sekunden vor dem Ende traf Milosavljevic zum 74:76 für ALBA, aber Veikalas antwortete direkt von der Freiwurflinie (76:76). Den anschließenden Angriff der Berliner verteidigten die Veilchen gut, sodass diese unbeabsichtigt Ruoff 8,8 Sekunden vor Schluss an die Freiwurflinie schickten. Der US-Guard blieb fehlerfrei. Im Gegenzug gaben die Göttinger Milosavljevic die Möglichkeit 2,8 Sekunden vor Ende auszugleichen, doch den ersten Freiwurf vergab der Serbe. Den zweiten wollte er absichtlich daneben werfen, übertrat jedoch die Linie, sodass die Veilchen ohne zum Rebound zu müssen wieder in Ballbesitz kamen. ALBA foulte Ruoff 0,8 Sekunden vor Schluss beim Dreierversuch – auch diese drei Freiwürfe verwandelte er und sicherten den Erfolg.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen):
„Ich bin sehr stolz auf mein Team. Ein Team wie ALBA zu schlagen, ist für uns herausragend. Es ist das erste Mal, dass wir das geschafft haben, seit ich in Göttingen Trainer bin. Ein paar Mal waren wir nah dran, jetzt hat es endlich einmal geklappt. Der Schlüssel war, dass wir acht Spieler hatten, die länger als 17 Minuten auf dem Parkett standen. Das ist für uns sehr wichtig, damit wir frisch bleiben. Wir sind eines der besten Offensiv-Rebound-Teams in Europa – ich hoffe, dass wir das noch ein bisschen so aufrecht halten können. Außerdem haben wir 24 Assists gegeben und nur neun Ballverluste gehabt, insbesondere die wenigen Ballverluste sind für uns speziell. Das Publikum war heute überragend, das hat uns einen großen Schub gegeben.“

Ahmet Caki (Headcoach ALBA BERLIN):
„Göttingen hat gut gespielt. Wir haben auch gut gekämpft, aber uns zu viele Fehler erlaubt. Außerdem haben wir zu viele Offensiv-Rebounds abgegeben, und wir waren nicht gut in der Eins-gegen-eins-Verteidigung. Wir hätten nach dem Dreier von Dragan Milosavljevic die Chance gehabt, das Spiel zu gewinnen, haben es aber nicht geschafft, die Göttinger zu stoppen. Sie haben den Sieg verdient. Wenn man 18 Offensiv-Rebounds abgibt, ist es nicht einfach, ein Spiel zu gewinnen. Wenn wir es schaffen unseren individuellen Einsatz als Team zu verbinden, dann haben sind wir schon weiter. Für die Zuschauer war es ein tolles Spiel. Die Atmosphäre hier ist sehr gut.“

BG Göttingen – ALBA BERLIN 81:76 (43:40)
Die Viertel im Überblick: 24:21, 19:19, 17:21, 21:15
Zuschauer: 3.447 (ausverkauft)
BG Göttingen:
Williams, Veikalas (10 Punkte/2 Dreier), Ruoff (23/2), Spohr, Menzel (n.e.), Carter (14), Schwarz, Mönninghoff (5/1), Waleskowski (14/1), Sanders (7/2, 8 Assists), Eatherton (8, 10 Rebounds), Grüttner (n.e.).
ALBA BERLIN:
Giffey (11 Punkte/2 Dreier), Malu (n.e.), Akpinar (8/1), Kikanovic (24), Vargas, Miller (2, 8 Rebounds), Atsür (9/1), Radosavljevic (6), Hundt (n.e.), Milosavljevic (16/2), Englisch (5 Assists), Gaffney.

Quelle: BG Göttingen, 5. März 2017

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