Science City Jena unterliegt medi bayreuth nach dramatischer Schlussphase

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Mit einer ärgerlichen 84:92-Niederlage kehrte Science City Jena am Samstagabend aus Franken zurück. Das Team von Trainer Björn Harmsen unterlag medi bayreuth in der mit 3192 Zuschauern gefüllten Oberfrankenhalle – darunter gut 200 lautstarke Fans der Thüringer – nach 40 intensiven Minuten, lieferte dem vorab favorisierten Playoff-Anwärter aus der Wagnerstadt bis in die Schlusssekunden einen heißen Kampf. Während die Saalestädter zur Halbzeit noch mit 49:42 in Front gelegen hatten, entschieden am Ende Kleinigkeiten, bevor das vielzitierte Momentum in den Schlusssekunden auf der Bayreuther Bank Platz nahm. Von „Flugmeilen-Sammler“ Shaq Goodwin (21 Pkt.) sowie Julius Jenkins (17 Pkt.) angeführt, fand Science City in Trey Lewis seinen statistischen Meister. Die Nummer 12 der Bayreuther warf sich mit 31 Punkten zum Topscorer, versenkte dabei ausnahmslos alle seiner 13 Freiwürfe sowie starke 57 Prozent von Downtown (4/7 Dreier). Matchwinner war schlussendlich jedoch Assem Marei, der in der Crunchtime zwei wichtige Rebounds holte und vier richtungsweisende Punkte erzielte. In der Endabrechnung wurde Science City Jena aber primär die eigene Freiwurfquote zum Verhängnis, die mit nur sechs Treffern bei 15 Würfen (40 Prozent) ganz einfach zu mager ausfiel.

Während sich von Beginn an ein hochinteressantes und durch zahlreiche kurze Läufe geprägtes Duell entwickelte, waren es anfänglich die Hausherren, die sich nach einem Korb des erneut stark aufspielenden Assem Marei auf 16:8 (4.) absetzen konnten. Nach einem Korbleger von De’Mon Brooks zum zwischenzeitlichen 22:12 erstmalig zweistellig in Führung liegend, kämpften sich die Thüringer unmittelbar vor der Viertelsirene wieder auf 26:20 heran. Doch medi bayreuth war noch nicht fertig, legte bis zur ersten Atempause noch vier Zähler drauf, um den zweiten Abschnitt mit einem 30:22-Vorsprung zu eröffnen. Bis Mitte des zweiten Viertels diese Führung verteidigend, fand das Science City immer besser in die Partie, verkürzte bis zur 15. Minute auf 40:36, bevor zwei Distanzwürfe durch Stephan Haukohl und Shaq Goodwin den Spielstand in Richtung der Saalestädter drehten und Jenas Anhang nach der 42:40-Führung jubeln ließen. Bis zur Halbzeitpause drehte Science City offensiv noch einmal etwas intensiver am Scoring-Rädchen, verabschiedete sich nach einem Dreier aus der Ecke von Julius Jenkins zur 49:42-Führung in Richtung Halbzeitkabine.

Mit viel Dampf aus der Pause kommend, präsentierte sich medi bayreuth zu Beginn der zweiten Hälfte hochmotiviert, um einen zeitnahen Richtungswechsel der Partie einzuleiten. Die durch Kyan Anderson eingeleitete Aufholjagd wurde von Jenas Riesen jedoch jäh gestoppt. Ein Dreier von Julius Jenkins sowie gleich zwei aufeinanderfolgende Bayreuther Stimmungskiller per Alley Oop durch Shaq Goodwin ließen den Score wieder auf 56:47 (23.) klettern. Goodwins dritter Überkorb-Stopfer zur Jenaer 60:53-Führung (25.) kam nach einem fränkischen Zwischenspurt in einem durchaus passenden Moment. Zwar sorgte Ermen Reyes-Napoles jenseits des Perimeters zum 64:58 noch einmal kurz für entspanntere Mienen im Fanblock der Ostthüringer, bis zur letzten Viertelpause schmolz der Vorsprung jedoch wieder auf ein Pünktchen zusammen. Mit einer hauchdünnen Jenaer 69:68-Führung in die letzten zehn Minuten startend nahm das Duell nun richtig an Fahrt auf. Den durch Steve Wachalski eingeleiteten Führungswechsel für Bayreuth (69:71) korrigierte Julius Jenkins zunächst postwendend mit zwei erfolgreichen Dreiern auf 75:71. Ein Foul von De’Mon Brooks beim Offensiv-Rebound sowie ein „T“ wegen Meckerns gegen die bis dahin starke Nummer 24 der Bayreuther verbannte den zweitbesten Scorer der Oberfranken auf die Bank. Nachdem sich beide bis dahin wurfstarke Teams zwei Fahrkarten geleistet hatten, schnappte sich Marcos Knight nach einem misslungenen Wachalski-Dreier den Rebound, lief im Fastbreak an der rechten Seitenauslinie in Richtung Bayreuther Korb, wo er auf Bankhöhe der Gastgeber von Nate Linhart gestellt wurde. Die im Anschluss als Offensiv-Foul geahndete Verwarnung lies den Ballbesitz erneut wechseln.

Das Team von medi bayreuth nutzte die sich nun ihrem emotionalen Höhepunkt nähernde Dramaturgie mit fünf aufeinanderfolgen Punkten von Trey Lewis, welcher in der 35. Minute auf 76:76 ausglich. Während Science City Jena in der verbleibenden Spielzeit um offensiven Rhythmus rang, dabei unter dem eigenen Korb die entscheidenden Rebounds verpasste, glänzte Bayreuths Assem Marei mit zwei spielentscheidenden Aktionen. Zunächst griff der Ägypter in der 36. Minute ein wichtiges offensives Brett ab, welches er umgehend zur Bayreuther 78:76-Führung nutzte, bevor er 49 Sekunden beim Stand von 83:81 vor der Schlusssirene einen schon sicher geglaubten Jenaer Ball eroberte sein Team mit 85:81 in Front zu bringen. Die anschließende Stop-the-Clock-Taktik der Thüringer verpuffte in den Schlusssekunden wirkungslos.

Statement Björn Harmsen (Science City Jena): “Glückwunsch an Raoul. Ich mag ihn und Bayreuth, darum kommen die Glückwünsche von Herzen. Das hat ein bisschen an alte Zeiten aus Zweitliga-Jahren erinnert. Es war eine großartige Leistung meiner Mannschaft, weil wir gegen ein Team, das zurecht dort oben steht, eine sehr gute Partie gespielt haben. Wir hatten Probleme zu Beginn des Spiels, was uns klar war. Zum einen, weil wir schwer in unseren Rhythmus gefunden haben, zum anderen, weil Bayreuth in Bonn verloren hatte. Im zweiten Viertel haben wir den Rhythmus mit wechselnder Verteidigung unterbrochen und nur zwölf Punkte zugelassen. In der zweiten Halbzeit war das Spiel offen, Kleinigkeiten haben das Momentum geschaffen und das Spiel entschieden. Das waren heute zwei defensive Fehler von uns die zu Dreiern geführt haben und am Ende zwei Rebounds von Marei. Trotzdem großartig, was die Jungs gezeigt haben, auch wenn die Niederlage weh tut.”

Statement Raoul Korner (medi bayreuth): “Danke für die Glückwünsche und auch ehrlich gemeinte Glückwünsche zurück. Ich denke, es verdient allerhöchsten Respekt, was aus dem Standort Jena in den letzten Jahren gemacht wurde. Die Art und Weise, wie die Mannschaft spielt, ist eine Auszeichnung für den Coach. Es war zum zweiten Mal eine Schlacht spitz auf Knopf und es ist interessant, diese zwei Teams im Duell zu sehen. Die Erfahrung, die Jena auf den Außenpositionen hat ist genau die Jugendlichkeit und Unbekümmertheit, die wir genau auf den Positionen haben. Unter dem Korb ist Jena vielleicht nicht ganz da, wo wir sind, hier haben wir mehr Physis. Das erste Viertel war offensiv wie die Feuerwehr, Jena war auch hochprozentig unterwegs. Dann hat Jena seinen Rhythmus gefunden und wir sind komplett eingebrochen. Wir haben uns verunsichern lassen, weil wir Würfe nicht getroffen haben. Anstatt uns über die defensive zurück zu kämpfen haben wir versucht, etwas über die Offensive zu reißen. Das führt in der Regel aber nicht zum Ziel, in diesen zehn Minuten mussten wir Lehrgeld zahlen. Es hat dazu geführt, dass die Partie über weite Strecken von Jena kontrolliert war. Mit viel Herz haben wir uns dann in die Partie zurückgekämpft. Es zeichnet uns aus, immer wieder einen Weg zu finden, um das Spiel zu gewinnen.”

SCJ: Goodwin 21, Jenkins 17, Knight 9, Bernard 9, McElroy 5, Mackeldanz 5, Haukohl 5, Schmidt 4, Clay 4, Reyes-Napoles 3, Wolf 2 – Frease (DNP)

Quelle: Science City Jena, 5. März 2017

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