TOP FOUR-Einzug! Ludwigsburg gewinnt Pokalderby gegen Ulm

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben sich am Sonntagabend mit einem 72:67 (36:19) Heimsieg gegen ratiopharm ulm für das Pokal TOP FOUR der easyCredit BBL in Berlin qualifiziert. Vor 3.549 Zuschauern in der MHPArena zeigten die Schützlinge von Trainer Martin Schiller, der für den grippekranken John Patrick als Head Coach an der Seitenlinie stand, eine großartige Mannschaftsleistung und kämpften 40 Minuten mit voller Leidenschaft, um im KO-Spiel als Sieger vom Parkett zu gehen.

Fast die gesamte Spielzeit über lagen die Hausherren am Sonntag in Führung, zumeist sogar zweistellig, dennoch erlebten die Zuschauer ein spannendes Schlussviertel. Nachdem die Gäste, die im Ligabetrieb der easyCredit BBL ungeschlagen auf Platz 1 stehen, in der ersten Halbzeit nur 7/33 Wurfversuchen (21 %) aus dem Feld im Ludwigsburger Korb unterbringen konnten, kamen sie im zweiten Durchgang noch einmal bis auf fünf Zähler heran. Letztlich behielten die MHP RIESEN aber die Nerven und belohnten sich für ein beherztes Auftreten mit einem verdienten Sieg.

Die Barockstädter gewannen das Reboundduell mit 39:31 für sich, spielten mehr Assists, schnappten sich mehr Steals und hatten die deutlich bessere Trefferquote (47 %) vorzuweisen. Zwar punktete mit Clifford Hammonds nur ein einziger Spieler zweistellig, gleichzeitig konnten sich jedoch alle elf eingesetzten Spieler mit mindestens zwei Zählern auf den Statistikbogen schreiben, so dass wirklich alle ihren Beitrag zu diesem Erfolgserlebnis feiern konnten.

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ schallte es nach Spielende durch die MHPArena, geht es für die Ludwigsburger doch nun zum Pokal TOP FOUR der easyCredit BBL in die Bundeshauptstadt. Dort treffen die MHP RIESEN im Halbfinale auf den aktuellen Deutschen Meister aus Bamberg. Das zweite Semifinale bestreiten ALBA BERLIN und der FC Bayern München.

Punkte MHP RIESEN Ludwigsburg: Hammonds (12, 4 Assists), Toppert (9), Martin (9), Cooley (8, 6 Rebounds), Cotton (7, 4 Assists, 3 Steals), Thiemann (7, 5 Rebounds), Crawford (7, 6 Rebounds) Trice (5), McCray (4), Loesing (2), Breunig (2)

Punkte ratiopharm ulm: Butler (18, 6 Rebounds), Rubit (14, 6 Rebounds), Morgan (13), Babb (10, 4 Steals), Hobbs (5), Braun (4), Tadda (3), Günther (0), Wolfarth-Bottermann (0), Ferner (n.e.), Pape (n.e.)
Schiedsrichter: Moritz Reiter, Konstantin Simonov, Steve Bittner

Zuschauer: 3.549

Die Stimmen zum Spiel:

Martin Schiller (Asistant Coach MHP RIESEN Ludwigsburg): „Es hat uns heute sicherlich in die Karten gespielt, dass Raymar Morgan früh Foulprobleme hatte. Nach der tollen ersten Halbzeit ist uns im dritten Viertel offensiv irgendwie der Faden gerissen, wir konnten mit ein wenig Glück aber den Ball ein paar Mal im Korb unterbringen und so unseren Vorsprung behalten. Im Schlussviertel waren wir zum Teil ein wenig ängstlich, das lag aber einfach daran, dass meine Spieler diesen Sieg heute unbedingt wollten und ich bin sehr glücklich, dass wir das geschafft haben.“

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Gratulation an Martin Schiller und meine besten Genesungswünsche an John Patrick. Glückwunsch Ludwigsburg und viel Erfolg in Berlin!“

Zum Spielverlauf:

Mit Clifford Hammonds, David McCray, Tekele Cotton, Kelvin Martin und Johannes Thiemann starteten die MHP RIESEN in die Partie und kamen vor heimischer Kulisse deutlich besser ins Spiel als die Gäste. Nach fünf Minuten markierte Hammonds die 12:5 Führung und Thorsten Leibenath holte seine Mannschaft früh zur ersten Auszeit auf die Bank. Doch auch danach blieb es dabei, dass Ludwigsburg in der MHPArena den Ton angab. Rückkehrer Rocky Trice per Dreier und Jack Cooley mit Punkten am Brett erhöhten den Vorsprung zwischenzeitlich auf 20:5, ehe Taylor Braun den Ludwigsburger 14-0 Run stoppen konnte und es beim Stand von 21:7 in die Viertelpause ging.

Nach dem temporeichen Beginn wurde das Spiel im zweiten Abschnitt zwischendurch ziemlich zäh. Die Defensivreihen beider Mannschaft dominierten das Geschehen und die Zuschauer sahen zwei Mannschaften, die sich ständig beharkten und ihrem Gegenüber kaum Luft zum Atmen gaben. Ludwigsburg schaffte es dabei trotz nur zwei Zählern in den ersten fünf Minuten, seinen Vorsprung zu verteidigen und so herrschte weiterhin tolle Derbystimmung in der MHPArena. Nach einem technischen Foul gegen Gästetrainer Leibenath wurde die Führung dann sogar auf 17 Punkte erhöht und die RIESEN-Fans feierten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen. Beim Stand von 36:19 ging es schließlich auch in die Pause.

Nachdem die Gäste in Halbzeit eins gerade einmal 21 % ihrer Würfe aus dem Feld im gegnerischen Korb unterbringen konnten, erzielte Ulm nach dem Seitenwechsel die erste fünf Punkte der Partie und hauchte sich damit selbst neues Leben ein. Das Leibenath-Team hatte nun langsam aber sicher seinen Offensivrhythmus gefunden, konnte die Angriffe der Hausherren allerdings nur selten stoppen und so blieben die Barockstädter weiterhin souverän in Front. Erst gegen Ende des dritten Viertels verloren die MHP RIESEN ein wenig ihre Linie im Angriff und Ulm verkürzte zwischenzeitlich auf zwölf Punkte Differenz, ehe Drew Crawford den Abschnitt mit einem spektakulären Tip-Dunk beendete und man eine 54:40 Führung mit in die letzten zehn Minuten nahm.

Die Ulmer waren jedoch weiterhin im Kommen. Zu Beginn des Schlussviertels erhöhten die Gäste den Druck mit einem 10-2 Zwischenspurt und waren sieben Minute vor dem Ende bis auf sechs Zähler dran. Zu Ungunsten der Gastgeber kamen nun auch die Foulprobleme der großen Spieler, waren Cooley, Thiemann und Martin zu diesem Zeitpunkt doch bereits mit vier persönlichen Fouls belastet. Keine einfache Situation für Trainer Martin Schiller und sein Team, die RIESEN ließen sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Clifford Hammonds verschaffte seiner Mannschaft mit einem erfolgreichen Dreier etwas Luft, Rocky Trice erzielte wichtige Punkte per Tip-In und Chad Toppert erhöhte den Abstand vier Minuten vor Schluss erneut auf 14 Zähler. Leibenath nahm daraufhin sofort seine nächste Auszeit und die Ulmer versuchten in den Schlussminuten noch einmal mit allen Mitteln die Partie zu drehen, nach einem Distanztreffer von Tekele Cotton zum 71:61 knapp zwei Minuten vor dem Ende war die Vorentscheidung dann allerdings gefallen und Ludwigsburg konnte letztlich als verdienter Sieger vom Feld gehen.

Quelle: MHP RIESEN Ludwigsburg, 22. Januar 2017

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