Tim van der Velde oder der weite Weg zurück ins Team

Etwas über vier Minuten waren es am Donnerstagabend gegen die Hebeisen White Wings Hanau für Tim van den Velde auf dem Spielfeld. Davor waren es 26 Sekunden im Spiel gegen die MLP Academics Heidelberg. Und dazwischen lagen 65 Tage und ein paar zerquetsche Minuten und Sekunden, in denen sich das Eigengewächs der RheinStars zurückarbeiten musste. Zurück von der Verletzung des Schienbeinkopfs, über die Reha, über das Individualtraining bis hinzu zum Comeback im regulären Mannschaftstraining und schließlich aufs Feld.

„Tim hat seine Sache sehr ordentlich gemacht“, befand sein Trainer Arne Woltmann – und nicht nur er freute sich über den beherzten Auftritt des Rückkehrers und dessen erste Punkte im neuen Jahr. „Es ist ein langer und kein leichter Weg zurück für unsere Jungs, zumal es ja auch im Kader einige Veränderungen gab. Da müssen sie sich erst wieder neu einordnen, vielleicht sogar eine neue Rolle finden“, erklärt der Headcoach und unterscheidet dabei nicht zufällig sehr fein zwischen spielfähig sein und der Rückkehr in den Kreis der dann tatsächlich eingesetzten zwölf Akteure im mittlerweile 18köpfigen Kader.

Tim van der Velde ist ja im verletzungsintensivsten Jahr der RheinStars beileibe kein Einzelfall. Leon Okpara stand 128 Sekunden auf dem Parkett zum Saisonauftakt in der 2. Basketball-Bundesliga ProA Ende September. Seit dem vergangenen Wochenende greift der NBBL-Spieler nach mehreren muskulären Problemen wieder ins Spielgeschehen ein. Auch Leon Baeck ist nach einem Teilriss der Patellasehne zurück auf dem Sprung und wieder voll ins Training eingestiegen. Er hat noch gar kein Spiel in dieser Saison in der ProA absolvieren können nach dem Sommer in der U20-Nationalmannschaft. „Es gibt Spieler bei uns in der Mannschaft, die haben mit Leon noch nie zusammengespielt“, sagt Woltmann.

David Downs ist nach seiner Fußoperation inzwischen im Individualtraining mit Ball angekommen. „Er bewegt sich gut“, sagt Woltmann über den Kapitän, den er Mitte Oktober nach dem fünften Saisonspiel verletzungsbedingt verlor. Filip Kukic ist etwa auf dem gleichen Stand. Für beide peilt die Abteilung „Reha und Aufbau“, sprich Physiosport, Ago Sport und die Orthopädie am Gürzenich, die Rückkehr in den kommenden Wochen an. „Es ist wichtig für Spieler, ein Ziel vor Augen zu haben. Denn in unserem Kader ist der Schritt zurück ins Training und dann auch noch ins Spiel – und ich rede hier von dem Spiel im Training – allein schwer genug, um sich tatsächlich die nötige Spielpraxis holen zu können“, sagt Woltmann.

So hilft es zumindest den jungen Spielern, dass die zweite Mannschaft in der 2. Regionalliga inzwischen auf Belange der Profiabteilung abgestimmt ist und mit Headcoach Platon Papadopoulos viele Systeme der Zweitliga-Mannschaft spielt. „So haben es unsere Jungs einfacher, sich einzufinden und Praxis sinnvoll sammeln zu können. Das haben wir in dieser Saison im Vergleich zum Vorjahr ändern können“, erklärt Woltmann den Schritt hin zu einer reinen Ausbildungsmannschaft.

So bekam es die SG Sechtem am gestrigen Samstagabend dann gleich mit fünf Akteuren aus dem ProA-Kader zu tun. Mit Van der Velde, Baeck, Okpara, Van Laack und Müller-Laschet. Und auch die NBBL mit Trainer Max Schwamborn arbeitet in die Richtung, so dass den ganz jungen Spielern um Okpara, Müller-Laschet und – wenn er denn zurück ist – Kukic eine Gelegenheit geboten werden kann, sich an zwei Spielen am Wochenende im Wettkampf zu beweisen.

Quelle: RheinStars Köln, 15. Januar 2017

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