Terrell Harris‘ Ausfall war für die Kangaroos nicht zu kompensieren

Matthias Grothe brachte es nach der Schlusssirene ohne viel Umschweife auf den Punkt. „Wir haben heute einfach nicht unsere beste Leistung abrufen können und mussten zudem noch den Ausfall von Terrell Harris verkraften. Damit verliert man schon einmal eine Partie gegen einen zudem noch richtig starken Gegner.“ Iserlohns bislang so überzeugender Shooting-Guard war zwar mit seinem Team angereist, musste aber dann doch kurzfristig aufgrund seiner anhaltenden Adduktorenprobleme passen. „Ein Mitwirken von Terrell wäre heute definitiv noch zu früh gekommen“, so Matthias Grothes Urteil.

Dabei schienen die Kangaroos zu Beginn der Partie völlig unbeeindruckt vom Ausfall ihres „Go-to-Guides“. Den ersten Punkten von Moussa Kone ließen Yannick Opitz gleich zwei erfolgreiche Dreier und Sören Fritze noch einen Korbleger zur schnellen 10:0-Führung nach nur zwei Minuten gegen sichtlich überraschte Rostocker folgen. Deren Coach Ralph Rehberger reagierte prompt auf den Iserlohner Blitzstart mit einer Auszeit, um seine Seewölfe wieder in die Spur zu bringen. Mit Erfolg, wie sich in der Folge zeigen sollte. Doch im weiteren Verlauf des ersten Viertel zeigten sich die Kangaroos zunächst noch unbeeindruckt von der jetzt langsam auf Touren kommenden Angriffsmaschinerie der Ostseestädter. Bis zum Viertelende behaupteten die Iserlohner, angeführt von Moussa Kone und Sören Fritze, zunächst ihre Führung, die nach zehn Minuten immerhin noch fünf Zähler betrug (19:24.).

Jovonni Shuler begann das zweite Viertel wie er das erste für die Gastgeber beendet hatte: mit einem erfolgreichen Dreier (24:26, 11.). Und spätestens, als Daniel Dittert seine Farben beim Stand von 28:26 zum ersten Mal in Front brachte (12.), wurden auch die rund 2.300 Seawolves-Fans zu einem echten Faktor für die Gastgeber. „In der Folge haben wir dann völlig unseren Faden verloren“, erkannte Iserlohns Headcoach in dieser Phase bereits den vorentscheidenden Faktor in der Partie. Während Rostocks Schützen vorne jetzt immer selbstbewusster und treffsicherer wurden, agierten die Kangaroos plötzlich viel zu passiv in der Offensive. „Die Jungs haben sich nichts mehr zugetraut und immer den Mitspieler gesucht, der die Aktion startet,“ so Matthias Grothe in seiner Analyse, „und das war in den vergangenen Spielen eben meist Terrell Harris.“ Während die Kangaroos jetzt fast fünf Minuten ohne jeglichen Korberfolg und im zweiten Viertel bei mageren zwölf Punkten blieben, setzte sich Rostock immer weiter ab. Zwar konnte Yannick Opitz in der Schlussminute der ersten Halbzeit per Dreier den Rückstand nochmals auf zehn Punkte „drücken“ (46:36), aber das sollte nicht mehr für einen Umschwung zugunsten der Kangaroos reichen. Denn auch der dritte Spielabschnitt entwickelte sich schnell zu einem Spiegelbild des zweiten Durchgangs. Zwar keimte bei den Kangaroos nach Thomas Reuters Distanzwurf und Moussa Kones folgendem Dunk zum 46:40 nochmals kurz Hoffnung auf, in der Folge konnten sich die Hansestädter dann aber relativ mühelos wieder absetzen. In der 26. Minute war der Vorsprung bereits auf 20 Punkte angewachsen (65:45) – mehr als die Vorentscheidung.

Im letzten Viertel – dass von den Kangaroos gewonnen wurde- überzeugte zumindest Eigengewächs Gabriel de Oliveira mit seiner Vorstellung, die er auch zu elf Punkten nutzte. Das änderte aber nichts mehr an der schließlich klaren 72:89-Niederlage der Kangaroos in Rostock. „Selbst mit Terrell hätte es hier und heute einer 1a-Leistung bedurft, um gegen richtig starke Seawolves bestehen zu können“, zollte Iserlohns Headcoach gehörig Lob in Richtung des Gegners, „jetzt müssen wir die Niederlage möglichst schnell aus den Köpfen bekommen und den Fokus auf die nächste schwere Partie gegen Bernau legen.“

Iserlohn Kangaroos: Moussa Kone (13/10 Rebounds), Ruben Dahmen (1), Kristof Schwarz (6/2 Dreier), Joshua Dahmen (5/1 Dreier), Thomas Reuter (11), Gabriel De Oliveira (11), Deion Giddens (3), Yannick Opitz (9/3 Dreier), Sören Fritze (13).

Quelle: Iserlohn Kangaroos, 9.1.2017

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